Nach 40 Jahren kamen am Samstag die ehemaligen Schwenninger Realschüler vom Deutenberg zu einem Jubiläumstreffen zusammen. Auch einstige Lehrer gesellten sich hierzu in der Schulaula zum Erinnerungsfoto. Foto: Jochen Schwillo

Vier Jahrzehnte nach ihrem Abschluss an der Schwenninger Realschule am Deutenberg hat sich der Jahrgang 1986 am Samstag zu einem großen Jubiläumstreffen versammelt.

Rund 80 ehemalige Schülerinnen und Schüler waren der Einladung gefolgt – viele aus Schwenningen, der Region, einige aus München, Stuttgart oder Österreich, ein Teilnehmer sogar von Mallorca.

 

Für manche war es das erste Wiedersehen seit Jahrzehnten, für andere ein vertrautes Ritual. „Unglaublich, dass unser Abschluss schon 40 Jahre her ist“, sagte Initiatorin Trixi Gutbrod beim Empfang.

Die Schwenningerin hatte bereits vor zwei Jahren ein erstes Treffen organisiert, damals noch in kleinerem Rahmen. „Wir waren etwa 30 Leute. Es war spontan, unkompliziert, und trotzdem hat es sofort etwas ausgelöst“, erinnerte sie sich.

Wie sich der Jahrgang wiederfand

Aus dieser Veranstaltung entstand die Idee, das Jubiläum 2026 größer aufzuziehen. „Da war schnell klar: Das können wir noch einmal richtig groß machen.“ Und so bildeten sich aus allen Klassen A bis G kleine Teams, die ihre ehemaligen Mitschüler kontaktierten. Manche suchten über soziale Medien, andere über alte Adresslisten, wieder andere über persönliche Netzwerke. Zum Teil war es regelrechte Detektivarbeit.

Zum Organisationsteam gehörten neben Trixi Gutbrod unter anderem Gerhard Lengert, Susanne Fußnegger, Ute Seyfried, Jutta Maurer, Lutz Ridzewsky, Manuela Gula, Petra Hippe und Melanie Eichenmüller. „Jede Klasse hatte ein bis zwei Leute, die sich gekümmert haben – das hat super funktioniert“, sagte Trixi Gutbrod und blickte zufrieden in die Runde.

Vieles hat sich verändert

Der Nachmittag begann mit einem Besuch der Schule, die für viele noch immer ein vertrauter Ort ist – und doch ein völlig neuer. Gisela Singer vom Schulleitungsteam führte die Gruppe durch das Gebäude, das in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert wurde. Sie zeigte die Räume, digitale Tafeln, und erklärte, wie sich Unterricht und Lernkultur verändert haben.

Besonders interessant waren die Handytresors in jedem Klassenzimmer. „Sie werden vieles wiedererkennen – und gleichzeitig sehen, wie viel sich verändert hat“, sagte Gisela Singer. Die Digitalisierung habe die Schule stark geprägt. „Manche erinnern sich vielleicht noch an die alten Kreidetafeln – heute läuft hier fast alles digital.“

Gleichzeitig gebe es im Gebäude noch bewusst erhaltene Elemente aus früheren Zeiten: alte Türen, vertraute Flure, ein paar Wandkacheln, die Geschichten erzählen. „Das gehört zur Geschichte dieser Schule“, betonte Singer.

Erinnerungen an früher

Während des Rundgangs entstanden überall kleine Inseln aus Gesprächen. „Man läuft durch die Gänge und plötzlich ist alles wieder da – die Lehrer, die Pausen, die Geschichten“, meinte ein Teilnehmer lachend. Andere wurden stiller. Einige ehemalige Mitschüler sind inzwischen verstorben, manche trotz intensiver Suche nicht mehr erreichbar. „Das gehört leider auch zu einem Treffen nach so vielen Jahren“, sagte Trixi Gutbrod leise.

Eine Besonderheit des Jahrgangs rückte ebenfalls wieder ins Bewusstsein: die Bildung der Klasse G nach der siebten Klasse, als Schüler aus allen anderen Klassen neu zusammengestellt wurden. „Das war damals ein großes Thema – man wusste nicht, was einen erwartet“, erzählte ein ehemaliger Schüler. Heute, vier Jahrzehnte später, wurde darüber mit einem Schmunzeln gesprochen. Viele erinnerten sich daran, wie ungewohnt die neue Zusammensetzung war, wie schnell aber neue Freundschaften entstanden und wie prägend diese Zeit rückblickend wurde.

Am Abend in den Wildpark

Am frühen Abend wechselte die Gruppe in den Wildpark Schwenningen. Dort bei gutem Essen, setzte sich das Wiedersehen fort. Die Stimmung war ausgelassen, und es dauerte nicht lange, bis die Gespräche lauter wurden, das Lachen häufiger und die Erinnerungen lebendiger. Alte Geschichten wurden neu erzählt, manchmal ausgeschmückt, manchmal korrigiert, manchmal ergänzt durch Perspektiven, die man damals gar nicht kannte. „Weißt du noch…?“ war der meist gesagte Satz des Abends.

Zwischendurch wurde immer wieder deutlich, wie unterschiedlich die Lebenswege verlaufen sind – und wie wenig das an diesem Tag eine Rolle spielte. Da standen Menschen nebeneinander, die sich seit Jahrzehnten nicht gesehen hatten, und redeten, als wären sie gestern gemeinsam aus dem Klassenzimmer gekommen

„Nach 40 Jahren darf man ruhig öfter zusammenkommen“, meinte ein Teilnehmer schmunzelnd, während er sein Glas hob. Viele stimmten zu. „Wir sollten nicht wieder so viele Jahre verstreichen lassen“, sagte eine andere und bekam sofort zustimmendes Nicken.

So wurde das Jubiläum zu einem Tag voller Emotionen, gemeinsamer Erinnerungen und dem Gefühl, dass trotz unterschiedlicher Lebenswege eine besondere Verbundenheit geblieben ist – ein Stück gemeinsamer Geschichte, das auch nach vier Jahrzehnten noch trägt.