Travis Turnbull und Co. mussten vor drei Wochen gegen Mannheim eine 1:4-Niederlage einstecken. Nun empfangen die Wild Wings den Tabellenführer erneut zum Derby. Foto: Eibner

Nur drei Wochen ist es her, dass die Adler Mannheim zuletzt zu Gast in der Helios Arena waren. Am Freitagabend (19.30 Uhr) empfangen die Schwenninger Wild Wings den Tabellenführer zum zweiten Derby der DEL-Saison 2021/22.

Dass das Spiel gegen die Adler erneut zu einer Mammutaufgabe werden würde, wusste Wild-Wings-Headcoach Niklas Sundblad selbst nur zu gut: "Mannheim ist die beste Mannschaft der Liga und hat einen Top-Kader. Da gibt es keine zwei Meinungen." Vor allem in der aktuellen Form ist das Team von Pavel Gross natürlich der große Favorit gegen das Schlusslicht aus Schwenningen.

Adler in glänzender Form

Am 2. Oktober verloren die Adler mit 0:2 in Iserlohn. Seitdem holte das Team neun Siege in Serie – einen im Penaltyschießen, einen in der Overtime und sieben in der regulären Spielzeit. Mannheim hat ganze 42 Punkte aus 17 Spielen geholt und stellt sowohl die beste Offensive (63 Treffer) als auch die beste Defensive (29 Gegentore) der DEL. "Um gegen Mannheim zu gewinnen, müssen wir ein perfektes Spiel abliefern", weiß auch Wild-Wings-Stürmer Maximilan Hadraschek um den Schwierigkeitsgrad der bevorstehenden Aufgabe.

Wild Wings wollen das "perfekte Spiel"

Genau dieses "perfekte Spiel" streben die Schwenninger aber an – und sind dabei guter Dinge. Die Trainingswoche sei sehr gut gewesen, erzählt Niklas Sundblad. Im Fokus der Einheiten standen vor allem das Überzahlspiel und das Einstudieren des neuen Trap-Systems. Statt wie bislang ein aggressives Forechecking über die gesamte Eisfläche zu spielen, wollen die Wild Wings gegen Mannheim etwas geduldiger agieren und in der neutralen Zone kompakt stehen. "Diese Trap-Taktik hat gegen Köln zuletzt schon ganz gut funktioniert. Für uns wird es wichtig sein, diese defensive Strategie gegen so spielstarke Gegner wie Mannheim in unserem Arsenal zu haben", so Sundblad.

Gegen die Adler wird Joacim Eriksson ins Schwenninger Tor zurückkehren, dafür muss Stürmer Patrik Lundh auf der Tribüne Platz nehmen. Auch Alexander Karachun ist wieder mit von der Partie und soll in einer Reihe mit Ken André Olimb und Travis Turnbull wirbeln. Boaz Bassen wird als Center auflaufen, "um ihn in der Aufbauphase mehr an der Scheibe zu haben", erklärt Sundblad.

Glaube an die Überraschung

Trotz der klaren Außenseiterrolle und der 1:4-Pleite vor drei Wochen glaubt man in Schwenningen an die Derby-Überraschung. "Heimspiele gegen Mannheim sind immer ein Highlight für uns. Beim letzten Mal war die Stimmung in der Halle fantastisch. Wenn das am Freitag wieder so ist, wird uns das noch mehr Rückenwind geben", hofft Sundblad erneut auf eine gut gefüllte Helios Arena. Nach der jüngsten Implementierung der 3G+-Regelung werden rund 4000 Zuschauer erwartet.

Der Blick geht nach oben

Nach dem verkorksten Saisonstart befinden sich die Schwenninger Wild Wings aktuell im Aufschwung. Von den letzten 15 möglichen Punkten holte man immerhin acht – obwohl man noch Chancen auf mehr Zähler liegen ließ, so wie bei der Overtime-Niederlage zuletzt in Köln. "Wir sind auf einem guten Weg, so soll es weitergehen. Ich glaube fest daran, dass wir mit diesen Leistungen weiter Punkte holen und in der Tabelle nach oben klettern können", gibt sich der Schwenninger Headcoach optimistisch. Noch ist man jedoch Tabellenletzter – zwei Punkte hinter Bietigheim und fünf Zähler hinter Krefeld.