Was die Wild Wings aus der 5:6-Niederlage gegen Köln mit ins Heimspiel am Dienstag gegen Ingolstadt nehmen. Steve Walker erklärt auch, was auf der Bank passierte.
Die vergangenen Tage rund um die Wild Wings waren geprägt von Kritik, negativen Ergebnissen, der achten und neunten Niederlage in Folge sowie vielen Zweifeln. Kurz vor dem Jahreswechsel ist aber wieder auch einmal Zeit für Positives.
Tor-Spektakel in Köln – Was auf der Wild-Wings-Bank passierte
Der Auftritt der Neckarstädter am Sonntagabend beim DEL-Spitzenreiter Köln macht neuen Mut. Beim 5:6-Spektakel hätten die Schwenninger am Ende fast noch die Verlängerung erreicht. Letztendlich war der 0:4-Rückstand nach 22 Minuten für die Gäste jedoch eine zu große Hypothek gegen das aktuell stärkste Team der Liga. Aber fünf Tore in Köln zu erzielen, muss man erst einmal schaffen. Normalerweise hätten diese für mehr reichen müssen.
Coach Steve Walker lobte: „Die Mannschaft hat bis zum Ende sehr gut gekämpft und immer an sich geglaubt. Das war wichtig im Hinblick auf unsere nächsten Spiele.“
Der Kanadier berichtete von den Gefühlen seiner Spieler auf der Bank während des Duells gegen die Haie. „Nach dem 0:3 hat sich bei ihnen der Wind gedreht. Sie haben gewusst, dass sie nichts mehr zu verlieren hatten, haben sich von dem ganzen Ballast etwas befreit und frei aufgespielt. So müssen wir es am Dienstag auch gegen Ingolstadt von Anfang an angehen.“
Positiv ist ebenso, dass die Wild Wings (10./40) immer noch im Playoff-Bereich rangieren. Allerdings stehen die Augsburger (11./39) nur noch um einen Punkt schlechter da und haben ein Spiel weniger ausgetragen.
Klar ist, dass die kommenden vier Partien für die Schwäne – am Dienstag daheim gegen Ingolstadt, am Freitag in Augsburg, am Sonntag in Frankfurt und am Dreikönigstag in der Helios Arena gegen Wolfsburg – in Sachen Playoff-Qualifikation schon richtungsweisend werden.
Halb Trainer – halb Psychologe
Steve Walker sieht sich in diesen nicht einfachen Wochen nicht nur als Trainer, sondern auch als Psychologe. Er weiß, „dass wir mit dieser Niederlagenserie noch nie in so einer schwierigen Situation bisher gesteckt sind. Aber unsere Play-off-Chancen sind weiter intakt. Dass viele Menschen nun bei uns einiges hinterfragen, ist absolut in Ordnung. Wir müssen weiterhin Schritt für Schritt bei uns bleiben und hart weiterarbeiten.“
Geschäftsführer Stefan Wagner sieht es ebenso: „Unsere Mannschaft war zuletzt nicht so schlecht, wie es die Ergebnisse aussagen. Es kamen auch einige negativen Dinge zusammen. Natürlich wollen und müssen wir schnell in die Erfolgsspur zurück. Es ist aber wichtig, dass wir bei allem Druck die Sachlichkeit und die Ruhe bewahren.“
Die personelle Lage vor dem Dienstag-Spiel
Medizinische Entwarnung gibt es bei Angreifer Tim Gettinger, der aufgrund einer erneuten Verletzung seiner vor 14 Wochen operierten Hand nach dem ersten Drittel in Köln nicht mehr weiterspielen konnte: „Es ist glücklicherweise keine Fraktur wie damals, aber seine Hand ist stark geschwollen. Wir müssen schauen, ob es für ihn für das Spiel gegen Ingolstadt reicht“, erklärt Steve Walker.
Von der internen Grippewelle waren am Wochenende Zach Senyshyn und Arkadiusz Dziambor betroffen. Deshalb wird sich die Aufstellung gegen Ingolstadt erst im Laufe des Dienstags entscheiden.
„Wundertüte“ Ingolstadt und Rekordhalter Daniel Pietta
Von der Papierform her befindet sich Schwenningen gegen den Tabellenzweiten aus Ingolstadt am Dienstag (19.30 Uhr) in der Außenseiterrolle.
Allerdings: Sportlich ist die Mannschaft um Coach Mark French in diesen Tagen kaum auszurechnen. Ein Blick auf die vergangenen Spiele der Schanzer: 8:5 gegen Berlin, 2:3 in Dresden, 1:3 gegen München, 5:2 in Mannheim und an diesem Sonntag daheim ein mühsames 2:1 nach Penaltyschießen gegen Wolfsburg. Mit seiner 1017. DEL-Partie ist Daniel Pietta (39) nun seit Sonntag Rekordhalter in der DEL.