Das gab es wohl noch nie: Schwenningen (DEL) und Villingen (Fußball-Oberliga) stellen in ihren Ligen die besten Heimmannschaften. Helios Arena und MS Technologie-Arena sind also echte Festungen geworden. Das ist in der Deutenberg- und der Hoptbühlhalle anders.
Noch nie waren die Wild Wings in der DEL so heimstark wie in dieser Saison. Bisher erreichte 53 Punkte (18 Siege und vier Niederlagen in 22 Spielen) in der Helios Arena sind ein Hauptgrund dafür, dass die Schwenninger erstmals seit ihrer Rückkehr in die deutsche Eliteklasse (2013) um die direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale kämpfen.
Wild Wings
Die Neckarstädter führen die DEL-Heimtabelle ununterbrochen seit dem Saisonstart an – aktuell dies vor München (50 Punkte) und den Fishtown Pinguins Bremerhaven (47).
In den ersten acht Heimspielen in dieser Runde blieb die Mannschaft von Coach Steve Walker daheim ungeschlagen und stellte mit dieser Serie clubintern einen DEL-Heimrekord auf.
Ihre zweite kleine Siegesserie daheim starteten die Schwenninger am 28. Dezember mit dem 5:1 gegen Iserlohn. Sie blieben dann vier Spiele in Folge ungeschlagen.
Die Münchner Barons sind bei den Heimspielen in der DEL seit 1999/2000 Rekordhalter mit 19 Siegen in Folge. Diese Marke wurde von den Hamburg Freezers in der Saison 2013/14 eingestellt, aber nicht übertroffen.
Die Trumpfkarte
Doch zurück zu den Wild Wings: Für Steve Walker war bei seinem Amtsantritt im Frühsommer bereits klar, dass die im Vergleich zu den anderen Arenen kleinere Eisfläche in Schwenningen zu einer großen Trumpfkarte werden sollte. Das taktische System wurde vom Kanadier darauf ausgerichtet. Als die Mannheimer beim Saisonauftakt mit 1:2 gegen das Walker-Team am 15. September in der Helios Arena verloren, beschrieb Adler-Stürmer David Wolf treffend die neue Schwenninger Spielweise: „Du hast gegen sie kaum noch Zeit und Raum zum Spielen. Die Wild Wings stehen dir praktisch die ganze Zeit auf den Füßen rum, so eng geht das jetzt zu.“
Walkers Spielidee beinhaltet, dass das offensive Forechecking sehr aggressiv umgesetzt wird und in der Rückwärtsbewegung nach Scheibenverlust der Gegner sofort wieder „gejagt“ wird.
Die Wild-Wings-Fans sind von dem attraktiven Spiel ihrer Mannschaft begeistert. Die Folge: Mit bisher 4704 Besuchern im Schnitt stieg die Zuschauermarke – im Vergleich zur Vorsaison – um knapp 900 Besucher. Und dabei haben die Play-offs noch gar nicht begonnen.
FC 08 Villingen
Neun Spiele, acht Siege, ein (unglückliches) Unentschieden (2:2 gegen Mutschelbach), 34:8 Tore, 25 Punkte: Villingen liegt in der Heimtabelle der Oberliga BW zur Winterpause vorne. Dabei hat nicht nur Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach (24 Punkte) im Vergleich zum Tabellenzweiten vom Friedengrund sogar schon mehr Heimspiele absolviert.
Damit wurde ein großes Ziel von Sportvorstand Denis Stogiannidis erreicht. „Wir wollen in der MS Technologie-Arena wieder eine Heimmacht werden“, hatte Stogiannidis auch nach dem Rücktritt von Coach Ryszard Komornicki als Interimsbetreuer zusammen mit Athletiktrainer Alois Ribeiro großen Anteil, dass die Nullachter in der Restsaison die Großaspacher vom Thron stoßen können.
Der große Vorteil?
Es sollte also für das neue Trainerteam – Mario Klotz (Chefcoach), Adam Adamos (Co-Trainer) und Daniel Siegler (Torwart) – ein Vorteil sein, dass mit der SG Sonnenhof Großaspach (2. März, 15.30 Uhr/1., 42 Punkte), dem 1. Göppinger SV (4. Mai, 15.30 Uhr/3., 41), dem FSV Hollenbach (12. Mai, 15.30 Uhr/4., 32.) und dem 1. FC Normannia Gmünd (16. März, 15.30 Uhr/5., 32.) alle Spitzenteams noch in den Friedengrund fahren müssen.
Auch der ambitionierte 1. CfR Pforzheim (7., 28), der unter Neu-Coach Thomas Herbst noch eine Aufholjagd starten will, gastiert noch in der MS Technologie-Arena. Wenn die Goldstädter am 1. Juni (15.30 Uhr) am 34. und letzten Spieltag in Villingen ihre Visitenkarte abgeben, dann wollen die Nullachter um Star-Neuzugang Daniel Caligiuri mindestens den Sprung in die Aufstiegsrelegation perfekt machen. Am liebsten würden Spielführer Tevfik Ceylan und Co. aber Meisterschaft und Direktaufstieg in die Regionalliga Südwest mit den Fans bejubeln.
Aber aufgepasst
Diese sind auch ein Grund dafür, dass aus dem Friedengrund wieder eine Festung geworden ist. Knapp 700 Zuschauer (698) wollten bisher die Heimspiele des Tabellenzweiten sehen. Nur der SSV Reutlingen lockt – laut transfermarkt.de – mehr Besucher an (780).
In der vergangenen Runde waren zu den Oberliga-Heimspielen der Stuttgarter Kickers übrigens 3457 Fans gekommen.
Diese sahen, dass es aber in Sachen Meisterschaft nicht nur auf die Heimstärke ankommt. Die Degerlocher holten „nur“ 38 ihrer am Ende 84 Punkte im heimischen GAZi-Stadion. Vizemeister Großaspach tütete in der WIRmachenDRUCK Arena sogar 46 Zähler ein – und verpasste in der Relegation die Regionalliga-Rückkehr.
Volleyball
Dies wiederum sollte den Panthers (ProB) und den Volleyball-Drittliga-Teams aus Villingen und Schwenningen etwas Mut für die Restsaison machen. Die TG Schwenningen hat bisher in der Hoptbühlhalle in neun Spielen elf Punkte geholt.
Der Tabellenneunte hat aber mit insgesamt 18 Zählern noch gute Chancen auf den Klassenerhalt. Schlechter sieht es da aus für die Damen des TV Villingen, die bisher in der Hoptbühlhalle bei zwei Punkten noch keinen Heimsieg einfuhren. Allerdings sollte der jüngste Sieg in Umkirch den Volleyballerinnen Auftrieb geben.
Black Forest Panthers
Dagegen feierten die Black Forest Panthers in der ProB Süd bisher zwei Heimsiege. Dennoch reicht es bisher für die Basketballer nach einer enttäuschenden Saison nur zum letzten Rang. In der Fremde wurde erst ein Erfolg bejubelt.