Wie die Wild Wings mit der bitteren 2:4-Derbyniederlage gegen Mannheim umgehen. Nicht nur Dominik Bittner spricht Klartext. Am Sonntag kommt Wolfsburg.
Schade! Aus dem erhofften spannenden DEL-Derbyabend wurde am Freitag in der ausverkauften Helios Arena – zumindest in den ersten 40 Minuten – eine ziemlich einseitige Angelegenheit pro dem neuen Tabellenzweiten Mannheim. Insgesamt zeigten die Wild Wings über die gesamte Spielzeit nur rund 80 Prozent Leistung. Viel zu wenig, um gegen einen formstarken Erzrivalen, der relativ einfach, aber sehr cool spielte, zu punkten.
Knallharte Analyse
An klarer Selbstkritik fehlte es nach dem Schlusszeichen im Schwenninger Lager nicht: „Wir haben nach dem frühen ersten Gegentor den Faden verloren, hatten lange nicht genügend Feuer“, zeigte es Verteidiger Dominik Bittner auf. „Wir sind nach dieser Leistung natürlich unzufrieden. 80 Prozent sind zu wenig, um in dieser Liga Erfolg zu haben. Wir müssen über 60 Minuten als Kollektiv an einem Strang ziehen, sonst geht es nicht.“
Coach Steve Walker ging vor allem auf die Arbeitsweisen beider Teams in seinem Fazit ein: „Da gab es einen großen Unterschied. Mannheim war aggressiv und schnell in den Zweikämpfen. Wir waren erst im letzten Drittel wettbewerbsfähig und bereit. Dies ist natürlich klar zu wenig.“
Auf dem letzten Drittel wieder aufbauen
Einen kleinen Mutmacher gibt es zumindest aus Sicht der Wild Wings für das wichtige Sonntag-Heimspiel (16.30 Uhr) gegen Wolfsburg. Im letzten Drittel waren die Neckarstädter im Derby sogar das tonangebende Team. Nach dem 2:4 durch Kyle Platzer verzeichneten nun mit Herz spielende Schwäne genügend Chancen, um sogar noch den Ausgleich zu schaffen.
„Aber wir haben dann in dieser Phase sehr hart verteidigt und sind glücklich, hier in diesem schwierigen Gebäude gewonnen zu haben“, lobte Adler-Coach Dallas Eakins sein Team.
Jetzt kommt Wolfsburg
Klar ist, die am Freitagabend auf Rang acht abgerutschten Wild Wings stehen gegen Wolfsburg am Sonntag etwas unter Zugzwang. Drei Punkte wären in der aktuellen Situation für die Neckarstädter wichtig, um wieder mehr Stabilität in das Gesamtbild reinzubekommen.
Die Grizzlys (10./32) kassierten am Freitag eine herbe 1:6-Heimpleite gegen die Eisbären Berlin. Dies nach jeweils starken 4:0-Auswärtssiegen gegen Bremerhaven und Dresden. Insgesamt absolvieren die vor der Saison verjüngten Wolfsburger bisher eine Runde im grünen Bereich. Ein Top-10-Platz war die Zielsetzung vor dem Start der Hauptrunde. Die beiden Angreifer Sven Ziegler und Matt Choupani fallen in Schwenningen aus. Im ersten Saison-Aufeiandertreffen am 26. September führten die Grizzlys beim 4:1-Sieg klar Regie daheim gegen Schwenningen.
Kleines Lebenszeichen der Eislöwen
Was zeigte dieser 23. DEL-Spieltag am Freitag sonst noch? Nach dem Personal-Beben in Dresden holte das Schlusslicht zumindest einen Punkt beim Spitzenreiter Ingolstadt (2:3 nach Verlängerung). Die Kölner Haie gewannen mit 2:0 in Straubing. Überraschend klar mit 5:1 setzten sich die Nürnberger in Augsburg durch. Noch überraschender war der 3:1-Heimerfolg von Iserlohn gegen München. Bremerhaven schickte Frankfurt mit einer 2:5-Packung wieder an den Main zurück. Vor dem neuen Löwen-Coach Tom Pokel liegt beim Drittletzten noch viel Arbeit.