Jörg Schlenker aus Schwenningen (rechts) spielte beim Stuttgarter Tatort „Verblendung“ mit. Foto: SWR/Jochen Schwillo

Jörg Schlenker wirkt als Statist im Fall aus Stuttgart mit. Der Schwenninger hat beste Erinnerungen an die Arbeiten im SWR-Studio in Baden-Baden und gibt einen Einblick in die Dreharbeiten.

Jörg Schlenker ist ein vielseitiger Mann: Er ist Grafiker, Musiker, Häsmaler, aktiv in der Schwenninger Fasnet und spielte jetzt als Nebendarsteller in „Verblendung“, dem jüngsten „Tatort“ aus Stuttgart mit.

 

Diese von der Kritik als eine der besten Folgen gelobt, schauten sich am Sonntag über neun Millionen Menschen an. Bereits seit einigen Jahren ist der Schwenninger in einer Castingagentur gelistet.

Gefängnisinsasse gespielt

So wunderte es ihn nicht, dass er vor über einem Jahr die Anfrage erhielt, dass man eine Leiche für einen Tatort suche. „Mehr wusste ich damals zu dem Zeitpunkt nicht, so Schlenker, der schließlich aus einer Auswahl von 40 Mitbewerbern ausgesucht wurde.

Die Dreharbeiten für den Stuttgarter „Tatort“ fanden beim SWR in Baden-Baden statt. Er war zwei Tage vor Ort, berichtet Schlenker. Er spielte den Gefängnisinsassen „Thorben Jung“, der in der Justizvollzugsanstalt Stammheim an einem Aussteigerprogramm aus der rechten Szene teilnahm und in der Kantine ermordet wurde.

Ein beklemmendes Gefühl war für ihn, als er in der Pathologie auf dem Tisch lag, erinnert sich Schlenker, der zwar nur in einigen Szenen zu sehen war, trotzdem in Schwenningen großen Eindruck hinterließ. Die Reaktionen aus dem Kreis seiner Verwandten und Bekannten am Sonntagabend ließen nicht lange auf sich warten. Viele Leute hatten sich diese Tatort-Folge angeschaut. „Das Telefon klingelte beinahe im Dauerton“, so Schlenker. Auch noch in den folgenden Tagen riefen viele Leute an.

Tolles Miteinander

Obwohl der Dreh schon lange vorbei ist, hat Schlenker noch beste Erinnerungen an die Arbeiten im SWR-Studio. Der besondere Reiz liege auch am ganzen Umfeld und dem tollen Miteinander unter den Schauspielern und innerhalb der Mannschaft, die hinter den Kulissen dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft.

Seine erste Statistenrolle hatte Schlenker beim Film „Funkenflug“, der über den Brand von St. Georgen am 19. September 1865 handelt. Er wirkte auch in der Neuverfilmung vom „Kalten Herz“ mit oder bei der Produktion „Der Scheich“ von Paramount-Plus. Diese Serie ist mittlerweile auf Magenta TV zu sehen. Schlenker spielt dort bei einer Falco-Coverband als Schlagzeuger mit. Ansonsten gab es bereits weitere kleinere Auftritte.

„Aus Zeitgründen konnte ich nicht alle Anfragen annehmen“, erklärt Jörg Schlenker. Jetzt ist der Schwenninger gespannt, welche Rolle ihm als nächstes angeboten wird. Auf alle Fälle stehe er bereit. Sicher ist jedoch, dass er bei keinem Tatort mehr mitspielen darf. Denn: „Warst du einmal Leiche, wirst Du nicht mehr gebucht.“