Wild-Wings-Coach Steve Walker spricht die Probleme immer wieder klar an, doch die Mannschaft entwickelt sich bislang in dieser Saison nicht entscheidend weiter. Foto: Eibner Pressefoto

Konstanz ist für die Neckarstädter in dieser DEL-Saison (noch) ein Fremdwort. Die Stimmung im Umfeld droht zu kippen. Coach Steve Walker gerät nun auch unter Druck.

Die Wild Wings bleiben in dieser DEL-Saison ein großes Rätsel. Eine große Achterbahnfahrt im Europa-Park Rust passt exakt zu dem, was das Schwenninger Team bisher leistungsmäßig abliefert. Es geht immer rauf und runter.

 

Konstanz ist für den letztjährigen Play-off-Viertelfinalisten (noch) ein großes Fremdwort. Klar ist, mit diesen instabilen Formkurven wird es schwer, zumindest die Pre-Play-offs zu erreichen. Die Neckarstädter sind nach dem 17. Spieltag wieder auf den elften Platz abgerutscht.

Vor der Länderspielpause begeisterten die Schwäne in den Spielen gegen Iserlohn (4:1 daheim) und vor allem in Berlin (4:3 nach Verlängerung). Strotzend vor Optimismus und mit klaren Ansagen nahmen die Wild Wings nach fünf freien Tagen wieder das Training auf, um am vergangenen Wochenende nach zwei dürftigen Auftritten gegen Düsseldorf (2:4) und in Wolfsburg (1:4) mit leeren Händen dazustehen.

Walker erklärt viel

Wie kann eine Mannschaft, die personell fast identisch mit der fantastischen Vorsaison ist, solche Probleme haben? Vor allem das einst aggressive und attraktive Spielsystem von Steve Walker ist nur noch phasenweise erkennbar. Der Kanadier spricht die Defizite nach jeder enttäuschenden Leistung zwar klar an, doch klare Verbesserungen im Spiel sehen anders aus.

Nach der Niederlage in Wolfsburg war Walker einmal mehr enttäuscht und bilanzierte: „Wir schlagen uns im Moment einfach selbst. In dieser Liga kann man es sich nicht erlauben, so viel Zeit in der Defensivzone zu verbringen. Am Ende kam von meiner Mannschaft einfach zu wenig, und wir haben viel zu viele Turnover zugelassen.“

Schwenningens Angreifer Alex Karachun will von der ganzen Rederei nichts mehr wissen: „Davon gewinnen wir keine Spiele“, sagte er in Wolfsburg. Foto: Eibner

Karachun hat die Nase voll

Angreifer Alex Karachun, der selbst seinen Ansprüchen und seiner Top-Form des Vorjahres hinterherläuft, zeigt sich genervt von den ganzen Theorien: „Wir sollten nicht so viel reden, sondern einfach besser arbeiten und unseren Plan umsetzen. Wir brauchen endlich viel mehr Konstanz“, forderte der Nationalspieler am Sonntag in Wolfsburg.

Die Fans sind enttäuscht

Im Umfeld der Wild Wings droht die Stimmung zu kippen. Den großen Vertrauens-Kredit, den sich die Mannschaft in der vergangenen Saison zu Recht erarbeitete, ist bei den Fans aufgebraucht. „Die Mannschaft ist nur noch ein Schatten des letzten Jahres. Es geht für uns in erster Linie ums sportliche Überleben. Wir sollten zumindest vom letzten Platz wegbleiben“, so einer der vielen kritischen Kommentare in den sozialen Medien. Wetten darauf, dass die Wild Wings nun eine ganze Niederlagen-Serie hinlegen, ist dennoch nicht ratsam. Vielleicht präsentieren sich Thomas Larkin und Co. am Freitag in Nürnberg und am Sonntag daheim gegen Straubing wieder ganz anders und entfachen ein neues Feuer.

Achterbahnfahrt in Schwenningen. Jedes Wochenende eine neue Wundertüte. Kann manchen Wild-Wings-Anhänger aber in diesen Tagen auch zum Wahnsinn treiben.