Alexander Karachun (links), Jordan Szwarz und Co. nehmen es ab Mittwoch mit den Grizzlys Wolfsburg auf. Foto: Roland Sigwart

Die Wild Wings müssen in den Pre-Playoffs zuerst nach Wolfsburg. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher verrät: Das könnte sogar ein gutes Omen sein.

Auf den ersten Blick ist es natürlich ein Nachteil für die Schwenninger Wild Wings, als Tabellenneunter der Hauptrunde in die Pre-Playoffs zu gehen. In der Best-of-Three-Serie gegen die Grizzlys Wolfsburg muss das Team von Headcoach Steve Walker zunächst am Mittwoch in der Autostadt antreten, bevor das zweite Duell dann am Freitag in der Helios-Arena steigt. Falls nötig würde ein entscheidendes Spiel 3 dann wiederum in Wolfsburg stattfinden.

 

Geister aus dem Vorjahr

Erst im Vorjahr erlebten die Wild Wings am eigenen Leib, dass diese Konstellation für den Neunten alles andere als einfach ist. In den Pre-Playoffs war ein 3:1-Heimsieg gegen die Ice Tigers nicht genug, da man zweimal in Nürnberg verlor (3:4 und 2:4). Doch blättert man ein bisschen in den DEL-Geschichtsbüchern, fällt auf: Die Wild Wings waren 2025 eines von insgesamt nur sieben Teams, die als Tabellenneunter am -achten scheiterte – trotz des fehlenden Heimvorteils.

Zehn von 17

Seit die Pre-Playoffs – bzw. die Qualifikation, wie sie früher genannt wurde – zur Saison 2006/07 eingeführt wurden, setzte sich das Team ohne Heimvorteil in 17 Acht-gegen-Neun-Serien satte zehnmal durch. (In den Corona-Jahren 2020 und 2021 fanden keine Pre-Playoffs statt.) Zuletzt gelang das dem ERC Ingolstadt 2024 trotz einer Pleite vor heimischer Kulisse mit gleich zwei Siegen in Köln. 2014, also genau zehn Jahre zuvor, setzten sich die Ingolstädter ebenfalls auf diese Weise gegen Berlin durch. Und auch die Haie selbst triumphierten 2011 und 2012 zweimal als Neunter gegen den Achten. Außerdem gelang dieses – offensichtlich doch nicht so unwahrscheinliche – Kunststück den Eisbären (2019), den Pinguins aus Bremerhaven (2018) sowie jeweils zweimal Düsseldorf (2022 und 2008) und Straubing (2016 und 2013).

Nürnberg erst 2022 gescheitert

Also: Die Schwenninger Wild Wings wären sicherlich lieber als Achter in dieses Duell gegangen – doch vielleicht ist der neunte Rang auch ein gutes Omen und sie werden im 18. Anlauf das elfte Team, dass die „Überraschung“ schafft.