Wild-Wings-Kapitän Thomas Larkin (Bild) und sein Teamkollege Alex Trivellato schafften mit dem italienischen Nationalteam die Rückkehr in die WM Top-Division. Foto: Roland Sigwart

Was Wild-Wings-Kapitän Thomas Larkin in den vergangenen Wochen mit dem italienischen Nationalteam alles erlebte. Auf was er sich nach einer langen Saison besonders freut und wie er die Olympischen Winterspiele in seinem Heimatland erwartet.

An diesem Montag um 15 Uhr. Nun ist auch für Thomas Larkin die Saison endlich zu Ende. Daheim in Niedereschach liest er zusammen mit seinen Kindern ein Buch. Wochenlang war der Kapitän der Wild Wings nach dem Playoff-Ausscheiden mit Schwenningen Anfang März mit der italienischen Nationalmannschaft unterwegs. Dies mit einem Happy-end: Bei der Division A WM in Rumänien schafften die Italiener mit Thomas Larkin und seinem Schwenninger Teamkollegen Alex Trivellato als Gruppenzweiter hinter Großbritanien nach mehreren Jahren die Rückkehr in die WM Top-Division 2026.

 

Doch zuvor erfüllt sich für die italienischen Spieler ein Kindheitstraum mit der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im eigenen Land. Wir sprachen mit Thomas Larkin aber nicht nur darüber.

Thomas, Sie haben mit der Nationalmannschaft bei der Rückreise von der WM eine regelerechte Odysee halb durch Europa erlebt.

(lacht). Ja, das stimmt. Von unserem WM-Ort Sfantu Gheorghe in Zentralrumänien ging es erst einmal vier Stunden mit dem Bus zum Flughafen nach Bukarest. Es folgte ein dreistündiger Flug nach Treviso bei uns in Italien. Von dort ging es drei Stunden mit dem Bus weiter nach Bozen, bevor ich am Sonntag mit dem Auto nach Niedereschach fuhr. Es ist schön, wieder daheim bei meiner Familie zu sein.

Sie und Alex Trivellato haben mit dem italienischen Team bei dieser WM Division A mit dem Aufstieg ein großes Ziel erreicht?

Endlich sind wir zurück bei den besten Teams der Welt. Wir haben einige Jahre dafür gebraucht. In Rumänien sind wir auf Gegner getroffen, die mit uns auf Augenhöhe waren. Die Ukraine war überraschend stark. Mit einer sehr guten mannschaftlichen Geschlossenheit haben wir es schließlich geschafft, Zweiter zu werden.

Sie haben mit Jukka Jalonen seit einem halben Jahr einen neuen internationalen Top-Trainer für das Nationalteam. Was zeichnet ihn aus?

Er strahlt viel Ruhe und Erfahrung aus, verfolgt exakt unseren Weg. Es ist großartig, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Die Blicke von ihnen und ihren italienischen Teamkollegen gehen bestimmt schon in Richtung Heim-Olympiade 2026 in Mailand.

Natürlich, auch wenn wir jetzt erst einmal den Sommer vor uns haben. Es gibt nichts Schöneres für einen Sportler als Olympische Spiele im eigenen Land. Wir wollen uns als Gastgeber gut präsentieren. Viele Wettbewerbe finden ja in Cortina d’Ampezzo statt, deshalb wird Eishockey in Mailand im Mittelpunkt stehen. Meine gesamte Familie, die 45 Kilometer südöstlich von Mailand wohnt, wird bei den Spielen dabei sein. Es wird für uns alle ein fantastisches Erlebnis.

Jetzt steht für Sie aber erst einmal eine verdiente Pause an. Auf was freuen Sie sich in den kommenden Wochen am meisten?

Erst einmal werde ich in dieser Woche noch etwas im Fitness-Raum in der Helios Arena schwitzen. Meine Familie und ich werden in den kommenden Wochen ein paar Mal zwischen Niedereschach und Italien pendeln. Ich freue mich auf ein wenig Ruhe, mit meiner Familie viel zu unternehmen und auf meine Ausgleichssportarten wie Biken, Klettern und Golf. Und ich werde (lacht) sicherlich auch einmal Stefan Wagner (Geschäftsführer der Wild Wings – Anm.d.Red.) anrufen und mich nach dem Stand der Kaderplanung erkundigen. Stefan und Steve (Walker) haben mich ja in den letzten Wochen rund um die WM bewusst in Ruhe gelassen.