Andreas Thuresson klatscht seine Teamkollegen ab. Trotz des 5:3-Sieges gegen Köln kam beim zweifachen Torschützen keine echte Freude auf. Foto: Sigwart

Die Eishockey-Cracks der Schwenninger Wild Wings haben es in der Deutschen Eishockey Liga DEL denkbar knapp nicht geschafft, in die Play-offs zu springen.

Sonntag, 16.52 Uhr, Helios-Arena: Schwenningen hat beim 5:3-Sieg gegen Köln die Hausaufgaben erledigt, doch Direktkontrahent Straubing patzt in Wolfsburg nicht. Für die Wild Wings platzt so am letzten Hauptrundenspieltag der Play-off-Traum.

Die Ausgangslage

Nach der 5:6-Niederlage nach Verlängerung am Freitag gegen Krefeld (siehe Wild Wings-Geflüster) und der gleichzeitigen 2:4-Pleite von Direktkontrahent Straubing gegen Wolfsburg war klar, dass die Wild Wings am Sonntag mindestens einen Zähler mehr als die Tigers holen müssen. Sonst würde für die Schwenninger aufgrund der Quotienten-Regelung am 18. April 2021 eine denkwürdige Corona-Saison vorbei sein. Nicht nur die zahlreichen Fans, welche am späten Vormittag die mit den Autos ankommenden Spieler lautstark – aber coronakonform – vor der Arena begrüßten, hofften aber auf den erstmaligen DEL-Viertelfinal-Einzug in diesem Jahrtausend.

Der Spielverlauf

Die Wild Wings wirkten gegen befreit aufspielende Haie zunächst gehemmt. Es dauerte elf lange Minuten, bis Daniel Pfaffengut die erste Chance hatte. Da führte Köln durch Jason Akeson (5.) bereits mit 1:0. Umso wichtiger war, dass Andreas Thuresson (14.) die nächste Möglichkeit zu seinem 16. Saisontreffer nutzte. Doch Kevin Gagné (17.) sorgte für die erneute Führung des Nord-Sechsten. Schwenk in die Wolfsburger Eis-Arena: Straubing lag nach 20 Minuten mit 2:0 vorne. Es sprach um 15.03 Uhr wenig für die Wild Wings. "Wir tun uns schwer", gab Daniel Pfaffengut bei Magenta Sport zu.

Nach 25 Spielminuten sah die Eishockey-Welt schon wieder anders aus: Alex Weiß (22.) und Thuresson (23.) hatten nicht nur in Schwenningen das Spiel gedreht, sondern zeitgleich auch Wolfsburg gegen Straubing auf 1:2 verkürzt. Tylor Spink (26.) erhöhte mit einem Powerplay-Treffer den Druck auf die Tigers, die in der 35. Minute sogar den Ausgleich kassierten. Um 15.41 Uhr standen die Wild Wings in den Play-offs. Diese sorgten zudem mit dem 5:2 durch David Cerny (32.) für klare Verhältnisse. Die Haie hatten die Gegenwehr eingestellt.

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Die Grizzlys auch? Auf jeden Fall waren die Straubinger nach ihrer 4:2-Führung (43.) im letzten Abschnitt schnell wieder auf Play-off-Kurs. Da war der dritte Kölner Treffer durch Marcel Müller (43.) fast Nebensache. Weiter richteten sich die Blicke vor allem auf die Handys: Auf diesen war um 16.52 Uhr abzulesen, dass der Play-off-Traum der Wild Wings endgültig geplatzt war. Straubing hatte das letzte Süd-Ticket mit einem 4:2-Sieg in Wolfsburg gelöst.

Am Ende waren die Tigers in Sachen Punkteschnitt – 1,432 zu 1,421 – minimal besser. Die Wild Wings (54) hatten zwar einen Zähler mehr auf dem Konto, aber auch im Vergleich zu den Straubingern (53) eine Partie mehr ausgetragen. Schließlich war der eine Punkt am Freitag gegen Krefeld eben doch zu wenig gewesen.

Die Stimmen

"Leider hat es am Ende nicht ganz gereicht", stellte Coach Niklas Sundblad in einer ersten Bilanz aber die "gute Saison" heraus. "Wir haben einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht", lobte auch Sportmanager Christof Kreutzer das Team. So sah es ebenfalls Verteidiger Christopher Fischer. Doch das Saisonaus "tut sehr weh".

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