Die große Vorfreude auf das erste DEL-Saisonheimspiel am Freitag. Für Rückkehrer Phil Hungerecker sind es besondere Tage. Bei den Haien ist schon richtig Feuer unterm Dach.
Endlich – es ist so weit: Die Wild Wings feiern am Freitag (19.30 Uhr) in einer wahrscheinlich ausverkauften Helios Arena ihre Saisonheimpremiere gegen die Kölner Haie. Die Schwenninger treffen auf einen bereits angeschlagenen Vorjahres-Vizemeister. Die Rheinländer holten an den ersten beiden DEL-Spieltagen keinen Punkt.
Der Hexenkessel Helios Arena
Die Vorfreude bei der Schwenninger Mannschaft auf den ersten Auftritt vor den eigenen Fans ist riesengroß. Selbst in seiner dritten Saison am Neckar genießt Steve Walker die Atmosphäre bei den Heimspielen in der Helios Arena immer wieder aufs Neue: „Es macht sehr viel mit mir, wenn ich das Eis betrete und vorher schon die Stimmung in der Stadt wahrnehme.“
„Haudege“ Boaz Bassen erzählt, wie ihn zuletzt auf der Heimreise von Iserlohn Neuzugang Eric Martinsson beiseite nahm und fragte, wie denn so die Stimmung bei den Liga-Heimspielen sei. „Ich habe Eric nur gesagt, dass wir in der DEL hier mit unseren tollen Fans die beste Atmosphäre haben. Man merkt unseren neuen Spielern an, wie gespannt sie darauf sind, was sie am Freitag erwartet“, berichtet Boaz Bassen weiter.
Für Steve Walker ist der Negativ-Start der Kölner kein Maßstab: „Dass sie noch keinen Punkt haben, überrascht mich zwar, aber ich erwarte einen Gegner, der stark und aggressiv gegen uns verteidigt, auch wenn sie am ersten Wochenende viele Gegentore kassierten.“
Zwei Ausfälle – der Personal-Umbau
Tim Gettinger (Handoperation, sechs Wochen Pause) und Kyle Platzer (gesperrt) fallen aus. Steve Walker muss seine Angriffsreihen deshalb umbauen.
Die Tochter (Frizzi Helene) von Phil Hungerecker und seiner Frau erblickte in der Nacht auf Mittwoch das Licht der Welt, somit steht der Stürmer wieder zur Verfügung. Hungerecker bestreitet neben den Spink-Brüdern sein erstes DEL-Spiel in dieser Saison. Die Reihe mit Alex Karachun, Jordan Szwarz und Sebastian Uvira bleibt unverändert. Zach Senyshyn stürmt mit Mirko Höfflin und Philip Feist. Außerdem bilden Hakon Hänelt, Boaz Bassen und Felix Scheel einen Angriffsblock.
Die Verteidiger-Paare möchte Steve Walker erst kurzfristig benennen. Im Tor wird Joacim Eriksson gegen Köln erwartet.
Kölns unterirdischer Saisonstart
In Köln hängt intern schon nach zwei Spielen der Haussegen schief. Der mit viel Vorschusslorbeeren in die Saison gestartete Vorjahres-Vizemeister verlor daheim gegen München mit 2:4 und kassierte am Sonntag – ebenfalls in der Lanxess-Arena nach einer 3:0-Führung eine 3:7-Niederlage gegen DEL-Titelverteidiger Berlin.
Die Konsequenz: Trainer Kari Jalonen führte vor der Reise nach Schwenningen intensive Gespräche mit seinen Spielern, sieht Probleme „bei uns vor allem im mentalen Bereich“. Sportdirektor Matthias Baldys denkt sogar darüber nach – trotz eines Torhüterduos mit Tobias Ancicka/Felix Brückmann (neu aus Mannheim) – eine Ausländerlizenz für eine neue Nummer 1 zu ziehen. Die Partie bei den Wild Wings ist für die Rheinländer, die in dieser Saison sehr viel vorhaben, schon richtungsweisend.
Die Vorbereitungszeit des Vizemeisters war geprägt von schweren Verletzungen. Verteidiger Jan Luca Sennhenn sowie die beiden Angreifer Robin van Calster und Parker Tuomie fallen längerfristig aus.
Justin Schütz wohl nicht zu ersetzen
Der Abgang von Top-Stürmer Justin Schütz (Mannheim) tut weh. Ob der Ex-Frankfurter Dominik Bokk die Lücke schließen kann, ist noch nicht erwiesen. Von der Papierform her haben sich die Haie in der Defensive mit den beiden Finnen Oliwer Kaski und Valtteri Kemiläinen verstärkt. Doch davon war bei insgesamt elf Gegentoren in den beiden ersten Heimspielen noch nichts zu sehen. Gegen die Wild Wings soll alles besser laufen.