Imponierend: Jeweils mit einem „Sweep“ sind die Krefeld Pinguine in den DEL2-Playoffs ab dem Viertelfinale zum Meistertitel durchmarschiert. Doch die sportliche Zukunft des Traditionsclubs vom Niederrhein ist völlig offen. Foto: JMD

Warum die Dresdner wieder hoffen. Viele Abgänge in Köln und München. Was Ex-Wild-Wings-Geschäftsführer Jürgen Rumrich nun vorhat.

Stell dir vor, du bist souverän Meister in der DEL2 geworden, hast längst die Lizenz für die DEL beantragt, doch es klappt nach vier Jahren doch nicht mit der Rückkehr ins deutschen Eishockey-Oberhaus.

 

So könnte es dem Champion Krefeld ergehen, der am Freitagabend mit einem 5:2 in der Finalserie gegen Kassel den Deckel draufmachte. Viele Pinguine-Fans empfingen ihr Team am Samstag um vier Uhr früh bei dessen Rückkehr an der Krefelder Yahyla Arena.

Die DEL2-Saison der Pinguine um Erfolgscoach Thomas Popiesch war imponierend. Der Hauptrundenmeister marschierte mit jeweils einem „Sweep“ – im Viertelfinale gegen Landshut, im Halbfinale gegen Regensburg und nun in der Finalserie gegen den Mitfavoriten Kassel – durch die Playoffs. Nach vier Jahren steht sportlich die Rückkehr der Krefelder in die DEL fest. Die Rheinländer erhielten aus der deutschen Eishockey-Szene – auch von Schwenninger Fans – viele Gratulationen. Keine Frage, die Pinguine wären, vor allem mit ihrem starken Fan-Umfeld, als Rückkehrer eine große Bereicherung in der deutschen Eliteklasse.

Reicht das Geld?

Die Betonung liegt aber auf „wären“, denn sicher ist der Wiederaufstieg noch lange nicht. Es geht bei der aktuellen Krefelder Problematik im Kern um die Finanzen. Mit 60:40 bezifferte am Wochenende Krefelds Geschäftsführer Peer Schopp die Chancen, dass der Club noch die 1,4 Millionen Euro DEL-Bürgschaft bis zum 17. Mai (Fristende) aufbringen kann.

Die Erfolgswelle hat auf jeden Fall für weitere positive Stimmung bei den Gesellschaftern und bei den Sponsoren gesorgt. Doch ob die Pinguine das notwendige Geld zusammenbringen, ist noch völlig offen. Intern soll es auch skeptische Stimmen in Krefeld in Sachen Wiederaufstieg geben.

Mit den Zweifeln in Krefeld keimt beim eigentlichen DEL-Absteiger Dresden neue Hoffnung auf den Klassenerhalt auf. Allerdings befinden sich die Eislöwen bei ihren personellen Planungen voll im Umbruch mit eigentlicher Blickrichtung DEL2. Es bleibt spannend, welcher Club den 14. Platz in der DEL in der kommenden Saison einnimmt.

Red Bull München

Sechs Spieler haben die Münchner inzwischen verabschiedet, darunter auch Torhüter Simon Wolf, der an diesem Sonntag wohl in Schwenningen als Neuzugang bekanntgegeben wird sowie auch Konrad Abeltshauser, der zukünftig für Frankfurt spielt. Ebenso wird U23-Stürmer Vadim Schreiner von München zu den Wild Wings wechseln (wir berichteten).

Neu kommen nach München Elis Hede (aus Straubing) und Lucas Thalter (Red Bull Salzburg).

Kölner Haie

Den Schwenningen-Bezwinger werden Torhüter Tobias Ancicka (Er wechselt wohl nach Augsburg), Top-Verteidiger Oliwer Kaski (wohl in die SHK), Markus Nutivaara (Tappa Tampere), Sten Fischer, Robin van Calster, Tanner Kero, Dominik Uher (wohl nach Frankfurt), Parker Tuomie (wohl nach Bremerhaven) und Nate Schnarr (wohl Ambri-Piotta) verlassen. Nationalspieler Daniel Fischbuch wird neu kommen.

Jürgen Rumrich

Nach vier Jahren erfolgreicher Arbeit beim Zweitligisten Blue Devils Weiden verlässt der frühere Wild-Wings-Manager Jürgen Rumrich auf eigenen Wunsch den Club. Konkret hat der frühere Nationalspieler schon eine neue sportliche Aufgabe im Blick. Doch dies wird erst in ein paar Tagen offiziell.