Bitter: Die Wild Wings kassieren in Iserlohn in der fünften Minute das 0:1 durch Shane Gersich. Foto: Jonas Brockmann/Eibner

Schwenninger kassieren am drittletzten DEL-Hauptrundenspieltag bei leidenschaftlich kämpfenden und sehr effektiven Roosters einen 3:4-Rückschlag. Iserlohner feiern den Klassenerhalt. Das wichtige Heimrecht ist für die Neckarstädter nahezu weg.

Die wichtigste Nachricht vorab: Die Wild Wings haben sich am drittletzten Hauptrunden-Spieltag in der DEL am Sonntagabend noch nicht vorzeitig für die Pre-Playoffs qualifiziert.

 

Die neue Tabellensituation

In Iserlohn verloren die Schwenninger mit 3:4. In der Tabelle stehen die Neckarstädter weiterhin auf Platz 9 (68 Punkte) vor den Verfolgern Frankfurt (10./66) und Wolfsburg (11./65). Auf die Ränge acht und sieben (Das sehr wichtige Heimrecht in den Pre-Playoffs) haben die Neckarstädter auf Nürnberg (73) und Straubing (73) jeweils schon einen Rückstand von fünf Zählern. Vor den letzten beiden Duellen gegen Berlin (Am Dienstag daheim) und am Freitag in Ingolstadt wächst der Druck auf Trainer Steve Walker und sein Team.

Die personelle Ausgangslage in Iserlohn

Bei den Schwenningern kehrte Daryl Boyle für Will Weber nach auskurierter Grippe wieder zurück. Joacim Eriksson stand im Tor.

Bei den Roosters hütete Andreas Jenike den Kasten. Nach sechswöchiger Verletzungspause feierte bei den Gastgebern in der ausverkauften Arena am Seilersee der Ex-Schwenninger Johannes Huß sein Comeback. Der Verteidiger wird wohl nach dieser Saison nach Bremerhaven wechseln.

Das erste Drittel

Die abstiegsbedrohten Sauerländer begannen wie erwartet: Druckvoll mit viel Tempo. Die Wild Wings kassierten einen Doppelschlag: Im ersten Unterzahl mussten die Gäste das 0:1 durch Shane Gersich (5.) hinnehmen – nur 29 Sekunden später fiel das 2:0 der Roosters durch ihren Top-Scorer Sven Ziegler. Joacim Eriksson hatte auch in der Folgezeit viel zu tun – den Wild Wings fehlte in den ersten 20 Minuten die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne.

Iserlohns Johannes Huß sagte in der ersten Drittelspause: „Genauso wollten wir rauskommen. Ich denke, wir führen bisher verdient, sind absolut bereit.“

Das zweite Drittel

Im Mittelabschnitt waren knapp sechs Minuten gespielt, als die Wild Wings in Überzahl durch Sebastian Uvira zum 1:2 verkürzten. Er hatte einen Distanzschuss von Jordan Murray erfolgreich abgefälscht. Die Schwäne kamen – offensiv – nun stärker auf. Aber es fehlte ihnen in den Folgeminuten Effektivität. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels folgte für Schwenningen die kalte Dusche in Unterzahl (1:3) mit dem zweiten Treffer von Sven Ziegler per sehenswerter Direktabnahme.

Wild-Wings-Stürmer Alex Karachun meinte vor dem Schlussabschnitt: „Wir hatten im zweiten Drittel mehr Spielanteile, bekommen aber noch ein blödes Ding. Wir machen uns das Leben selbst schwer.“

Das dritte Drittel

Die Sauerländer fanden stark – mit viel Selbstbewusstsein – rein in den Schlussabschnitt. Nach einem Scheibenverlust von Jordan Murray (51.) in der neutralen Zone zog Michael Dal Colle auf und davon, donnerte die Scheibe zum 4:1 ins Schwenninger Netz. Gleich nach Wiederbeginn scheiterte Zach Senyshyn mit einem Lattenschuss. Tylor Spink verkürzte (57.) zum 2:4. Nur 93 Sekunden vor dem Ende gelang Brandon McMillan in Unterzahl das 3:4, aber mehr war für die Wild Wings nicht mehr drin. Schwenningens Angreifer Boaz Bassen sah eine gute Offensivleistung seines Teams, „aber defensiv war es nicht so gut. Wir haben heute aber immer dran geglaubt, dass wir es noch in die Verlängerung schaffen.“

Statistik

Iserlohn – Wild Wings 4:3 (2:0, 1:1, 1:2).

Tore: 1:0 Gersich (4:52/5:4 – Assists: Thomas, Ugbekile), 2:0 Ziegler (5:21 – Osburn, Virtanen), 2:1 Uvira (25:36/5:4 – Murray), 3:1 Ziegler (37:23/5:4 – Virtanen, Gesich), 4:1 Dal Colle (50:33 – Jentzsch, Cornel), 4:2 Tylor Spink (56:38 – Uvira), 4:3 McMillan (58:27/4:5 – Höfflin).

Strafen: Iserlohn: 8 – Wild Wings: 12.Schiedsrichter: Schrader/Iwert.

Zuschauer: 4967 (ausverkauft).