Viele Jahre lang waren Steve Walker (links) und Don Jackson (ein Bild aus früheren Tagen bei Red Bull) gemeinsam sehr erfolgreich. Erstmals stehen sie sich nun als Trainer gegenüber. Foto: Eibner

Ein besseres Drehbuch gibt es nicht: Wild-Wings-Trainer Steve Walker im Duell gegen seinen langjährigen Weggefährten und München-Rückkehrer Don Jackson. Der SAP Garden ist am Donnerstag ausverkauft.

Das DEL-Duell am Donnerstag (19.30 Uhr) zwischen Red Bull München (4.76) und den Wild Wings (7./60) ist auch ein großes Wiedersehen zwischen Schwenningens Trainer Steve Walker und seinem früheren Chef Don Jackson. Immer waren sie bisher gemeinsam erfolgreich – erstmals sind sie Gegner.

 

Der Wild-Wings-Coach hätte es sich wohl nicht träumen lassen, dass er in der DEL noch einmal auf seinen großartigen Mentor und langjährigen Wegbegleiter trifft. Vor anderthalb Jahren war das Kapitel (2019 bis 2023) des sehr erfolgreichen Trainerduos Jackson/Walker bei Red Bull München mit dem Titelgewinn zu Ende.

Die Wege trennten sich: Jackson (68) zog sich bei der Organisation aus der vordersten Reihe zurück – Walker (52) feierte bei seiner ersten Station als Cheftrainer fortan mit den Wild Wings Erfolge.

Doch von wegen Ruhestand. Don Jackson wurde Ende Januar von Red-Bull-Sportchef Christian Winkler gerufen, nach der zweiten Trainertrennung in München in dieser Saison doch bitte noch einmal zu übernehmen. Steve Walker zeigte sich damals nicht überrascht: „Don ist die beste und naheliegendste Lösung für München in dieser Situation. Er ist der beste Trainer in Europa.“

Das Münchner Team ist begeistert

Die Münchner Mannschaft ist vor dem Hintergrund – zuletzt unter Jackson fünf Siege in fünf Spielen gefeiert zu haben – begeistert vom großen, erfahrenen Trainer. „Er hat uns die Siegermentalität zurück in die Kabine gebracht“, berichtet Red-Bull-Verteidiger Jonathon Blum von einem frischen Schwung im Red-Bull-Team.

Was haben Jackson und Walker nicht alles gemeinsam schon erlebt! Steve Walker war von 2000 bis 2011 Top-Scorer bei den Eisbären – zusammen mit seinem damaligen Coach Don Jackson feierte er in Berlin drei Meistertitel. Von 2019 bis 2023 waren sie das erfolgreiche Trainerduo in München und holten auch hier einmal die Meisterschaft gemeinsam.

Walker über Jackson – Jackson über Walker

Seit seinem Start in Schwenningen entwickelt Walker täglich auch intensiv sein eigenes Trainerprofil weiter. Geprägt haben ihn von Jacksons Stärken vor allem dessen hervorragende Teamführung und dessen hochprofessionelle und unaufgeregte Arbeit („Nicht zu hoch – nicht zu niedrig“). „Ich habe viel von Don gelernt, er vielleicht auch von mir. Es ist schon ein Vater-Sohn- oder auch ein Schüler-Mentor-Verhältnis“, freut sich Steve Walker sehr auf das Wiedersehen, sagt aber auch ein wenig lächelnd: „Es ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich gegen Don mit meinem Team mal gewinne.“

Die Vorfreude ist auch bei Don Jackson groß: „Steve ist für mich immer ein wichtiger Ansprechpartner – als Spieler und als Trainer. Steve liebt das Spiel, weiß alles darüber und hat einfach ein gutes Gefühl für Eishockey. Er weiß, wie man die richtigen Spieler auswählt. Wir haben ein großartiges Verhältnis zueinander. Ich habe Schwenningen schon einige Male unter ihm spielen gesehen. Man erkennt die taktische Handschrift von Steve. Er macht bei den Wild Wings einen guten Job.“

Es geht für beide Teams um viel

Doch Wiedersehensfreude hin oder her – für beide Mannschaften geht es im ersten Spiel nach der Pause um viel: Die Wild Wings brauchen Punkte für einen Play-off-Platz – München möchte den vierten Platz mit dem Play-off-Heimrecht ins Hauptrunden-Ziel bringen.

„Wir stehen in München vor einer großen Herausforderung, aber wir wollen unser Spiel durchbringen“, sagt Steve Walker und sein Verteidiger Ben Marshall ergänzt: „Ich freue mich extrem auf die restliche Saison.“ Nur der angeschlagene Kapitän Thomas Larkin wird im SAP Garden fehlen.