Schwenningens Stürmer Alex Karachun, der wohl schon verlängert hat, gibt Einblicke in seine Gefühlslage nach dem wichtigen 5:2-Heimsieg gegen Köln. In Straubing erwartet die Schwäne am Freitag der nächste heiße Tanz.
Es gibt Mannschaften, die fallen nach fünf Niederlagen in Folge noch tiefer runter – und es gibt Teams, die stehen nach so einer kleinen Pleitenserie mit viel Strahlkraft wieder auf. Zu diesen zählen die Wild Wings, die sich im intensiven Kampf um einen Play-off-Platz eindrucksvoll zurückmeldeten.
Imponierend war am Mittwochabend vor allem, dass die Schwenninger von Beginn an entschlossen gegen Köln das Heft in die Hand nahmen, Spielfreude entwickelten und brutal effektiv waren. Der Tenor bei den Wild Wings danach ist einstimmig: „Es war in einem schwiergen Heimspiel natürlich ein sehr wichtiger Sieg für uns“, brachte es Coach Steve Walker auf den Punkt. „Die 1:0-Führung hat uns ein positves Gefühl gegeben, danach haben wir viele Dinge gut gemacht.“
Die Spink-Brüder – oder wenn ein Spiel zum Spektakel wird
Tylor Spink, der zusammen mit seinem Bruder Tyson (Die Zwillingsbrüder erzielten drei Traumtreffer) sogar für ein Spektakel auf dem Eis sorgte, sieht es genauso: „Für uns war es in unserer jetzigen Situation ein großer Heimsieg.“
Nebenbei bemerkt: Die Wild Wings haben gegen Köln mit vier Siegen in vier Spielen in dieser Hauptrunde einen „Sweep“ geschafft. So etwas kam im Schwenninger Eishockey gegen die Haie in vielen Jahren der Erstklassigkeit in einer Saison noch nie vor!
Warum Alex Karachun gerade so viel Spaß hat
Alex Karachun, der nach Informationen unserer Redaktion auch schon verlängert hat und gegen Köln einen Doppelpack schnürte, berichtete, „dass bei uns nach der Niederlagenserie am Dienstag bei der Analyse der Ton intern schon etwas härter wurde. Dieser Sieg tut deshalb sehr gut. Wir haben uns wieder besser an unser Spielsystem gehalten, haben unser Potenzial abgerufen. Wir sind im Kampf um einen Playoff-Platz weiterhin in einer guten Position.“
Nun geht es für die Schwenninger Mannschaft am Freitag in Straubing und am Sonntag daheim gegen Wolfsburg gegen zwei Direktkonkurrenten weiter. Alex Karachun findet diese Wochen „einfach geil. Das macht richtig Spaß. Dafür spielen wir Eishockey. In dieser Saisonphase wächst das Risiko zwar, einiges von dem bisher Erarbeiteten zu verlieren, aber dafür freuen wir uns über die Erfolge umso mehr.“
Die Lage in Straubing
In Straubing am Freitag (19.30 Uhr) geht also der „Spaß“ für die Wild Wings (10./63) gegen einen Direktkonkurrenten (8./65) im Kampf um ein Play-off-Ticket weiter. Bei den Tigers ist in den vergangenen Wochen einiges passiert. Nach acht erfolgreichen Jahren endete abrupt Anfang diesen Monats das Trainerkapitel „Tom Pokel“. Die Verantwortlichen um Sportdirektor Jason Dunham, so die Begründung für die Freistellung von Pokel, sahen die sportlichen Ziele in dieser Saison „gefährdet“.
Einige Straubinger Fans sind heute noch fassungslos über den Rauswurf des beliebten Trainers. Allerdings sorgt Pokels Nachfolger Craig Woodcroft für frischen Wind im Team. Die Niederbayern agierten in den ersten drei Spielen (zwei Siege, eine Niederlage) wieder aggressiver und strukturierter. Am Mittwoch beim 4:1 in Iserlohn wiesen die Tigers ein Schussverhältnis von 45:16 gegen die Sauerländer auf.
Was Steve Walker über die Tigers sagt
Für Steve Walker sind in Straubing die Kräfteverhältnisse wieder gerade gerückt: „Die Tigers zählen immer schon zu den Top 6-Teams. Jetzt haben sie wieder Aufwind. Es wird das nächste Spiel, das schon Play-off-Charakter besitzt.“ Die Hoffnung besteht, dass Thomas Larkin nach auskurierter Unterkörperverletzung am Freitag wieder mitmischt. Er trat die Auswärtsreise jedenfalls am Donnerstagmittag auch an.
In den bisher erst zwei Saisonduellen verließen die Straubinger jeweils als Sieger das Eis. Am 6. Oktober gewannen die Niederbayern mit 2:1 in der Helios Arena und ließen am 24. November einen 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen folgen.