Wild-Wings-Keeper Joacim Eriksson „bedient“ und nachdenklich in Augsburg: Nach dem schnellen 0:4 machte er Michael Bitzer im ersten Drittel schon Platz. Foto: Eibner/Feiner

Die Wild Wings nach dem „13-Tore-Event“ in Augsburg. Es gibt zwei Betrachtungsweisen. Das nächste „Sechs-Punkte-Spiel“ folgt am Sonntag (14 Uhr) in Frankfurt.

Was für ein verrücktes DEL-Spiel der Wild Wings in Augsburg! Beim 7:6 der Panther wechselte das Momentum zwischen den beiden Rivalen im Kampf um Platz zehn ständig. Die beiden Trainer – Steve Walker und Bill Peters – hätten es sich draußen auf der Bank jeweils sicherlich eine Spur ruhiger und geordneter gewünscht. Gleich zwei Torhüter auf beiden Seiten wurden in dem 13-Tore-Spektakel „verschlissen“. Die Stimmung im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion war großartig.

 

Positiv war aus Sicht der Wild Wings, dass die Mannschaft nach einem schnellen 0:4-Rückstand – einmal mehr – eine großartige Moral zeigte, beim 5:5 ausglich und am Ende zumindest nach der Overtime griff. Außerdem hat das Team in den vergangenen drei Spielen 16 Tore erzielt! Dabei war die Offensive in den Wochen zuvor immer eine der großen Baustellen bei den Schwenningern gewesen. Es ist ein Aspekt, der für die nächsten Spiele einiges verspricht.

Negativ ist: Ein Vier-Tore-Rückstand nach nur elf Minuten in so einem Schlüsselspiel sind indiskutabel. Die Neckarstädter waren anfangs mental und physisch nicht bereit. Insgesamt wurden drei wertvolle Punkte verloren. Die Wild Wings sind vor ihrem Sonntag-Spiel in Frankfurt zwar noch Zehnter (43), aber Augsburg ist punktemäßig gleichauf und hat ein Spiel weniger als die Schwäne.

Was der Coach und Tylor Spink sagen

Steve Walker sprach von einer „bitteren Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten, weil wir einige Dinge gut gemacht und sechs Tore hier geschossen haben. Wir sind in den ersten Minuten gut gestartet, haben Augsburg dann aber zu viel Platz gelassen. Die Mannschaft ist zurückgekommen, hat aber in der entscheidenden Phase es nicht gut genug gespielt.“

Auch für Top-Scorer Tylor Spink war es hart, „dieses Spiel zu verlieren. Wir sind nach einem 0:4 zurückgekommen. Zu Beginn der Partie hat es Augsburg richtig gut gemacht, waren viel besser als wir. Es war relativ ruhig in der ersten Pause in unserer Kabine. Unser Coach hat uns gesagt, dass wir noch 40 Minuten haben. Daraufhin konnten wir uns wieder sammeln. Positiv ist auf jeden Fall, dass wir wieder Tore schießen, uns viele Chancen herausarbeiten und als Einheit auftreten. Darauf können wir auch in Frankfurt aufbauen.“

Aufwärtstrend unter Tom Pokel

Die Frankfurter Löwen (Tabellenvorletzter/35 Punkte) überraschten am Freitag bei den Eisbären Berlin mit einem 3:2-Sieg. Damit bestätigten die Hessen ihren Aufwärtstrend in den vergangenen zwei Wochen. Zuvor hatte Frankfurt daheim Dresden mit 3:0 besiegt und vor der knappen 4:5-Niederlage in Bremerhaven mit 3:1 in München gewonnen.

Seit Trainer Tom Pokel Anfang November bei den Frankfurtern eingestiegen ist, agiert die Mannschaft – insgesamt – in kleinen Schritten stabiler. In Sachen Klassenerhalt dürfte für die Löwen nichts mehr anbrennen.

Für die kommende Saison dürfte der Ex-Straubinger Coach sich dann in Mainhattan eine neue Mannschaft – innerhalb der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – nach seinen Vorstellungen aufbauen. Mit der jüngsten Verpflichtung des NHL-erfahrenen Torhüters Dustin Tokarski wurde bei den Löwen schon klar, dass es mittelfristig in eine bessere Region der DEL-Tabelle gehen soll. Wer Pokel seit Jahren kennt, weiß, wie es der erfahrene Coach anpackt.

Er ist vor dem Heimduell gegen Schwenningen mit dem Ist-Stand zufrieden: „Das Teamfeeling ist stark, wir haben einen guten Lauf aufgebaut.“

In den beiden bisherigen Saisonduellen hatte Frankfurt gegen die Wild Wings (3:6 daheim am 21. September und 1:6 in Schwenningen am 29. Oktober) allerdings keine Chance.

600 Anhänger kommen mit dem Sonderzug

Nach einigen Jahren Pause werden die Wild Wings am Sonntag wieder einmal von einem Fan-Sonderzug nach Frankfurt begleitet. 600 Anhänger werden einsteigen. Los geht es um 7.03 Uhr in Rottweil. Aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten seit Corona ist es für die Verantwortlichen gar nicht mehr so einfach, ein attraktives Angebot aufzustellen. Fan-Beauftragter Wolfgang Jack berichtet lobend, „dass uns auch einige Sponsoren in der Sache zur Seite stehen“.

Dann ist zu hoffen, dass die Stimmung auf dem Rückweg von Saisonspiel Nummer 37 bei den Wild-Wings-Fans am Sonntagabend auch noch gut ist.