Wie genau soll es mit dem Uhrenindustriemuseum in Schwenningen weitergehen? Die Museumsleiterin beantwortet jetzt diese Frage. Foto: Daniela Schneider

Die Pläne für die Nutzung des ehemaligen Rössle-Einkaufszentrums in Schwenningen sehen ein „Museum der Zeit“ vor. Und was bedeutet das konkret für das Uhrenindustriemuseum?

Was hat es nicht schon alles für Überlegungen und Planungen für die Schwenninger Museumslandschaft gegeben: bis vor einiger Zeit das Museumsquartier Bürkareal – geplatzt, dann das Museumsquartier Muslenplatz – verworfen – und stattdessen nun also die geplante Konzentration von Städtischer Galerie – künftig als „Museum der Gegenwartskunst“ angedacht – und einem „Museum der Zeit“ im Rösslekomplex.

 

In der Gemeinderatssitzung im September stellte Architekt Andreas Flöß vor, wie dort die Ausstellungsräume angeordnet sein könnten.

Was aber soll dieses neue „Museum der Zeit“ denn eigentlich nun genau umfassen? „Das Uhrenindustriemuseum und das Heimat- und Uhrenmuseum gehen auf im Museum der Zeit. Die Werkstatt der Ehrenamtlichen verbleibt als Dependance am authentischen Standort der Württembergischen Uhrenfabrik Bürk“, hieß es dazu zuletzt auf der städtischen Webseite www.museumsquartier-schwenningen.de, als man noch das Quartier am Muslenplatz plante. Diese Infos stehen – Stand heute – nach wie vor genau so im Netz, obwohl diese Quartiers-Planungen ja nun überholt sind.

So manche Verwirrung herrscht hier nun. Wie genau soll denn zum Beispiel die Zukunft des Uhrenindustriemuseums – bislang beheimatet in der ehemaligen Württembergischen Uhrenfabrik an der Bürkstraße – nun genau aussehen?

Dauerausstellung soll bleiben, wo sie ist

Oberbürgermeister Jürgen Roth erläuterte in diesem Zusammenhang bei einem Vor-Ort-Infotermin im Rössle dazu unlängst: Das Uhrenindustriemuseum in der Bürkstraße 39 solle dort verbleiben. Und auf Nachfrage sagt jetzt auch Martina Baleva, die Leiterin der Schwenninger Museen: Die Werkstatt und auch die Dauerausstellung mit Maschinensaal samt den Fabrikaten und Vitrinen sollen bleiben, wo sie sind. „Die Dauerausstellung verbleibt zur Gänze in der Bürkstraße,“ so ihre Aussage. Keines der dort ausgestellten Objekte und keine der Maschinen werde ins Rössle übersiedeln, präzisiert sie.

Mehr Platz für Ehrenamtliche

Gleichzeitig sollen die Ehrenamtlichen im Museum an der Bürkstraße „künftig mehr Arbeitsplätze und damit endlich mehr Platz für ihre wertvolle Arbeit“ erhalten, während Sonderausstellungen, die bislang auch dort stattfinden, künftig am neuen Standort im Rössle-Komplex gezeigt werden.

„Die Maschinen bilden gemeinsam mit der alten Uhrenfabrik ein stimmiges Gesamtensemble, welches man an der Stelle auch so erhalten möchte. Die Sonderausstellungen werden künftig im Museum der Zeit integriert und im neuen Konzept konzipiert“, fasst Stadtsprecherin Madlen Falke zusammen.

„Zeitachse“ ist weiterhin geplant

Und ist auch die „Zeitachse“, mit der man das Uhrenindustriemuseum und den angedachten Museumskomplex am Muslenplatz verbinden wollte, jetzt auch weiterhin vorgesehen, nun zum Rösslegebäude hin? „So ist es: Die Zeitachse soll weiterhin Museumsquartier und Uhrenindustriemuseum miteinander verbinden“, erläutert Martina Baleva, „das Uhrenindustriemuseum wird als Dependance des Museums der Zeit integraler Bestandteil des Museumskonzepts sein.“ Die Zeitachse, so sah es die ursprüngliche Planung vor, sollte in Zusammenarbeit mit der „kreativen Szene“ der Stadt geplant werden. Ist also auch das nach wie vor so vorgesehen? Auch das bejaht die Museumschefin: „Die Zusammenarbeit mit der lokalen kreativen Szene besteht seit nun mehr fast einem Jahr und soll weiterhin ausgebaut und vertieft werden.“

Fachwerkhaus wird verkauft

Was die Zukunft des denkmalgeschützten Fachwerkgebäudes am Muslenplatz angeht, in dem sich seit über 100 Jahren das Heimat- und Uhrenmuseum befindet, ist diese unterdessen wie berichtet besiegelt: Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, dass das Gebäude veräußert werden soll.