Schwenninger Coach kehrt zum „Endspiel“ gegen Frankfurt am Freitag daheim wieder an die Bande zurück. Angeschlagene Mannschaft muss nach der Niederlage in Straubing zu viel (unberechtigte) Kritik einstecken. Schlaue Bremerhavener leisten Schwänen Schützenhilfe.
Das diesjährige Saisonbuch der Wild Wings liest sich immer dramatischer und verrückter! Ausgerechnet in der heißen Endphase der DEL-Hauptrunde hat es die Schwenninger mit einer internen Grippewelle voll erwischt. Chefcoach Steve Walker musste sich am Mittwoch deshalb die 1:4-Niederlage in Straubing daheim am Fernseher anschauen. Torhüter Michael Bitzer, Daryl Boyle und Philip Feist fehlten aus dem gleichen Grund. Einige Spieler, dies war klar gegen die Tigers zu erkennen, waren nicht hundertprozentig fit und frisch. Außerdem fiel der verletzte Kapitän Thomas Larkin weiter aus.
Diese Niederlage muss deshalb relativiert werden. Einige Schwenninger Fans üben aktuell dennoch in den sozialen Medien heftige Kritik an der Leistung ihrer Mannschaft und sehen das Team in einer Woche als Tabellenelfter sogar schon im Urlaub, ohne wahrscheinlich die mannschaftsinternen Hintergründe zu kennen.
Schwenningens Co-Trainer Tim Kehler, der Steve Walker in Straubing vertrat, gab, was ihn auszeichnet, mit keiner Silbe die interne Grippewelle als Entschuldigung für die zweite Niederlage gegen die Niederbayern in nur fünf Tagen an. Kehler zeigte viel mehr Respekt vorm Aufwind der Tigers in diesen Wochen und erklärte: „Gemeinsam mit der Partie am Freitag haben wir es in sechs Dritteln nicht geschafft, auf dasselbe Level wie der Gegner zu kommen. Insgesamt war es heute eine enttäuschende Leistung von uns.“ Steve Walker sah es von daheim aus ebenso wie sein Trainerkollege, wollte aber Torhüter Joacim Eriksson von seiner generellen Kritik ausnehmen.
Am Freitag (19.30 Uhr) wird der Chefcoach gegen Frankfurt an die Bande zurückkehren. Die Ausgangslage ist klar und birgt jede Menge sportliches Dynamit. Die Wild Wings (9./65) könnten mit einem Drei-Punkte-Sieg die Löwen (11./63) am viertletzten Hauptrundentag erst einmal in die Schranken weisen.
Walker bleibt sehr positiv: „Wir haben jetzt die erneute Chance, uns wieder in eine gute Position zu bringen. Wir brauchen gegen Frankfurt einen erfolgreichen Start und müssen viel Energie aufs Eis bringen“, blickt der Schwenninger Trainer nicht mehr zurück, sondern nur noch auf das, was jetzt in den letzten acht Tagen der Hauptrunde noch auf sein Team zukommt.
Wie es personell am Freitag aussieht? Dies weiß Steve Walker zur Stunde auch noch nicht. Vielleicht kommen Spieler aus dem Krankenstand zurück – vielleicht auch nicht. Es wird sich einiges erst wenige Stunden vor dem so wichtigen Heimduell entscheiden.
Als die Pinguins in der Nacht noch nach Frankfurt fahren
Dass die Wild Wings immer noch auf dem neunten Platz stehen, verdanken sie auch der Top-Einstellung der Bremerhavener. Die Pinguins haben in dieser Woche vier Spiele zu bestreiten! Nach dem 5:3-Heimsieg der Fischtowns am Dienstag gegen Mannheim gab es Prognosen, die vermuteten, dass es die Norddeutschen nur 25 Stunden später nach erreichter Play-off-Qualifikation in Frankfurt vielleicht im Schongang angehen lassen. Doch weit gefehlt.
Bremerhavens Top-Scorer Jan Urbas soll seinem Team vorgeschlagen haben, dass die Mannschaft gleich nach dem Duell gegen Mannheim noch in der Nacht nach Frankfurt zur optimalen Vorbereitung des nächsten Spiels fährt. Das Argument von Urbas: Wenn wir nach dem Spiel gegen Mannheim heimgehen, brauchen wir sowieso zwei, drei Stunden zum Einschlafen. Dann fahren wir lieber gleich los. Sein Trainer Alex Sulzer und Urbans Mannschaftskollegen waren von dem Plan überzeugt. Am Mittwochabend besiegten „ausgeschlafene“ Bremerhavener Frankfurt mit 4:2 und leisteten für Schwenningen – hochprofessionell – Schützenhilfe.