Tylor Spink bejubelt nach seinem verwandelten Penalty den Schwenninger Siegtreffer. Foto: Eibner

Die Wild Wings haben sich in der DEL-Gruppe Süd auf den vierten Platz gekämpft. Nach der furiosen Aufholjagd bei den Nürnberger Ice Tigers, dürfen sich die Schwenninger berechtigterweise Hoffnungen auf die Play-offs machen.

Was für ein wichtiger Sieg! Wer 173 Sekunden vor dem Ende mit 1:3 in Rückstand liegt und noch mit 4:3 nach Penaltyschießen gewinnt, der darf zu Recht von den Play-offs träumen. Dies schafften dank einem späten Doppelpack (Andreas Thuresson), einem echten Penalty-Killer (Torwart Joacim Eriksson) und einem eiskalten Matchwinner (Tylor Spink) die Wild Wings beim DEL-Südgruppenschlusslicht aus Nürnberg.

"Großartige Punkte"

"Das waren zwei großartige Punkte", war Andreas Thuresson sichtlich mit den beiden Zählern zufrieden. Dies konnte der Schwede auch, der mit seinen Saisontreffern Nummer acht und neun die nicht mehr erwartete Verlängerung erzwungen hatte. Schon in dieser hätten die Schwenninger den Zusatzpunkt verbuchen können, doch der Nürnberger Goalie Niklas Treutle rettete die Ice Tigers noch ins Penaltyschießen. In diesem fanden gleich sechs Franken in Joacim Eriksson ihren Meister, dagegen erspähte Tylor Spink gegen Treutle die entscheidende Lücke. "Wir sind nach einem schwächeren ersten Drittel besser ins Spiel gekommen", sprach auch Spink von zwei enorm wichtigen Punkten.

Wechselbad der Gefühle

Klar, dass auch Niklas Sundblad nach der Aufholjagd erleichtert war. "Wir sind froh, dass wir gewonnen haben. Die ersten zehn Minuten haben wir total verschlafen. Da haben wir fast keinen Zweikampf gewonnen. Im zweiten Drittel haben wir gepresst ohne Ende, doch Nürnberg macht trotzdem das 3:1. Zum Glück haben wir durch Thuresson noch den Ausgleich erzielt", stellte der Schwenninger Coach auch die "gute Moral" seiner Schützlinge heraus.

Frustrierte Franken

Sundblad wusste aber natürlich auch, dass die Ice Tigers in der Schlussphase die Aufholjagd der Wild Wings mit einem kapitalen Abwehrpatzer (Tom Gilbert) und einer unnötigen Zeitstrafe (Andrew Bodnarchuk) begünstigt hatten. "Die Vorlage zum Anschlusstor haben wir selbst gegeben und dann noch eine blöde Strafe genommen. Wir müssen aufhören, uns permanent selbst ein Bein zu stellen. Das fühlt sich heute mehr nach Punkteverlust als nach Punktegewinn an", ärgerte sich Ice Tigers-Trainer Frank Fischöder über die aus seiner Sicht unnötige Niederlage.

Dreikampf geht weiter

Diese bedeutet für die Nürnberger wohl, dass sie mit 15 Punkten aus 20 Spielen die Play-offs endgültig abschreiben können. Der Rückstand auf den neuen Süd-Tabellenvierten aus Schwenningen beträgt nun zwölf Zähler. Hinter den Wild Wings kämpfen dagegen Augsburg und Straubing mit jeweils 25 Punkten weiter um den vierten Rang, der die Qualifikation für die Endrunde bedeutet. Umso wichtiger wäre ein Schwenninger Heimsieg am Montag (18.30 Uhr) gegen Straubing.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: