Sehr glücklich zurück bei den Wild Wings: Thomas Larkin (rechts) und Alex Trivellato freuen sich nach den für sie „großartigen“ Olympischen Spielen nun mit ihrem Schwenninger Team auf den Kampf um die Playoff-Plätze. Foto: Michael Bundesmann

Was die beiden Wild-Wings-Verteidiger Thomas Larkin und Alex Trivellato alles bei Olympia in ihrem Heimatland erlebten. Welche Erinnerungen und Momente bleiben.

Sie sind zurück. Überwältigt und emotional noch sehr angefasst von vielen großartigen Erlebnissen bei den Olympischen Spielen in ihrem Heimatland Italien. Die beiden Wild-Wings-Verteidiger Thomas Larkin und Alex Trivellato haben viel zu erzählen – schildern ihre Gefühle. „Es war etwas ganz Besonderes in unserem Leben.“ Die beiden Nationalspieler freuen sich nun auf die restliche Saison mit ihrem Schwenninger Team.

 

Thomas und Alex, beginnen wir mit dem ersten Gruppenspiel ihrer italienischen Mannschaft gegen Schweden (2:5, Anm.d.Red.). Wie sah Ihre Gefühlswelt bei diesem Olympia-Debüt aus?

Thomas Larkin: Es war Wahnsinn. Es war cool, ein solches erstes Spiel bei den Olympischen Spielen vor 12 000 Zuschauern zu erleben. Dies vor meiner Familie und vielen Freunden.

Alex Trivellato: Ich fasse das für alle unsere Spiele zusammen: Es war einfach Gänsehaut pur beim Rein- und beim Rauslaufen. Es war grandios, in dieser Arena zu spielen. Jeder hat uns unterstützt. Es war ein Wahnsinnsgefühl. Jedes Haar ist bei mir hochgestanden.

Generell haben Sie mit der Mannschaft gegen Weltklasse-Gegner starke Leistungen gezeigt.

Thomas Larkin: Ich denke, dass wir die Erwartungen übertroffen haben. Für uns war wichtig, das italienische Eishockey gut zu präsentieren. In den ersten zwei Gruppenspielen gegen Schweden und gegen die Slowakei waren wir nah dran.

Was war für Sie persönlich das Highlight dieser Spiele?

Alex Trivellato: Die Eröffnungsfeier vor 80 000 Zuschauern. Als Andrea Bocelli gesungen hat, sind bei mir auch ein paar Tränchen geflossen. Du schaust dich im San-Siro-Stadion um und denkst du lebst in einem Traum.

Thomas Larkin: Auch für mich war die Eröffnungsfeier ein unglaubliches Erlebnis. Aber auch das erste Training in der neuen und wunderschönen Arena bleibt unvergessen. Du freust dich, endlich da zu sein. Du siehst die olympischen Ringe in der Halle. Alles war neu. Ich weiß noch, wie ich nach dem Training noch minutenlang alleine hinter der Bande auf der Bank gesessen bin, um es einfach nur zu genießen.

Sie wollten doch mit einigen NHL-Stars Selfies machen.

Alex Trivellato (lacht): Es hat nur bei einem geklappt. Nach dem Spiel gegen die Schweden konnte ich eines mit Erik Karlsson machen, der unser Team auch lobte.

Was konnten Sie von den Olympischen Spielen in Mailand noch alles sehen?

Thomas Larkin: Wir haben uns einmal nach unserem Training das Spiel der Kanadier gegen Tschechien angeschaut. Die Tage waren für uns unglaublich mit Terminen vollgefüllt.

Alex Trivellato: Eine besondere Geschichte haben wir noch erlebt – den ersten italienischen Sieg bei diesen Spielen von Francesca Lollobrigida über 3000 Meter Eisschnelllauf. Die Arena war voll mit Holländern. Francesca war ja nicht unbedingt die große Favoritin, umso cooler war das für uns. Wir wollten noch zum Eistanz, aber das lief abends zu spät.

Thomas Larkin: Sie ist mit ihren 35 Jahren unglaublich. Wir sind zur Eröffnungsfeier gegangen. Francesca hat dafür in unserem olympischen Dorf noch knallhart trainiert.

Was bleibt alles für Sie beide von diesen Olympischen Spielen in ihrem Heimatland?

Alex Trivellato: Wir beide hatten absolut in Mailand dieses olympische Gefühl. Ich kann es auch verstehen, wenn sich manche Sportarten, weil die Entfernungen zu groß waren, isoliert fühlten. Organisatorisch war es hervorragend. Positiv ist, dass die Sportstätten weiter genutzt werden. Ich denke, Italien hat international ein sehr gutes Bild abgegeben.

Wie schwer fällt es denn, nun wieder auf den sogenannten Alltag umzuschalten?

Thomas Larkin: Es ist nicht schwer, denn ich bin dankbar für alles, was ich erleben durfte. Es war viel: Die Emotionen, die Ehre, Italien präsentieren zu dürfen. Es war etwas ganz Besonderes in meinem Leben. Ich bin auch dankbar, wie großartig uns hier die Mannschaftskollegen in Schwenningen über alle möglichen Kanäle unterstützt haben. Wir sind stolz, dass wir diese Erfahrungen mit unserer Familie und Freunden teilen durften. Jetzt fokussieren wir uns wieder auf die Wild Wings.

Alex Trivellato (lacht): Jetzt ist diese wunderbare Olympia-Schublade wieder zu und wir öffnen wieder hier unsere Schublade. Für mich ist auch schön, dass wir zwei alte Hasen, die schon lange für Italien spielen, dies alles so zusammen erleben konnten.