Warum dieser optimale Start der Wild Wings nach der Olympiapause in Sachen Pre-Playoffs goldwert sein kann. Am Freitag kommen die geretteten Frankfurter.
Der Auftritt der Wild Wings in Spiel 1 nach der Olympiapause in Wolfsburg (4:2) war am Mittwochabend ausgezeichnet. Sehr frisch wirkende Schwenninger machten viele Dinge richtig. Beeindruckend war besonders in der Crunchtime, wie sich Thomas Larkin und Co. – bei sogar doppelter Unterzahl – gegen den möglichen Ausgleich der Wolfsburger stemmten und dann per Empty-Net-Goal (Felix Scheel) das erlösende und verdiente 4:2 machten.
Wie eminent diese drei Zähler im achtletzten Spiel der DEL-Hauptrunde waren, zeigt sofort der Blick auf die Tabelle. Die Neckarstädter rückten mit nun 60 Punkten auf Platz neun vor. Der für die kurz Pre-Playoff-Serie so wichtige achte Platz mit Heimrecht (aktuell Wolfsburg mit 64 Punkten) ist für die Wild Wings zum Greifen nah. Auch Rang sieben (Berlin/67) ist noch nicht völlig außer Reichweite.
Warum das Heimrecht so wichtig wäre
Dieses Heimrecht in einer Pre-Playoff-Serie (Modus „Best of 3“) dürfte in diesem Jahr aus Schwenninger Sicht eine ganz besondere Rolle spielen, wenn man nur auf die möglichen Gegner (Wolfsburg, vielleicht doch sogar Berlin) mit den jeweils vielen Reisekilometern schaut.
Kilometer werden die Schwäne an diesem Wochenende nicht abfliegen. Ihr Bus bleibt in der Garage. Es stehen die Heimspiele gegen die seit Mittwoch geretteten Frankfurter (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen die als sportlicher Absteiger feststehenden Dresdner (Sonntag, 14 Uhr) an. Mit zwei Siegen würde das Team um Coach Steve Walker ein großer Schritt in Richtung Pole-Position in den Pre-Playoffs gelingen.
Die Stimmen der Wild Wings
Doch im Schwenninger Lager wird – absolut richtig – nur Schritt für Schritt in dieser Hauptrunde weitergedacht. „So abgedroschen das auch schon klingt, aber wir denken weiter von Spiel zu Spiel“, betont beispielsweise Jordan Szwarz.
Alex Karachun freute sich in Wolfsburg über den Sieg, „der sich überragend anfühlt. Wir hatten uns auch sehr viel vorgenommen. Aber für uns geht es jetzt darum, die letzten sieben Spiele der Hauptrunde solide zu spielen. Es ist noch einiges für uns in der Tabelle möglich. Ich habe auch Platz sechs noch nicht abgeschrieben.“
Coach Steve Walker bescheinigte seinem Team gegen die Grizzlys „einen sehr guten Job, auch wenn wir im letzten Drittel das Momentum mit den beiden Gegentoren abgaben. Joacim (Eriksson, An.d.Red.) hat stark gehalten. Es war sehr wichtig für uns, nach der Pause mit drei Punkten zu beginnen.“
In Frankfurt kann der personelle Neuaufbau beginnen
Die Frankfurter können am Freitag ohne jeglichen Druck in Schwenningen antreten. Mit dem überzeugenden 4:1 daheim gegen personell angeschlagene Bremerhavener und der gleichzeitigen 2:7-Niederlage von Schlusslicht Dresden in Köln haben die Hessen auf dem vorletzten Platz mit einem möglichen Abstieg nichts mehr zu tun. Die Pre-Playoffs sind für diese Saison zu weit entfernt für die Löwen.
Der zum Jahresbeginn neu gekommene Coach Tom Pokel wird nun nach seinen Vorstellungen mit einem kleinen personellen Neuaufbau für die Zukunft beginnen. Torhüter Dustin Tokarski ist bereits zu HK Olimpija Ljubljana (ICE Hockey League) gewechselt. Kapitän Reil McNeill hat auf eigenen Wunsch seinen Vertrag aufgelöst und möchte die Saison bei einem Club im Ausland (noch nicht bekannt) beenden. Als erster Neuzugang für die kommende Saison wird der Noch-Wolfsburger Björn Krupp in Frankfurt gehandelt.
Nach den bisherigen drei Saisonduellen zwischen den Wild Wings und den Frankfurtern steht es 3:0 für Schwenningen. Die Neckarstäder siegten in Frankfurt mit 6:3 (21. September) und 2:1 (4. Januar) sowie daheim mit 6:1 am 29. Oktober.