An einigen Stellen rund um das Schulgebäude sowie Zugänge auf das Areal sind im Zuge der Sanierung abgesperrt. Foto: Kratt

Vor rund einem Jahr ist die Generalsanierung des Schulverbunds am Deutenberg angelaufen – und kommt langsamer voran als geplant. Schulleiter Bernd Ellinger wundert dies mittlerweile nicht mehr. Dennoch versucht er, optimistisch zu bleiben.

VS-Schwenningen - Eigentlich müsste die Generalsanierung des Schulverbunds am Deutenberg schon im zweiten Bauabschnitt stecken. Das heißt, dass der erste Teil des Hauptgebäudes bereits frisch saniert wäre, die ausgelagerten Schüler wieder zurück im Hauptgebäude wären und das gleiche Prozedere jetzt für den zweiten Gebäudeteil gelte. Doch für den ersten Bauabschnitt geht es im laufenden Schuljahr in eine Extrarunde – aus der Fertigstellung nach einem Jahr wurde nichts.

 

So schaut es derzeit rund um den Schulverbund aus

Für Schulleiter Bernd Ellinger war es eigentlich schon Anfang 2022 klar, dass der Zeitplan zum neuen Schuljahr 2022/23 hin nicht eingehalten werden kann. Wie schaut es aktuell rund um die Baustelle am Deutenberg eigentlich aus? Nachdem am Schulverbund der Rückbau erfolgt sei, sind seit rund vier Wochen die Gewerke Elektro und Sanitär vor Ort, die Auftragsvergabe dafür war im Gemeinderat, wie Oxana Zapf, Pressesprecherin der Stadt Villingen-Schwenningen im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet.

Die Firmen Waldmann und Winkler seien in den kommenden Monaten damit beschäftigt, die ganzen Leitungen zu verlegen und die kompletten Toiletten neu zu machen. "Diese Arbeiten dauern Monate an", so die Pressesprecherin weiter. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, seien die abgehängten Decken dran.

Bauabschnitt eins soll bis Sommer 2023 fertig sein

Bei der nächsten großen Ausschreibung gehe es um die Trennelemente und Brandschutz-Türen. "Plan ist, dass die Arbeiten bis zum Sommer 2023 abgeschlossen sind und dann der Umzug in den Sommerferien erfolgt", sagt Zapf.

Danach komme der zweite Bauabschnitt an die Reihe, in dem im Prinzip dieselben Arbeiten im zweiten Gebäudeteil stattfinden. Außerdem werde nach und nach die mobile Brandmeldeanlage abgebaut und eine feste Anlage installiert, so Zapf schließlich.

Schulleiter hofft auf frühzeitige "Botschaft" der Stadt

"Wir hoffen, dass es nicht nochmal eine Verlängerung im ersten Bauabschnitt gibt", sagt derweil Bernd Ellinger. "Und es wäre schön, wenn wir frühzeitig Bescheid bekommen." Denn auch der Schulverbund muss entsprechend planen. Nicht nur der Umzug der jetzigen Klassen aus dem Container-Provisorium und von der Hallerhöhe zurück ins Hauptgebäude müsse vorbereitet werden, sondern auch die Auslagerung derjenigen Klassen und Räume, die im kommenden Schuljahr dann im Zuge des zweiten Bauabschnitts an der Reihe sind. Das betreffe diesmal nicht nur zusätzlich die Verwaltung, sondern auch mehrere Fachräume. "Beim zweiten Abschnitt sind auch Technikräume betroffen, die nicht in normale Klassenzimmer ausgelagert werden können", erklärt der Schulleiter. Dafür gebe es einen entsprechenden Vorgaben-Katalog. Derzeit sei er mit den entsprechenden Fachschaften in Absprache, was das Organisatorische angeht. So hofft man, bis ins nächste Frühjahr eine "Botschaft" von der Stadt zu bekommen.

Trotz aller Rückschläge und Verzögerungen, die die überfällige Sanierung bereits im Vorfeld seit Jahren mit sich zieht, versucht Bernd Ellinger, irgendwie positiv zu bleiben. Die Sanierung parallel zum laufenden Schulbetrieb funktioniere nun mal nur so, "da müssen wir durch". Und weiter: "Es wäre natürlich schöner, wenn wir schon im zweiten Abschnitt wären, aber was soll ich tun?" An die Situation der Auslagerung habe man sich zwar gewöhnt, dennoch sei es weiterhin eine Ausnahmesituation.

Belastung an drei verschiedenen Standorten gleichzeitig

So gebe es eine Belastung an drei verschiedenen Standorten – dem Hauptgebäude, dem Container-Provisorium und der Hallerhöhe – gleichzeitig. Die Abläufe seien einfach ganz anders und machten den Schulalltag "extrem schwierig". "Die Schüler sind getrennt, die Lehrer auf verschiedene Standorte verteilt. Das macht mit jedem etwas", versucht Ellinger die Herausforderung zu beschreiben. Manche Lehrer sehe er wochenlang nicht. Und eines sei allen Beteiligten durch die Auslagerungssituation bewusst geworden: "Schule ist einfach mehr als nur Klassenzimmer und Fachräume." Die Gemeinschaft zu stärken und gemeinsame Aktionen zu machen, das sei im Moment deutlich schwieriger.

Wird die gesamte Sanierung tatsächlich vier Jahre dauern?

Ist Schulleiter Bernd Ellinger derzeit noch einigermaßen optimistisch, was die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zum Ende dieses Schuljahres angeht, rechnet er aus Erfahrung "innerlich" damit, dass der zweite Bauabschnitt nicht nur, wie ursprünglich anvisiert, ein, sondern ebenfalls zwei Jahre Sanierungszeit in Anspruch nehmen wird – schon allein durch die Mehrzahl an Fachräumen. So gehe er davon aus, dass die gesamte Sanierung des Schulverbunds am Deutenberg sich über vier Jahre erstrecken wird. Gleichzeitig stellt Ellinger aber auch mit Blick auf mögliche Umnutzungspläne der Stadt für die beiden anderen Standorte klar: "Wir brauchen die Container und die Hallerhöhe bis zum Schluss."

Info: Die derzeitige Auslagerung

Die Generalsanierung des Schulverbunds am Deutenberg, die nach zähem Ringen im Sommer 2021 auf den Weg gebracht wurde, erfolgt in zwei Bauabschnitten während des laufenden Schulbetriebs. Der erste Teil des Schulgebäudes wird derzeit erneuert, rund die Hälfte der etwa 1000 Schüler sind ausgelagert. Wie Schulleiter Bernd Ellinger berichtet, sind in diesem Schuljahr die Acht- und Zehntklässler auf der Hallerhöhe untergebracht, dort gibt es auch zwei Fachräume. Die Sechst- und Siebtklässler werden im Container-Provisorium unterrichtet, während die Fünft- und Neuntklässler sowie vier Vorbereitungsklassen in demjenigen Teil des Hauptgebäudes geblieben sind, der noch nicht saniert und erst im zweiten Bauabschnitt an der Reihe ist. Dieser Abschnitt soll voraussichtlich im Schuljahr 23/24 in Angriff genommen werden.