Acht Jahre lang der Liebling der Kölner Fans – nun im Trikot der Wild Wings. Sebastian Uvira (links) hat sich im Team und in der Doppelstadt bestens eingelebt. Foto: Roland Sigwart

Die Wild Wings empfangen am Mittwoch (19.30 Uhr) die Kölner Haie. Für Sebastian Uvira wird es ein ganz besonderer Abend. Acht Jahre lang war er aus Köln eigentlich nicht wegzudenken.

Es war Anfang Juni, als Sebastian Uvira gerade aus seinem Urlaub zurückkam und urplötzlich zu einem Gespräch mit den Kölner Verantwortlichen gebeten wurde. Trotz seines noch laufenden Vertrages bis 2023 wurde dem 29-Jährigen nahegelegt, sich einen neuen Klub zu suchen. Coach Uwe Krupp plante nicht mehr mit dem Stürmer. Der Kölner Trainer setzte in der Offensive auf Neuverpflichtungen wie Carter Proft (DEG) oder den Kanadier Nick Baptiste (zuletzt Finnland). Die neuen Ziele der Haie: Nach drei schweren Jahren soll es wieder klar aufwärts gehen. Für Uvira war kein Platz mehr. Dabei hatten ihm Uwe Krupp und Co. im Frühjahr noch gesagt, dass an den Gerüchten, sich von ihm zu trennen, nichts dran sein. An jenem Junitag brach für den gebürtigen Freiburger erst einmal eine Welt zusammen. In Köln war er heimisch geworden, die Fans liebten ihn, seine Lebensgefährtin war erst gerade bei ihm eingezogen.

Uviras Gefühle vor dem Wiedersehen mit den Ex-Kollegen

Drei Tage brauchte Sebastian Uvira, um den Schock zu verdauen. Dann gab er Gas: "Jetzt probiere ich einfach woanders einen Neuanfang." Klar ist inzwischen: Der körperlich sehr präsente Linksschütze und die Wild Wings, das passt absolut. "Ich fühle mich hier in Schwenningen unglaublich wohl und freue mich jeden Tag darauf, die Jungs zu sehen. Wir entwickeln uns gut", sagt er.

Seine Gefühlswelt vor dem Wiedersehen mit seinen früheren Teamkollegen aus Köln? "Da gibt es eine große Vorfreude. Aber ich will auch bestimmten Personen zeigen, dass es ein Fehler war, mich aus Köln wegzuschicken."

Sebastian Uvira weiß noch genau, was mannschaftsintern bei den Haien gerade abgeht. Seine Kontakte in die Domstadt sind immer noch sehr gut. Doch für den gebürtigen Freiburger zählen jetzt nur noch die Wild Wings. "Wir haben unsere Niederlage in Ingolstadt aufgearbeitet und wollen es nun am Mittwoch besser machen. Dies alleine zählt."

Der Ausblick von Wild-Wings-Coach Harold Kreis

Dieser große Wille und Lerneifer, das ist es auch, was der neue Schwenninger Coach Harold Kreis an seinem Team so schätzt: "Wir haben unsere Defizite gegen Ingolstadt in der Trainingseinheit am Dienstag klar angesprochen, und die Jungs haben es auf dem Eis dann auch sofort umgesetzt", berichtet er.

Harold Kreis erwartet ein Kölner Team, "das ebenfalls das Spiel sucht und seine offensiven Stärken gegen uns – auch mit seinem starken Powerplay (mit 41,7 Prozent Erfolgsquote aktuell bestes DEL-Team, Anm.d.Red.) – ausspielen möchte". Allerdings stehen fünf Punkte aus den ersten vier Spielen bei den "Raubfischen" nur für einen durchschnittlichen Saisonstart.

Der Wunsch von Kölns Stürmer Nick Baptiste

"Wir wollen in Schwenningen effizienter als zuletzt spielen und unseren ersten Auswärtssieg holen", kündigt Kölns Angreifer Nick Baptiste an. Fehlen wird am Mittwoch bei den Rheinländern der neuverpflichtete Verteidiger Ryan Stanton aufgrund einer Handfraktur.