Die Feintechnikschule in Schwenningen feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Beim Tag der offenen Tür standen die Abschlussarbeiten im Fokus – alles raffinierte Erfindungen.
Zur Eröffnung der Ausstellung, die Schulleiter Thomas Ettwein vornahm, gab es unter anderem eine Aufführung der Theater-AG.
Oberbürgermeister Jürgen Roth zeigte sich begeistert von dem, was die Schülerinnen und Schüler an der Feintechnikschule leisten. Eine Sonderausstellung mit den prämierten Abschlussarbeiten der letzten 25 Jahre durfte das interessierte Publikum bestaunen. Auch die aktuellen Gesellen- und Meisterstücke wurden präsentiert.
Eine „Slot-Machine“
Das beste Gesellenstück lieferte Frederick Baur ab. Er hat einen Geldspielautomaten, eine „Slot-Machine“, gebaut. Dazu wurde unter anderem ein Micro-Controller in den Automaten verbaut. Drei Motoren drehen die Räder in denen sich Symbole befinden. Ein MP3-Player sorgt für die Musik. „Meine ursprüngliche Idee war, einen Süßigkeitenautomat zu bauen. Ich wollte aber nicht, dass mein Bruder dann alle Süßigkeiten weg schleckt. Da habe ich mir überlegt, ihm es nicht so einfach zu machen“, erzählt der fertige Geselle schmunzelnd.
Ein Traum
In der Tat: Nur wenn drei gleiche Symbole, beispielsweise der Narrenzunft Schwenningen erscheinen, gewinnt der Spieler – und der Automat wirft Bonbons aus. Mit einer eigens angefertigten „Gewinnermünze“ gewinnt der Teilnehmer aber immer sicher – ein Traum für jeden Spieler an Geldspielautomaten.
Frederick Baur, Elektroniker für Automatisierung und Systemtechnik, wird nun an der Fachschule in Tuttlingen Mechatronik und digitale Produktion studieren.
Eine Matrixuhr
Enrique Schmid hat in dem halben Jahr, in dem das Gesellenstück angefertigt wurde, einen Matrixuhr gebaut. Sie funktioniert wie eine Tischuhr mit Weckerdaten. Entsprechende Platinen und ein Schaltnetzteil für den Lautsprecher wurden eingebaut. Wetterdaten und Benzinpreise kann sich der Nutzer darauf auch anzeigen lassen.
„Die Uhrzeit kommt über das Internet über einen Hotspot. Dazu habe ich einen Webserver für die Wetterdaten eingestellt“, so Schmid. Die Vorlage für die Matrixuhr habe er im Internet gefunden. Schmid, ebenfalls Elektroniker für Automatisierung und Systemtechnik, geht künftig erst einmal zur Bundeswehr.
Viel zu erleben
Beim Tag der offenen Tür fanden auch diverse Vorführungen rund um die verschiedenen Bereiche der Feintechnikschule statt. So konnte das moderne Physiklabor besichtigt werden. Im Chemiesaal gab es einen Demonstrationsversuch zu bestaunen. Es wurden Rundgänge mit Infos zur Schule und zu den Ausbildungsmöglichkeiten mit Präsentation der Lernfabrik Industrie 4.0 angeboten. Die Besucher wurden überdies mit einem Roboterwettbewerb unterhalten.
Das ist die Feintechnikschule
Daten
Die Staatliche Feintechnikschule mit Technischen Gymnasium hat rund 500 Schüler, die von 60 Lehrern in sechs Schularten – Berufsfachschule, Meisterschule, Technikerschule, Berufskolleg, Technisches Gymnasium und VAB-Klassen – unterrichtet werden. Die Schule war im Jahre 1900 als Königlich Württembergische Fachschule für Feinmechanik, Elektromechanik und Uhrmacherei gegründet worden. Der Festakt zum 125-jährigen Bestehen war bereits im Mai gefeiert worden.