Walker-Team dreht in der Helios Arena einen schnellen 0:2-Rückstand und dann ist jede Menge Unterhaltung geboten. Die gewöhnlich starke Defensive der Pinguins erlebt einen schwarzen Sonntag. Schwenninger rücken auf Rang sieben vor.
Was für eine verrückte DEL-Partie! Die Wild Wings haben am Sonntag in der Helios-Arena nach einem „wilden“ aber sehr attraktiven Spiel Bremerhaven mit 6:4 bezwungen und damit ihren achten Heimsieg in Folge gefeiert.
Aufgrund der gewöhnlich starken Defensive der Bremerhavener und der stabilen Form der Wild Wings hatten viele Experten – auch Wild-Wings-Coach Steve Walker – im Vorfeld des Duells wieder mit wenigen Toren, dafür mehr mit taktischen Raffinessen gerechnet. Doch diesmal kam es ganz anders. Zur Freude fast aller 5041 Zuschauer. Aus Bremerhaven waren rund 50 Fans mitgereist.
Die Personalien
Bei den Wild Wings stand Joacim Eriksson im Tor. Verteidiger Will Weber absolvierte gegen die Pinguins sein 300. DEL-Spiel.
Bei den Norddeutschen war der in dieser Saison so starke Maximilian Franzreb im Tor nominiert.
Das erste Drittel
Die Partie begann mit einer ersten scharfen Bremerhavener Offensive, die mit zwei Toren zur 2:0-Führung der Gäste belohnt wurde. In der vierten Minute traf Rayan Bettahar mit einem Schlagschuss zum 1:0. Zwei Zeigerumdrehungen später erzielte Christian Wejse einen eigentlichen „einfachen“ Treffer.
Aber die Wild Wings reagierten schnell und gut. Brett Ritchie (8.) verkürzte nach Zuspiel von Ben Marshall auf 1:2. Im ersten Powerplay des Tages waren die Wild Wings erfolgreich durch Alex Karachun zum 2:2 (12.). Auch im zweiten Überzahlspiel waren die Neckarstädter (14.) mit dem 3:2 durch Zach Senyshyn erfolgreich. Die Schwäne hatten das Spiel erst einmal eindrucksvoll gedreht.
Und es ging munter weiter. Nach einem üblen Patzer von Pinguins-Verteidiger Byström haute Philip Feist die Scheibe zum 4:2 (19.) ins Gästetor. Vier Gegentore in einem Drittel – das war dem DEL-Dritten von der Nordseeküste in dieser Saison noch nicht passiert!
Das zweite Drittel
Im Mittelabschnitt setzten die Wild Wings ihre gute Leistung fort und führten in der 24. Minute durch einen weiteren Treffer von Zach Senyshyn mit 5:2. Die Unparteiischen pfiffen nun kleinlich, auch zum Nachteil der Gastgeber, die in der 26. Minute das 5:3 durch Jan Urbas in doppelter Unterzahl kassierten.
Doch der Schwenninger Torreigen ging weiter: 6:3 durch Tyson Spink (34.). Das „wilde“ Spiel ging weiter. Die Pinguins verkürzten in der 38. Minute auf 4:6 durch Matthew Abt.
Schwenningens Torschütze Philip Feist gefiel diese torreiche Partie auch: „Wir sind gut drin im Spiel, es fühlt sich gut an. Beide Teams machen Tempo“, sagte er in der letzten Drittelspause.
Das dritte Drittel
Im Schlussabschnitt ging es intensiv weiter. Beide Teams waren in der Defensive nun mehr fokussiert. Joacim Eriksson zeigte noch starke Reaktionen. Bremerhaven schaffte es nicht mehr ranzukommen. Es blieb beim 6:4.
Die Wild Wings feierten im Kampf um die Play-off-Teilnahme ihren nächsten wichtigen Dreier – und es war für sie ein Sechs-Punkte-Wochenende. Schwenningen rückt auf den siebten Platz vor.
Die Statistik
Wild Wings – Bremerhaven 6:4 (4:2, 2:2, 0:0).
Tore: 0:1 Bettahar (3:11 – Assist: Byström), 0:2 Wejse (5:49 Bryström), 1:2 Ritchie (7:07 – Marshall, Tyson Spink), 2:2 Karachun (11:01/5:4 – Platzer, Uvira), 3:2 Senyshyn (13:14/5:4 – Eriksson), 4:2 Feist (18:06 – Bassen), 5:2 Zach Senyshyn (23:45 – Uvira), 5:3 Urbas (25:52/5:3 – Brugisser, Jeglic), 6:3 Tyson Spink (33:03 – Tylor Spink, Ritchie), 6:4 Abt (37:03 – Urban, Bruggisser).
Strafen: Wild Wings: 17 – Bremerhaven: 15.Schiedsrichter: Ansons/Lehmann.
Zuschauer: 5041.