Nach Hause ohne Punkte: Auch Philip Feist (Mitte) und Boaz Bassen (links) waren am Freitag enttäuscht nach dem Spiel in Straubing. Foto: City-Press

Die Wild Wings kommen nach dem schmerzhaften 0:2 in Straubing in der DEL-Tabelle noch glimpflich davon, denn drei andere Direktkonkurrenten rutschen ebenfalls aus. Am Sonntag (16.30 Uhr) kommt Wolfsburg zum nächsten „Sechs-Punkte-Duell“.

Die Wild Wings sollten die 0:2-Niederlage am Freitag in Straubing zwar schnell abhaken, doch Angreifer Alex Karachun schüttelte nach dem Schlusszeichen am Pulverturm dennoch verständnislos erst einmal mit dem Kopf: „Wir kassieren fünf Niederlagen in Folge, kommen dann mit dem 5:2 gegen Köln wieder stark zurück, um dann heute so eine allgemein schwache Leistung abzuliefern. Wir bringen die Scheibe zu wenig tief und machen zu viele Fehler. Wenn wir in die Play-offs wollen, müssen wir schon mehr zeigen.“

 

Der Auftritt der Wild Wings gegen ein Straubinger Team, das schon absolute Play-off-Form zeigte, reichte nicht aus, um punktemäßig etwas mitzunehmen. Der große Haken bei diesem 46. Hauptrundenspiel war aus Sicht der Gäste, dass sie gegen eine an diesem Abend überdurchschnittliche Defensivarbeit der Tigers – über die gesamte Spielfläche angelegt – kein Mittel fanden.

Hinzu kam, dass Straubings neuem Trainer Craig Woodcroft ein taktisch genialer Schachzug gelang: Er stellte seine generell mehr defensivorientierte Angriffsreihe mit Tim Brunnhuber, Tim Fleischer und Michael Clarke gegen die Schwenninger Paradereihe mit den Spink-Brüdern und Brett Ritchie, „matchte“ diese damit aus.

Woodcroft lobte sein Team später, betont aber auch: „Es geht in diesen Spielen nur als ganze Einheit.“

Das sagt Tim Kehler

Schwenningens Co-Trainer Tim Kehler bilanzierte: „Wir hatten Probleme mit dem Tempo von Straubing. Wir hatten einen schweren Start. Wir bekamen jeweils früh in den beiden letzten Dritteln die Gegentore und kamen in der Offenisive nie richtig zum Momentum heute. Respekt für die Leistung von Straubing.“

Der einzige Trost für die Wild Wings (10./ 63) vor der langen Heimfahrt am Freitagabend basierte darauf, dass ihre Direktkonkurrenten im Kampf um einen Play-off-Platz – Frankfurt (11. Platz/63 Punkte – 1:5 in Bremerhaven), Wolfsburg (9./64 – 3:4 gegen Ingolstadt und Nürnberg (8./66 – 1:3 gegen Köln) – ebenfalls nicht gepunktet hatten.

Die Straubinger werden in dieser Verfassung aber den siebten Rang wohl bis zum Ende der Hauptrunde zumindest verteidigen, wenn nicht sogar noch verbessern.

Die Lage in Wolfsburg

Für die Schwäne geht es am Sonntag (16.30 Uhr) mit dem nächsten „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Wolfsburg in der Helios Arena weiter. Die Grizzlys liegen hinter den Erwartungen bisher in dieser Saison zurück, wollten zum Ende der Hauptrunde auf einen sicheren Top 6 Platz liegen. Doch die Mannschaft von Trainer Mike Stewart spielte nicht konstant genug. Lange gelangen den Norddeutschen in dieser Runde noch nicht einmal zwei Siege hintereinander. Dazu schlug zuletzt das Verletzungspech zu: Darren Archibald, Justin Feser und Ryan O’Connor fallen aktuell aus.

Torhüter Hannibal Weitzmann machte nach der 3:4-Heimniederlage gegen Ingolstadt eine Kampfansage in Richtung Schwenningen: „Wir stehen am Sonntag vor einem schwierigen Spiel, aber wir müssen gegen die Wild Wings alles rausholen.“

Die bisherigen Duelle

Nach den bisherigen drei Saisonduellen steht es 2:1 für die Wolfsburger. In ihren beiden Heimspielen gingen sie nach einem 4:3 nach Verlängerung (4. Oktober) und einem 4:1 (17. November) jeweils als Sieger vom Eis. Am 3. Januar behielten jedoch die Schwenninger mit 4:2 die Oberhand in der Helios Arena.

Es steht an diesem Sonntag für beide Teams viel auf dem Spiel. Der Verlierer wird wohl vorerst den Kontakt zum wichtigen achten Platz (Heimrecht in den Pre-Playoffs) verlieren. Der Druck wächst nun von Spiel zu Spiel sehr.