Wild-Wings-Verteidiger Johannes Huß freut sich auf das nächste Kapitel in der DEL-Hauptrunde und vor allem auch darüber, dass Top-Scorer Alex Karachun am Sonntag gegen Iserlohn ins Schwenninger Team zurückkehrt. Foto: Roland Sigwart

Johannes Huß freut sich auf das "zweite Drittel" in der DEL-Hauptrunde, war aber auch zuletzt enttäuscht über seine Nichtnominierung im deutschen Nationalteam.

Kurz vor dem Sonntag-Spiel der Schwenninger in Iserlohn sprachen wir mit dem gebürtigen Bad Tölzer über die Saisonchancen der Wild Wings, seine eigene Entwicklung und auch über Alex Karachun und den bisherigen Bundestrainer Toni Söderholm.

Herr Huß, wie groß war bei Ihnen die Enttäuschung, nicht für den Deutschland-Cup nominiert worden zu sein?

Natürlich groß. Aber ich lerne daraus und weiß, dass ich mich in den kommenden Monaten in allen Bereichen weiter verbessern muss. Ich möchte mich einfach über gute Leistungen in der Liga wieder empfehlen.

Hat der bisherige Bundestrainer Toni Söderholm Sie vor der Veröffentlichung des deutschen Kaders angerufen, oder wie wird so etwas normalerweise intern kommuniziert?

Es fand kein Gespräch zwischen Toni Söderholm und mir vor der Kaderveröffentlichung statt.

Haben Sie dennoch die drei Spiele des deutschen Teams beim Deutschland-Cup im Fernsehen angeschaut?

Nein, ich habe lediglich nach den Spielen die Statistiken gelesen und die freie Woche ganz dafür genutzt, um einmal vom Eishockey abzuschalten. Ich war in Bozen und auch bei meinen Eltern daheim. Die Pause hat gutgetan.

Toni Söderholm ist inzwischen nicht mehr Bundestrainer. Waren Sie überrascht?

Ja, war ich schon, weil er ja erst vor einem dreiviertel Jahr seinen Vertrag beim DEB verlängert hat. Aber natürlich war das Angebot für ihn beim SC Bern, für den er ja auch früher spielte, sehr reizvoll. Deshalb ist seine Entscheidung nachvollziehbar.

Am Sonntag geht es für Ihre Mannschaft in Iserlohn in der DEL-Hauptrunde weiter. Was müssen die Wild Wings in den kommenden Wochen verbessern und beherzigen.

Wir haben das Potenzial, um einen Play-off-Platz mitzuspielen. Doch wir müssen in unseren Leistungen konstanter werden. Es nutzt nichts, zwei gute Spiele zu machen, und im dritten läuft dann wieder wenig zusammen. Es kann auch nicht sein, dass wir, in ein paar Spielen war dies bisher der Fall, erst ab dem zweiten Drittel beginnen zu spielen. Insgesamt bin ich aber für die kommenden Wochen sehr zuversichtlich. Klar ist auch, dass wir nach diesem sehr umfangreichen Programm bis zum Jahreswechsel noch klarer sehen, wohin unser Weg in dieser Saison tatsächlich führt. Jedes Spiel ist immer sehr eng.

In Iserlohn gibt Alex Karachun nach langer Verletzungspause sein Comeback. Wie wichtig ist er für das Team?

Sehr wichtig. Alex war in der vergangenen Saison unser Top-Scorer, weiß wo die gegnerische Kiste steht und geht auch voran. Er bringt sehr viel Energie mit. So einen brauchen wir jetzt dringend.

Am Sonntag beginnt die Fußball-WM in Katar. Werden Sie sich viele Spiele anschauen?

Ganz ehrlich, ich habe mich bis jetzt mit diesem Thema noch gar nicht befasst. Eine Fußball-WM definiere ich auch mit Sommer, Treffen mit Freunden und zum Beispiel dem gemeinsamen Schauen beim Grillen. Dies ist ja nun nicht der Fall, deshalb kann ich mich mit dieser Weltmeisterschaft auch wohl nicht so richtig anfreunden.