Die Schwenninger Wild Wings kassieren in München ihre elfte Saisonniederlage. In den kommenden Partien gegen Mannheim und Köln steht das Team von Headcoach Steve Walker erneut unter Druck.
Eigentlich hatten die Schwenninger Wild Wings viele der oft zitierten Siegerqualitäten gezeigt. Sie hatten dem Spiel im ersten Drittel ihren Stempel aufgedrückt, waren mit 21:8 abgegebenen Schüssen die gefährlichere Mannschaft. Sie hatten Moral bewiesen – sowohl beim 1:1-Ausgleich als auch später beim 2:3-Anschlusstreffer und der Phase unmittelbar danach. Sie hatten bei den Traumtoren von Zach Senyshyn und Matthew Puempel sogar ein wenig gezaubert. Dennoch musste Headcoach Steve Walker nach der 2:4-Niederlage in München resümieren: „Es war eine bittere Niederlage gegen einen guten Gegner.“
Walker: „Nicht geduldig genug“
„Im ersten Drittel haben wir vieles richtig gemacht. Natürlich war das erste Tor ein Rückschlag, aber mit dem späten Ausgleich haben wir es zu einem sehr guten Auswärtsdrittel gemacht. Im zweiten Drittel hatten wir Probleme mit Strafen und München hat viel Druck auf uns ausgeübt“, so Walkers Analyse zu den ersten beiden Spielabschnitten. Nach dem erneuten Rückstand sei seine Mannschaft in der Offensive dann „nicht geduldig genug“ gewesen, um das Comeback noch zu schaffen.
Kein Comeback nach Doppelschlag
Auch Routinier Mirko Höfflin, der in München sein 600. DEL-Spiel absolvierte, meinte nach der Partie: „Eigentlich haben wir ein gutes Spiel gemacht.“ Der Doppelschlag der Münchner im zweiten Drittel durch Taro Hirose und Nicolas Krämmer erwies sich im weiteren Spielverlauf aber als zu hohe Hypothek. „Da haben wir zweimal die Scheibe hergeschenkt und München war eben kaltschnäuzig“, ärgerte sich Höfflin.
Adler und Haie warten
Lange Zeit, die elfte Saisonniederlage zu verdauen, haben die Wild Wings einmal mehr nicht. Bereits in dieser Woche stehen zwei weitere Hochkaräter auf dem Spielplan: das Derby gegen die Adler Mannheim am Freitagabend (19.30 Uhr) und das Auswärtsspiel bei den Kölner Haien am Sonntag (16.30 Uhr). Wie so oft in der laufenden Saison fühlt es sich so an, als würden die Schwenninger mit dem Rücken zur Wand in diese Partien gehen. Der 7:3-Kantersieg bei den Nürnberg Ice Tigers am vergangenen Freitag war rückblickend betrachtet doch nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Die Shootout-Niederlage gegen Straubing am Sonntag und nun die Pleite in München unter der Woche erhöhen den Druck auf Steve Walker und seine Mannschaft erneut.
Zum Punkten verdammt
Mit weiteren Niederlagen gegen die Adler und Haie – aktuell auf den Rängen 6 und 5 der DEL-Tabelle – würden die elftplatzierten Wild Wings Gefahr laufen, langsam aber sicher von den Kellerkindern aus Augsburg, Iserlohn und Düsseldorf eingeholt zu werden. Auf der anderen Seite will man unbedingt verhindern, dass der Rückstand auf die Teams auf den Pre-Playoff-Plätzen – Wolfsburg, Nürnberg, Straubing und Frankfurt – nicht zu groß wird. Kyle Platzer sagte in der vergangenen Woche im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir kommen so langsam in die Phase der Saison, in der sich die Tabelle etwas festigt und es immer schwerer wird, Teams einzuholen.“ Also: Die Wild Wings wollen und müssen punkten.