Zunftmeister Florian Schütze genießt seine erste Fahrt im Schlüsselwagen. Foto: Rainer Bombardi

Ein Fest für alle Fans von Fasnet, Narretei und Brauchtum war der Große Umzug der Narrenzunft Schwenningen, der während Stunden Straßenfasnet in ihrer gesamten Dimension bot.

Die Hästräger und Besucher waren zu Tausenden aus Nah und Fern gekommen, um das närrische Spektakel zu erleben.

 

Trotz garstiger Temperaturen beteiligten sich die Hästräger mit vollem Elan am Umzug und steckten mit ihrer Fröhlichkeit das Publikum an.

Erstmals seit Jahrzehnten führten die Gastgeber mit all ihren Abteilungen in voller Stärke den Umzug wieder an. Sie gaben ebenso wie all die anderen Umzugsgruppen ein prächtiges buntes Bild ab.

Erstmals an oberster Stelle dabei war Florian Schütze, dem als Zunftmeister die Ehre zuteil kam, erstmals die Umzugsstrecke aus der Perspektive des Schlüsselwagens zu verfolgen. Seiner Freigiebigkeit dankten die Besucher entlang der gesamten Umzugsstrecke mit lautstarkem Narri-Narro. Der Schabernack der Narren war Trumpf an diesem Nachmittag, an welchem so manche Zuschauer ihren Mützen nachrannten oder ihre Haare wieder von Konfetti befreiten.

Neue Strecke

Der Start auf der modifizierten Umzugsstrecke erfolgte im Sturmbühl um Punkt 14.01 Uhr. Fahnenträger Sascha Stenzel und der Fanfarenzug unter Leitung von Justin Concialdi führten den Umzug an. In der Folge bekamen die Besucher die Chance, das Umzugsgeschehen mit allen Sinnen zu erfassen.

Zahlreiche Gruppen waren mit ihren Wagen zu Gast, andere schwangen ihre Karbatschen. Dort war besondere Vorsicht geboten. In einem der Wagen der Villinger Hexenzunft drehten die Hexen junge Damen durch eine Mangel.

Eine der farbenfrohsten Gruppen waren traditionell die Südstadt-Clowns aus Villingen, die in voller Größe und mit ihrem kompletten Fuhrpark an originell gestalteten Wagen und Oldtimern gekommen war. Kikeriki hieß es bei der Gockel-Gilde aus Zollhaus und aus Mühlhausen wehte ein Halden-Hui über den Umzug.

Bad Dürrheim ist Gastzunft

Gastzunft 2026 war die Narrenzunft Bad Dürrheim, die als Nummer zwei im Umzug unmittelbar auf die Gastgeber folgte. Der Elferrat war in Begleitung der Narros, mit dem Fanfarenzug und dem drolligen und stets gut gelaunten Salzgeist vor Ort. Die Salzhansel führten einen Tanz auf, der aufgrund ihrer Hunderten von Salzsäckchen an ihren Häsern besonders elegant wirkte. Ebenfalls zu Gast war die Siedergilde, welche einst als Lehrmeister den Tännlelupfer die Kniffe des Baumstellens verriet.

Bestens informiert

Doch auch aus der Ferne nahmen zahlreiche Gruppen teil: von Nesselwangen bis Straßberg, von Gauselfingen bis Deckenpfronn und von Hödingen bis Gosheim.

Die Moderation des Umzugs erfolgte von mehreren Orten aus, die unter anderem an der Zunftstube, im Rathaus und auf der Tribüne mit den Ehrengästen auf der Tribüne am Muslenplatz waren.

Mehrere Stunden waren bereits verstrichen, als mit der Meckergilde aus Villingen, den Tuninger Tännlegeistern der Umzug dem Ende entgegensteuerte.

Traditionell bildete das Narrenschiff der Gastgeber den Schlusspunkt des großen Umzugs. Danach ging das närrische Treiben in den Besenwirtschaften weiter.