Die sechste Jahreszeit in Schwenningen ist eröffnet / Bürgermeister Herbert Bucher: Neue Türme im Dorf

Von Wilfried Koch

Schwenningen. "Schöner kann ein Strohpark nicht beginnen", freute sich Bürgermeister Herbert Bucher am Samstagnachmittag bei der Eröffnung der 15. Freiluftveranstaltung zum Thema "Ideen aus Stroh".

Hochsommerwetter hatten die Strohbinder zum Auftakt des 15. Schwenninger Strohparks bestellt. Ihnen dankte Bürgermeister Herbert Bucher ebenso wie den Produzenten des Strohs, den Landwirten, dass sie die Voraussetzungen für eine Fortschreibung der Erfolgsgeschichte garantierten.

Zuvor hatte der direkt aus einem Amerika-Urlaub zurückgekehrte Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Schwenningen die Show eröffnet. "Unsere Strohbinder haben sich wieder mächtig ins Zeug gelegt", lobte Markus Lucke den Einsatz von Kindern und Erwachsenen. Ideen und die Kreativität seien "optimal" umgesetzt. Dank richtete Lucke an Heidi Schmid, Organisatorin der Erwachsenenprojekte, und Andrea Pleuler, zuständig für die Kinderprojekte, das Wirteteam um Norbert Quarleiter, die Vereine, an Margit Stingel für das Strohparkgedicht, an die Gemeinde für die Bereitstellung von Wiese und Küche sowie an die vielen fleißigen Helfer.

Auffallend viele Großobjekte prägen die Stroh-Landschaft. Die Straßenbaufirma Stingel schaffte es sogar, den Berliner Fernsehturm – abends ist er beleuchtet – als Strohobjekt nach Schwenningen zu holen. Der Turnverein stellte einen riesigen Buddha auf und die Bastelgruppe Firlefanz baute gar einen ganzen Kartoffelacker zum Thema "Kartoffelernte anno dazumal" auf.

Riesig sind auch der Trike vom MSC, Engel und Teufel von der Landjugend und der in den Stuttgarter Bahnhof einfahrende ICE des Musikvereines. "Stuttgart 21" und das vom Sportverein erstellte Stroh-Windrad sind die Kunstwerke mit aktuellem politischen Bezug.

Eher filigran sind die Arbeiten "Schraube mit Mutter" der Firma GaLö, der Ohrschmuck von Callah Art sowie das Wappen von Greber-Bau in Verbindung mit dem Gesangverein. Die vom Narrenverein aufgebaute Stroh-Rutsche nahmen die Kinder mit Freude in Beschlag. Viele beeindruckte der einzige Stroh-Beitrag auswärtiger Teilnehmer: Die OWB überzeugte – nach 2010 mit dem Schiff – mit einer Stroh-Kaffeetasse, gefüllt mit einer riesigen Menge echter Kaffeebohnen. Der Tennisclub baute eine Dartscheibe.

Ein weiterer Blickfang ist die prächtige, sich drehende Windmühle der Metzgerei Bosch. Das größte Kinderobjekt ist der meterhohe Leuchtturm von Jonas und Magnus Welz sowie Valentin und Johannes Gutmann. Die "Flötenkids" Hannah Conzelmann, Sarah Stingel, Lea Schreyeck, Alexandra Kohle und Dionne Greber haben eine Stroh-Blockflöte gebaut, Nadja Entreß hat schon an den Schneemann gedacht, und Marcel, Marco und Marius Großmann haben "Lauras Stern" aufgestellt.

Bastian und Katrin Weber sowie Martin, Felix und Ben Graf haben sich um die "Ernte 2011" gekümmert, während Marie und Johannes Mattes Urlaubserinnerungen präsentieren. "Tohamcomputer" nennen Lukas Straub und Max Stingel ihr Werk, Maximilien Fritz und seine Schwester Josefine haben das Motorflugzeug gebaut, und Antonie Fritz zeigt mit Pia Siber "Flip Flop".

Marc Riester hat die "Schnecke", Dana Riester die "Herzen" und Florian Scheuble den "Burj Al Arab" in den Park gestellt. Von Jakob Himmelsbach kommt die Ente, von Magnus Himmelsbach "Magnetilo" und von der vierjährigen Schwester das Pferd. "Bärchen auf Tour" haben die siebenjährigen Anna Gutmann und Celine Merz gebunden, während Alina Kögel und Yara Koch einen weiteren Schneemann errichtet haben. Wunderschön ist das Porträt vom Fröscherich, das Maren Greber, Carmen Butz und Dionne Greber mit viel Liebe zum Detail umgesetzt habe.

Die Initialen der Rockgruppe AC/DC haben Jannik und Marco Eisemann zu ihrem Kunstwerk inspiriert. Eine ganz tolle Idee war außerdem die Umsetzung der "Walpurgisnacht": Lisa, Nora, Celine und Jule Glückler sowie Stefanie und Daniel Müller lassen eine Hexe auf dem Besen reiten.

(wk). Das Strohdorf freut sich in den kommenden Wochen auf Tausende von Fans der Strohkunstwerke. Zur Begrüßung stehen wie immer an allen Ortseingängen interessante Stroh-Kunstwerke des Spektakels 2010. Strohparkwirt Norbert Quarleiter lädt am Dienstag und Mittwoch zum Schlachtfest ein. Die Heuberggemeinde zeigt bis Mitte Oktober "Ideen aus Stroh" auf der Wiese neben der Heuberghalle.