Die Schweizer Electronic – hier das Werk in Schramberg-Sulgen – hat 2021 den Konzernumsatz um 25 Prozent, den Umsatz der AG um 19 Prozent gesteigert. Foto: Wegner

Die Schweizer Electronic AG legte am Donnerstag die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021 vor: Der Gesamtumsatz legte stark zu, der Standort Schramberg drehte beim operativen Ergebnis wieder ins Plus.

Schramberg-Sulgen - Wie der Schweizer Konzern (umfasst die Standorte Deutschland, China und Singapur) mitteilte, erzielte das Unternehmen nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS (International Financial Reporting Standards) im Jahr 2021 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 122,7 Millionen Euro (Vorjahr: 98,3 Millionen Euro). Das entspricht einer Steigerung von nahezu 25 Prozent zum Vorjahr, die durch deutliche Marktanteilsgewinne ermöglicht wurde.

Dieser Wachstumstrend wird, so Schweizer, durch einen Auftragseingang im Jahr 2021 in Höhe von 175,2 Millionen Euro (Vorjahr: 78,4 Millionen Euro) untermauert. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) betrug Minus 8,5 Millionen Euro (2020: Minus 9,5 Millionen Euro). Die EBITDA-Quote verbesserte sich im Vergleich zu Vorjahr auf Minus 6,9 Prozent (2020: Minus 9,7 Prozent). Ohne den Standort China wurde in der Schweizer Gruppe im Jahr 2021 ein EBITDA in Höhe von 9,1 Millionen Euro erzielt. "Die Entwicklung des Umsatzes als auch des EBITDA liegt innerhalb der Unternehmenserwartungen", erklärt Schweizer.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31.12.2021 5,3 Prozent (Vorjahr: 17,4 Prozent). Unter Berücksichtigung der im Januar 2022 vollzogenen Beteiligung des strategischen Partners WUS Printed Circuit (Kunshan) Co., Ltd. mit Sitz in China an der chinesischen Tochtergesellschaft von Schweizer betrüge die Eigenkapitalquote 10,5 Prozent. Die Beteiligung erfolgte im Rahmen einer Kapitalerhöhung, wodurch dem Schweizer Konzern Eigenmittel in Höhe von 10,5 Millionen Euro zuflossen.

Entwicklung im vierten Quartal

Im vierten Quartal haben sich die operativen Ergebnisse des Konzerns gegenüber den Vorquartalen überwiegend verbessert. Insbesondere hat sich das Bruttoergebnis mit -0,3 Millionen Euro deutlich erholt. Dies sei insbesondere auf die im neuen Werk in China durchgeführten Maßnahmen zur Reduzierung der lokalen Verluste zurückzuführen. Mit einem Konzern-Umsatz von 32,4 Millionen Euro wurde im vierten Quartal eine EBITDA-Quote von minus 4,9 Prozent erzielt. Eine Anpassung des latenten Steuerguthabens für das Werk in China führte hingegen zu einem Ergebnis von Minus 8,6 Millionen Euro im Schlussquartal 2021.

Schweizer Electronic AG

Die Ergebnisse der Schweizer Electronic AG (deutsche Rechnungslegungsvorschriften HGB) am Hauptsitz in Schramberg verzeichnen eine sehr positive Entwicklung, wie das Unternehmen weiter mitteilte: Mit einem Umsatz von 90,6 Millionen Euro im Jahr 2021 stieg dieser um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies wurde trotz des weiterhin sehr schwierigen europäischen Marktumfeldes erreicht. Der klare "Turnaround", so Schweizer, zeigte sich bei der Ertragslage: Nach einem Verlust in den beiden Vorjahren, betrug der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2,0 Millionen Euro, was einer Verbesserung von 9,5 Millionen Euro zum Vorjahr entspricht. Die Eigenkapitalquote der Einzelgesellschaft stieg auf 43,8 Prozent (Vorjahr: 41,8 Prozent).

Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022

Die Entwicklung für das Jahr 2022 ist für Schweizer aufgrund der geopolitischen Lage, insbesondere der Ukraine-Krise und den verschärften Pandemie-Maßnahmen in China, schwer zu beurteilen. Trotz der sehr hohen Auftragsbestände bestehen hohe Unsicherheiten. In Abwägung der aktuell bekannten Chancen und Risiken erwartet der Vorstand für das Jahr 2022 ein weiteres Umsatzwachstum zwischen zehn und 20 Prozent. Unter anderem werde der Serienanlauf der Embedding-Technologie dazu beitragen. Es sei zu erwarten, dass steigende Energie- und Rohstoffpreise die Verbesserung der operativen Ergebnisse erschweren. Die Erwartung für die EBITDA-Quote liegt zwischen minus vier und plus ein Prozent. Die laufenden Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung werden unvermindert weitergeführt. "Die Erwartung für die Eigenkapital-Quote liegt zwischen sechs und elf Prozent. Hierzu sind weitere Kapitalmaßnahmen geplant", erklärt Schweizer. Welche das sind, lässt das Unternehmen noch offen.