Freiwillige helfen bei der zahnärztlichen Grundversorgung in der Klinik des Vereins Mabuhay auf den Philippinen. Foto: Verein Mabuhay

Moritz Henne aus Schwenningen ist seit Kurzem praktizierender Zahnarzt. Bald geht es los auf die Philippinen. Dort unterstützt er als Freiwilliger die Arbeit des Vereins Mabuhay. In der Klinik erhalten die Inselbewohner Zugang zu medizinischer Versorgung.

Die Entscheidung, Zahnarzt zu werden, hat nicht zuletzt die Eltern gefreut. Denn Mutter Petra Krauss und Vater Roland Henne können darauf bauen, dass nun die vierte Generation bereit steht zur Mitarbeit in der Schwenninger Zahnarztpraxis. „Ich bin in der Praxis aufgewachsen“, sagt Moritz Henne lachend. Nach dem Abi am Deutenberg-Gymnasium konnte er direkt einen Studienplatz an seiner Wunschuni in Freiburg antreten. „Man hat viel mit Menschen zu tun und macht etwas Sinnvolles.“

 

Die Eltern geben bei Bedarf gerne Rat. Den Beruf des Zahnarztes beschreibt Moritz Henne als einen Mix aus Arzt, Handwerker und Künstler. Bei einem Infoabend der Fachschaft an der Uni erzählten Ehemalige über deren freiwilligen medizinischen Einsatz in Madagaskar und auf den Philippinen. Zum einen möchte der junge Mann etwas zurückgeben. „Zahnarzt zu werden ist ein teures Studium für den Steuerzahler.“ Zum anderen hat man so die Chance, mit den beruflichen Fähigkeiten „den Leuten viel Freude zu machen“.

Die Menschen sind arm

Moritz Henne wurde auf den Verein Mabuhay – Hilfe zu Leben aufmerksam und entschied, dort einige Wochen als Freiwilliger mitzuarbeiten. „Nord Samar auf den Philippinen ist touristisch nicht erschlossen. Es gibt keine medizinische Grundversorgung.“ Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier den Zugang zu schaffen.

Das ist für die Mehrzahl der Menschen wichtig, da sie nur wenig Ressourcen besitzen und sich eine medizinische Behandlung oft nicht leisten können. Zwei katholische Nonnen leiten die Klinik, die mittlerweile in verschiedenen Bereichen von Freiwilligen wie Moritz Henne aus Deutschland unterstützt wird. „Für die Menschen bedeutet das kurze Wege zu einer Gesundheitsversorgung, und sie zahlen nur einen geringen Unkostenbeitrag.“

Moritz Henne aus Schwenningen ist Zahnarzt. Foto: Cornelia Hellweg

Es gebe ein Wohnheim, und man kriegt bei den Ordensschwestern was zu essen. Für die zahnärztliche Behandlung stünden zwei Stühle zur Verfügung. Während Moritz Henne dort ist, wird er mit einer Freiwilligen (Zahnärztin) aus Neuseeland zusammenarbeiten. „Es geht dort viel um Chirurgie und Zähne ziehen und weniger um Zahnerhaltung.“

Denn das Wissen um die Bedeutung von und der Zugang zu Zahnhygiene ist nicht so ausgeprägt. „Wenn ich mal einen Rat brauche, dann kann ich einen Videocall zu den Eltern machen“, weiß er. Die Verständigung mit Kollegen und Patienten läuft auf Englisch. Tagalog ist die Hauptlandessprache. Die Zahnstation in der Klinik ist auch durch die Unterstützung des Hilfswerks der deutschen Zahnärzte gut ausgestattet. Im Jahresbericht 2024 des Vereins ist eine Schilderung zu lesen, dass dort regelmäßig Lippen- und Gaumenspalten operiert werden, was in Deutschland nicht so häufig vorkomme. „Der Patient bekam einen völlig neuen Gesichtsausdruck und war überglücklich.“

Erste Schritte im Beruf

Die vielen junge Zahnärzte, die dort unterstützen, machen in dieser Klinik oft ihre ersten selbstständigen Schritte. Neben der medizinischen Behandlung hat man sich Schulungen auf die Fahnen geschrieben zur Prävention von Erkrankungen. Angehörige werden zur Betreuung und Pflege der Patienten angeleitet.

Moritz Henne fühlt sich durch das Studium und erste Praxiserfahrungen gut vorbereitet für diesen nicht so alltäglichen Einsatz. Ziel ist für ihn, in die Schwenninger Praxis der Eltern einzusteigen. Die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung weiß er zu schätzen und möchte diesen Weg daher einschlagen.