Der lange verletzte Stürmer arbeitet hart an seinem Comeback und sagt: „Ich denke momentan nur von Woche zu Woche.“ Wie er die Spiele seines Teams verfolgt.
Während die Schwenninger Mannschaft an diesem Vormittag noch ein leichtes Eistraining absolviert und sich dann auf das DEL-Duell in Straubing (Mittwoch, 19.30 Uhr) vorbereitet, wird Angreifer Phil Hungerecker wieder eine Athletik-Einheit in der Helios Arena absolvieren und anschließend auch auf dem Eis trainieren. Ein Besuch beim Physiotherapeuten ist ebenfalls geplant.
Das Spiel in Straubing wird er wieder am Fernseher verfolgen. „Vor allem analytisch, aber auch natürlich emotional“, berichtet Phil Hungerecker mit einem Lächeln.
Am 2. Weihnachtsfeiertag kracht es
Kurz nach Weihnachten passierte es: Im Heimspiel gegen die DEG brach sich Phil Hungerecker in einem Zweikampf das Schlüsselbein. Die erst zweite schwere Verletzung in der Karriere des 30-Jährigen, der sich früher lediglich noch mit einem Wadenbeinbruch einmal auseinandersetzen musste.
Gegen Düsseldorf war Schwenningens Nummer 94 sofort klar, „dass irgendetwas Gravierendes im Schulterbereich nicht mehr stimmte“. Nur einen Tag später wurde er im Schwarzwald-Baar-Klinikum erfolgreich an der Schulter operiert. Die nicht ganz glatte Bruchstelle stabilisierten die Ärzte mit sechs Schrauben und zwei Platten.
Der Schock in den ersten Stunden nach der Verletzung saß bei ihm tief: „Mein erste Gedanken beschäftigten sich mit dem Aspekt, dass ich jetzt den Jungs eine Zeit lang nicht mehr helfen kann.“
Sein einziger Trost zwischen den Jahren: „Meine Schwiegereltern waren gerade zu Besuch bei uns in Villingen. Ich wurde rundum daheim bestens versorgt“, blickt er zurück und lacht.
Sein Aufbauprogramm
In den ersten sechs Wochen konnte der gebürtige Lüneburger nur auf dem Ergometer fahren. Dies war aber sehr wichtig, um die Grundkondition zu halten. Außerdem stand in dieser Zeit viel Krankengymnastik beim Physiotherapeuten an. Ende Januar konnte der Stürmer erstmals wieder mit Gewichten trainieren. „Mit leichten sechs Kilo haben wir angefangen“, arbeitete der Schwenninger Leistungsträger nun eng mit Athletik-Coach Hendrik Kolbert zusammen.
Die Belastung wurde im Februar kontinuierlich gesteigert. In der vergangenen Woche trainierte Phil Hungerecker erstmals wieder mit der Mannschaft – allerdings im roten Trikot, das ihn bei den Zweikämpfen noch ausschließt.
Es geht gut voran, der Stürmer liegt voll im Zeitplan. „Bei einer Schlüsselbeinfraktur geht man in der Regel von acht bis zehn Wochen Pause aus. Also denke ich jetzt schon von Woche zu Woche und wünsche mir sehr bald wieder spielen zu können.“
Seine Ziele in den nächsten Wochen
Die Nummer 94 hat in den vergangenen Jahren auch durch seine Zielstrebigkeit, seinen Ehrgeiz und auch seine Selbstkritik immer beeindruckt. „Ich bin mit dieser Saison, gerade auch für mich, noch längst nicht fertig. Ich hatte keine gute Anfangsphase. Vor der Verletzung lief es dann wieder besser. Daran möchte ich bei meiner Rückkehr anknüpfen.“
Seine sportliche Zukunft sei noch offen, sagt er. „Darüber sprechen wir, wenn ich wieder zurück bin.“ Sein Comeback wird den Wild Wings in der schönsten und spannendsten Zeit der Saison sehr guttun.