Die Stimmung im Lager der Wild Wings war nach dem 2:0-Arbeitssieg in Dresden zwiegespalten. Am Sonntag geht es für die Neckarstädter daheim gegen Iserlohn weiter.
Der 2:0-Auswärtssieg in Dresden war sicherlich nicht das beste Spiel dieser Schwenninger Saison. Noch war er das ansehnlichste oder unterhaltsamste. Es war ein Arbeitssieg – und dennoch der perfekte Re-Start nach der Deutschland-Cup-Pause. „Wir müssen Dresden Respekt zollen. Sie haben uns viel abverlangt“, sagte Wild-Wings-Headcoach Steve Walker nach der Partie über das DEL-Schlusslicht. „Das Spiel hätte in beide Richtungen gehen können. Wir sind glücklich darüber, auf der richtigen Seite zu stehen.“
Ein 50:50-Spiel
Auch Keeper Joacim Eriksson, der mit einer überragenden Leistung seinen zweiten Shutout der Saison sicherte, stellte klar: „Es war ein 50:50-Spiel. Aber es war sehr schön, mit einem Sieg aus der Pause zu kommen.“ Trotz der Freude über den durch Tore von Zach Senyshyn und Thomas Larkin erspielten Sieg, hatte der 35-Jährige auch kritische Worte für seine Mannschaft übrig: „Ich habe das Gefühl, dass wir den guten Gegnern oft einen richtigen Kampf liefern. Gegen die Teams, die in der Tabelle unter uns stehen, sinkt unser Niveau aber“, so der schwedische Routinier.
Deshalb war die Devise nach diesem hart erkämpften Arbeitssieg – insgesamt wurden satte 84 Strafminuten verteilt – gegen die Eislöwen klar: „Am Sonntag müssen wir besser sein.“
Die Lage in Iserlohn
Denn für die Wild Wings geht es am Sonntag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters weiter. Die Sauerländer verloren am Freitag bei ihrem Re-Start daheim gegen Ingolstadt mit 5:6 nach Verlängerung. Iserlohn hatte eine zwischenzeitliche 5:2-Führung verschenkt.
Weil die Tabellensituation bei den Roosters (13./11 – bereits sieben Punkte Rückstand auf den Drittletzten Frankfurt) sehr angespannt ist, rechnet Schwenningens Coach Steve Walker – wie in Dresden – „mit einem Gegner,der mit dem Rücken zur Wand steht und jeden Punkt braucht“.
Die Probleme in Iserlohn bisher in dieser Saison liegen auf der Hand. Die Defensive ist zwar im Vergleich zum Vorjahr, als die Roosters erst kurz vor dem Ende der Hauptrunde den Klassenerhalt sicherten, stabiler geworden, doch im Angriff sind bisher 38 erzielte Tore (zweitschlechtester Wert der Liga) zu wenig. Auch wenn der Königstransfer, Nationalstürmer Daniel Fischbuch (bisher 18 Scorerpunkte) gegriffen hat.
Um die Offensiv-Probleme zu beheben, wurde nun auch Stürmer Anthony Camara (Der 32-Jährige spielte zuletzt in der KHL bei Lada Togliatti) verpflichtet. Camara trug vor sieben Jahren bereits das Trikot der Sauerländer.
Im ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison gewannen die Wild Wings am 14. September in Iserlohn mit 3:2 nach Penaltyschießen.
Rückblick auf den 18. Spieltag
Auch an diesem 18.Hauptrunden-Spieltag in der DEL gab es Bemerkenswertes: Erneut gewann Frankfurt – wie im ersten Spiel – das Derby gegen Mannheim (3:2). Ein gelungenes Debüt des neuen Löwen-Trainers Tom Pokel. Für die Zuschauer waren die 13 Tore beim Bayern-Derby Augsburg gegen Straubing (4:9) sicherlich ein Genuss – für die beiden Trainer bestimmt nicht. Die weiteren Ergebnisse am Freitag: Nürnberg – Berlin 4:5 n.V. und Wolfsburg – Köln 3:4.