Die Wild Wings jubeln: Das 4:1 gegen den DEL-Spitzenreiter Straubing zeigte am Freitag, dass die Schwenninger bei einer guten Tagesleistung jedes Team der Liga schlagen können. Foto: Roland Sigwart

Weshalb der Sieg der Wild Wings gegen den DEL-Spitzenreiter Straubing so wichtig war. Wie sich ein Rückkehrer fühlt. In Köln erwartet die Neckarstädter eine hohe Hürde.

Die Wild Wings feierten am Freitagabend einen wichtigen 4:1-Sieg daheim gegen den DEL-Spitzenreiter Straubing. Wichtig deshalb, weil dieser gezeigt hat, dass die Schwenninger, spielen sie auf einem oberen Level, jedes Team der Liga besiegen können. Nach der unnötigen 3:4-Niederlage nach Verlängerung in Dresden am Mittwoch hatte es dieses Erfolgserlebnis unbedingt gebraucht. Vor dem Sonntag-Spiel in Köln rückten die Schwäne in der Tabelle mit 34 Punkten auf Rang sieben vor.

 

Die Stimmen nach dem 4:1

Wild-Wings-Coach Steve Walker freute sich nach dem Heimerfolg auch über die – im zweiten und dritten Drittel – starke Leistung seiner Mannschaft gegen die Tigers: „Wir haben anfangs etwas Zeit gebraucht, um uns dem hohen Tempo von Straubing anzupassen. Im zweiten Drittel haben wir sehr gut aus der eigenen Zone herausgespielt, die Eins-gegen-Eins-Situationen erfolgreich gelöst. Mit unserem guten Powerplay hatten wir dann auch das Momentum auf unserer Seite. Es war wichtig, dass wir mit einer 2:1-Führung ins letzte Drittel gehen konnten. Es war auch positiv, dass wir Straubing dann in der Schlussphase die zweiten Chancen nehmen konnten.“

Sebastian Uvira

Maßgeblich an den vier Toren war Sebastian Uvira (drei Assists) beteiligt. Der Schwenninger Angreifer freute sich auch für die Fans am Freitagabend: „Ich glaube, sie haben ein tolles Spiel gesehen. Es fühlt sich definitiv gut an, wenn man der Mannschaft helfen kann – auch mit Pässen. Wichtig ist aber, dass wir heute zuhause gegen den Ersten drei Punkte geholt haben. Wir haben in den vergangenen Spielen zwar Punkte geholt, aber es waren nicht unsere besten Spiele. In den letzten 40 Minuten haben wir heute aber gut gespielt und uns am Ende belohnt.“

Craig Woodcroft

Der Straubinger Trainer machte die Niederlage seines Teams an zwei Punkten fest: „Die Wild Wings hatten ein sehr gutes Powerplay. Wir hatten im letzten Drittel unsere Chancen, hier noch zu punkten, waren aber nicht scharf und griffig genug.“

Tylor Spink

Nicht wenige Schwenninger Fans waren vor dem Spiel bei der Bekanntgabe der Aufstellung überrascht, dass Tylor Spink – erstmals in dieser Saison – rausrotierte. Für Coach Steve Walker aber ein normaler Vorgang: „Wir haben elf fitte Importspieler, aber nur zehn können spielen. Wir passen unsere Formation auch von Spiel zu Spiel an unsere Aufgaben an.“

Walker lobte die neu zusammengestellte Angriffsreihe mit Tyson Spink, Sebastian Uvira und Jordan Szwarz: „Sie haben es sehr gut gemacht.“ Tyson Spink schnürte gegen Straubing ein Doppelpack.

Tim Gettinger

Seit zwei Spielen ist der im Sommer verpflichtete Angreifer – nach einer achtwöchigen Verletzungspause (Hand-Fraktur) – zurück im Schwenninger Spiel. Tim Gettinger ist zwar natürlich noch nicht wieder bei 100 Prozent Leistungsvermögen, aber Steve Walker freut sich über die Fortschritte des US-Amerikaners. „Tim ist ein sehr smarter Spieler, agiert sehr viel in den gefährlichen Situationen. Er macht viele Sachen richtig und ist ein wichtiger Teil unseres Teams. Defensiv hat er gegen Straubing sehr gut gearbeitet – offensiv wird sich Tim nun weiter steigern“, ist der Schwenninger Trainer überzeugt.

Der Stürmer selbst ist glücklich, wieder zurück zu sein. „Es war keine einfache Zeit. Du bist in einem für dich neuen Land und verletzt dich im ersten Spiel so schwer. Aber die Mannschaft hat mir in den vergangenen Wochen sehr geholfen.“

Der Blick auf das Köln-Spiel

Für die Wild Wings geht es am Sonntag (18 Uhr) bei den Kölner Haien (4./37) weiter. Der letztjährige Play-off-Finalist verlor am Freitag daheim mit 3:4 nach Penaltyschießen gegen Augsburg. Trainer Kari Jalonen zeigte sich nach dem Spiel mit der Leistung seines Teams nicht einverstanden: „Uns haben in allen Bereichen jeweils fünf Prozent gefehlt. Auch waren wir nicht immer konzentriert.“ In bisher elf Heimspielen haben die Raubfische daheim 22 Punkte geholt (Platz vier der Heimtabelle).

Als vor vier Wochen Coach Kari Jalonen bereits seinen Abschied zum Saisonende ankündigte, kamen im Kölner Umfeld Befürchtungen auf, dass der Finne, der nach vielen Jahren im Ausland in seine Heimat zurückkehrt, im Team vielleicht die Spannung in den kommenden Monaten nicht mehr hochhalten kann.

Doch diese Zweifel sind ersteinmal ausgeräumt. Leistungsmäßig und spielerisch liegen die Haie bislang im grünen Bereich. Im ersten Aufeiandertreffen mit den Wild Wings in dieser Saison trumpften die Rheinländer am 19. September in der Helios Arena mit einem 4:1 richtig auf.

Was am Freitag sonst noch los war

Am 20. DEL-Hauptrunden-Spieltag gab es am Freitag wenig Überraschendes: Im Kellerduell feierten die Frankfurter einen wichtigen 3:0-Heimsieg gegen Iserlohn. Mannheim erledigte seine Pflichtaufgabe gegen Schlusslicht Dresden mit 3:1. Allerdings mit dem 3:1-Sieg der Münchner beim Titelverteidiger Berlin und mit dem 5:4-Erfolg der Nürnberger in Bremerhaven konnte zuvor nicht unbedingt gerechnet werden.