Seit Oktober 2017 ist der Ex-Schwenninger Trainer Tom Pokel in Straubing erfolgreich tätig. Er und Wild-Wings-Coach Steve Walker kennen sich seit Jahren gut und schätzen sich sehr. Foto: Eibner

Warum der Druck in der Play-off-Serie bei Straubing höher als bei Schwenningen ist. Wieso Coach Tom Pokel vor der Saison besonders seine Abwehr umbaut. Nicolas Mattinen ist der Top-Star. Große Freude über die Einladung zum Spengler-Cup.

Tigers-Trainer Tom Pokel und sein Team dürften es in dieser Play-off-Viertelfinalserie als Hauptrunden-Dritter gegen Schwenningen schwer haben: Neben einem starken Gegner vom Neckarursprung ist die Erwartungshaltung im Straubinger Umfeld angewachsen. Dafür gibt es einen triftigen Grund.

 

Die Play-off-Geschichte

Erstmals nach zwölf Jahren wollen die Niederbayern wieder in ein Halbfinale einziehen. Ein Viertelfinal-Fluch liegt über den Tigers. Seit 2016 sind die Straubinger vier Mal im K.o-System vor der Vorschlussrunde gescheitert. Im vergangenen Jahr stand es nach sechs Spielen gegen Wolfsburg 3:3 in der Viertelfinal-Serie. Tom Pokel und Co. setzten das entscheidende siebte Spiel mit 1:3 in den Sand und verabschiedeten sich wieder zu früh in die Sommerpause.

Tom Pokel gab vor dieser DEL-Runde in einem Interview mit dem Fachmagazin Eishockey News zu: „Dieses Aus gegen Wolfsburg ist bei uns immer noch im Hinterkopf. Im März 2024 wollen wir besser dastehen.“

Der Blick von Tom Pokel auf das Viertelfinale

Der langjährige Tigers-Trainer (seit 2017) hat aber vor anderthalb Wochen in Schwenningen nach der 2:3-Hauptrundenniederlage gegen die Wild Wings schon beschrieben, wie das Viertelfinale aus seiner Sicht laufen könnte: „Es wird sehr interessant. Beide Mannschaften sind sehr gut, hervorragend strukturiert und kennen sich auswendig. Es wird auf die Kleinigkeiten ankommen.“

Nach den vier Hauptrundenspielen zwischen beiden Teams stand es nach Siegen 2:2. Interessant auch: Nach der Saison werden die drei Straubinger Urgesteine Sandro Schönberger (Kapitän), Cody Lampl und Benedikt Kohl ihre Karriere beenden.

Die personellen Ansätze vor dieser Saison

Doch zurück zum Viertelfinal-Fluch der Tigers. Bei der personellen Planung des Kaders für diese Saison war den beiden Machern Jason Dunham (Sportlicher Leiter) und Tom Pokel die Priorität schnell klar: Die Defensive sollte entscheidend verstärkt werden. Der Plan ging bis jetzt voll auf. Die Niederbayern haben das Risiko aus ihren Spielen – im Vergleich zu früher – etwas herausgenommen.

In Tor bauten Dunham und Pokel weiter auf die leistungsmäßig auf Augenhöhe agierenden Florian Bugl (26 Einsätze bisher) und Hunter Miska (29), die beide bisher in dieser Saison voll überzeugten.

Nicolas Mattinen wurde am Montag zum Verteidiger und auch zum Spieler des Jahres in der DEL gekürt. Foto: City-Press

Top-Neuzugang Nicolas Mattinen

Die Verpflichtung von Verteidiger Nicolas Mattinen (zuletzt Villach) wurde zu einem Volltreffer. In allen 52 Hauptrundenspielen dabei, verbuchte der 26-Jährige als Defensiv-Akteur sage und schreibe 16 Tore und 30 Assists. Der Kanadier wurde am Montag nicht nur als bester DEL-Verteidiger gekürt, sondern auch als Spieler des Jahres. „Ich bin sprachlos. Ich weiß noch gar nicht, wie ich diesen großen Pokal mit nach Hause transportiere“, freute sich Mattinen riesig.

Ein weiterer Volltreffer war in der Abwehr der Zugang des 37-jährigen Routiniers Justin Braun (961 NHL-Spiele). Zu dem starken Gesamtbild in der eigenen Zone passt der Neuzugang Philip Samuelsson (aus Bremerhaven). Mit 130 Gegentoren nach der Hauptrunde besitzen die Tigers die zweitbeste Defensive in der DEL. Ebenso überdurchschnittlich ist das starke Powerplay (21,8 Prozent, 2. Platz nach der Hauptrunde) und das ausgezeichnete Penaltykilling (88,3 Prozent, 1. Platz).

Spengler-Cup

Vor dem ersten Spiel am Samstag daheim gegen Schwenningen erhielten die Tigers bereits eine tolle Nachricht.

Erstmals wurden sie zum Spengler-Cup Ende Dezember in Davos eingeladen. Geschäftsführerin Gaby Sennebogen wird auf der Homepage zitiert: „Diese Einladung ehrt uns sehr und zeigt, dass die Entwicklung unseres Clubs in den vergangenen Jahren auch auf internationaler Ebene geschätzt wird.“ Doch jetzt heißt es erst einmal: Play-off-Viertelfinale gegen Schwenningen.

Vergleich zwischen Wild Wings und Straubing Tigers

Die Hauptrunde: Wild Wings: 6. Platz, 159:145 Tore – Straubing Tigers: 3., 167:130. Powerplay: Wild Wings: 15,3 Prozent Erfolgsquote, 13. Platz nach der Hauptrunde – Straubing: 21,8 Prozent, 2. Platz. Unterzahl: Wild Wings: 84,4 Prozent, Platz 6 – Straubing: 88,3 Prozent – Platz 1. Torhüter: Wild Wings: Joacim Eriksson 2,35 Gegentore im Schnitt, Platz 5 – Straubing: Florian Bugl, 2,06, Platz 1. Top-Verteidiger: Wild Wings: Benjamin Marshall (6 Tore/19 Assists), Platz 15 – Straubing: Nicolas Mattinen (16/30), Platz 1. Topscorer: Wild Wings: Kyle Platzer (44 Punkte, 17 Tore/27 Assists) , Platz 15 – Straubing: Nicolas Mattinen (16/30), Platz sieben.