Das ist noch einmal gut gegangen: Phil Hungerecker (Mitte) erlöste die Wild Wings mit seinem Treffer zum 3:2 in der 59. Minute in dem komplizierten Heimduell gegen Iserlohn. Foto: Roland Sigwart

Was passiert jetzt am Sonntag? Schwenningen (in Mannheim) und die Grizzlys (in Augsburg) kämpfen um das Heimrecht. Kopfschütteln über den Kölner Auftritt in Wolfsburg.

Dieser vorletzte und 51. Hauptrundenspieltag der DEL war am Freitagabend einfach irre! Mittendrin die Wild Wings (8./72), die einen Last-Minute-Heimsieg gegen Iserlohn (3:2) feierten und nun in den Pre-Playoffs (Modus „Best of 3“) auf Wolfsburg (9./71 – 8:5 gegen Köln) ab kommenden Mittwoch treffen.

 

Nürnberg ist definitiv nach der 4:6-Heimniederlage gegen Bremerhaven Zehnter und wird in der anderen Pre-Playoff-Serie ab Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Piguins (7.) oder gegen Berlin (6.) spielen.

Zwischen den Wild Wings und Wolfsburg muss am Sonntag (alle Spiele 14 Uhr) nun noch das Heimrecht im Fernduell geklärt werden. Die Schwenninger gastieren in Mannheim – Wolfsburg tritt in Augsburg an. Der Tabellenachte darf dann auf eigenem Eis am Mittwoch beginnen.

Spektakel in Wolfsburg und München

66 Tore fielen insgesamt in den sieben Partien des vorletzten DEL-Hauptrundenspieltages. Was der souveräne Hauptrunden-Meister Köln beim 5:8 in Wolfsburg allerdings veranstaltete, löste auch in Schwenningen Kopfschütteln aus.

Kölns Coach Kari Jalonen hatte seinen Top-Keeper Janne Juvonen, um ihm eine Pause zu gönnen, erst gar nicht mit nach Wolfsburg genommen. Nach rund zehn Minuten stand es bereits 4:0 für die Grizzlys. Haie-Torhüter Felix Brückmann machte Tobias Ancicka Platz, der aber ebenfalls noch vier Buden kassierte. Immerhin glichen die Rheinländer zwischenzeitlich zum 4:4 und 5:5 aus.

Kölns Angreifer Louis-Marc Aubry gestand nachher aber ein: „Dass wir so schnell mit 0:4 hinten lagen, war nicht so gut. Aber wir haben Charakter gezeigt.“ Mit der dritten Niederlage in Folge „dümpeln“ also die Kölner gemütlich in Richtung Playoff-Viertelfinale. „Wettbewerbsverzerrung“ wäre dennoch in diesem Fall ein zu großes Wort.

Auch kurios: Die Münchner fertigten daheim den Tabellenzweiten und CHL-Anwärter Straubing mit sage und schreibe 10:1 ab und feierten ihren höchsten Sieg in ihrer DEL-Geschichte.

Steve Walker sieht am Ende die positiven Aspekte

Schwenningens Trainer Steve Walker hatte der Auftritt seiner Mannschaft gegen Iserlohn in einigen Phasen des Spiels nicht so gut gefallen: „Iserlohn war das bessere Team. Aber am Ende zählt für uns, dass wir dennoch gewonnen haben. Wir haben nie die Chance verloren, den Sieg zu holen.“

Sebastian Uvira, der in der 59. Minute vorzüglich den 3:2-Siegtreffer von Phil Hungerecker vorbereitet hatte, sah es ebenso wie sein Trainer: „Iserlohn hatte keinen Druck mehr. So gut haben sie auch gegen uns dann gespielt. Wir hatten Druck. Bei uns versprang doch einige Male die Scheibe.“

Die Schwenninger Mannschaft hatte sich übrigens erst nach der Heimpartie – bewusst, um den Fokus aufs eigene Spiel nicht zu verlieren – über das Ergebnis in Wolfsburg informiert.

Ausgerechnet in Mannheim

Nun geht es am Sonntag ausgerechnet am letzen Hauptrundenspieltag für die Schwäne nach Mannheim. Die Adler (3./100) unterlagen am Freitag mit 2:4 in Berlin und wollen noch den Zweiten Straubing abfangen.

Steve Walker ist überzeugt, „dass wir eine Top-Leistung in Mannheim brauchen, um zu punkten.“ Sebastian Uvira zieht die Thematik „Derby“ heran: „Wir wissen ja, dass vieles möglich ist. Jeder von uns möchte vermeiden, dass wir in der kurzen Pre-Playoff-Serie vielleicht zwei Mal nach Wolfsburg müssen.“

Die bisherigen Saisonduelle

In der bisherigen Saisonbilanz zwischen Schwenningen und Mannheim führen die Adler mit 2:1. Am 17. Oktober gewannen die Wild Wings mit 3:0 in der SAP Arena. Am 28. November verloren die Schwäne daheim mit 2:4, hätten aber in einem starken Schlussdrittel den Ausgleich schaffen können. Chancenlos war Schwenningen am 12. Dezember mit 0:5 in der Helios Arena.

X-Buchungs und Reise-Optionen

Der Schwenninger Athletik-Coach Hendrik Kolbert gilt bei den Wild Wings auch als Organisationstalent. Ihm obliegen während der Saison die Hotelbuchungen und generellen Reiseplanungen. Als am Freitagabend feststand, dass es auf jeden Fall in den Pre-Playoffs gegen Wolfsburg geht, konnte Hendrik Kolbert bei seinen zuletzt aufgestellten, verschiedenen Optionen (Sechs Hotels in vier Städten geblockt!) den Rotstift ansetzen.

Auch wenn die Wild Wings am kommenden Mittwoch zuerst in Wolfsburg antreten müssen, werden sie nach dem Spiel in Mannheim am Sonntagabend noch einmal kurz nach Schwenningen zurückkehren.

Sollten die Wolfsburger, die am Sonntag in Augsburg gastieren, am Mittwoch zuerst in Schwenningen spielen, ist bei den Grizzlys offen, ob sie Montag und Dienstag dann nicht gleich in Süddeutschland bleiben. Es gibt viel zu tun und zu planen in dieser herrlichen Eishockey-Zeit – auch neben dem Eis!