Ehrungen standen beim Festbankett des Schwarzwaldvereins Schönmünzach-Huzenbach an (von links): Kurt Möhrle, Vorsitzender Klaus Dieterle, Bürgermeister Michael Ruf, Meinrad Joos, Präsident des Hauptvereins, Erika Wahr, Monika Bauer, Bezirksvorsitzender Willi Seid, Sigrid Gaiser und Friedhelm Bauer. Foto: Fotos: Stadler

Jubiläum: Schwarzwaldverein Schönmünzach-Huzenbach feiert mit viel Humor sein 100-jähriges Bestehen

Gute Laune, lockere Sprüche und humorvolle Ansprachen prägten das Festbankett zum Vereinsjubiläum des Schwarzwaldvereins Schönmünzach- Huzenbach. In liebevoll dekoriertem Ambiente feierte die Ortsgruppe ihr 100-jähriges Bestehen im Kurhaus Huzenbach.

Baiersbronn-Schönmünzach/Huzenbach. Die Auszeichnung mit der Eichendorff-Plakette und die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder standen ebenso auf der Tagesordnung wie die Würdigung des Engagements von Vorsitzendem Klaus Dieterle für 20 Jahre in diesem Ehrenamt.

Bereits die Begrüßung durch Vorsitzenden Klaus Dieterle war von Humor geprägt und verbreitete gute Stimmung. Gerätselt wurde jedoch bis zum Beginn des gemütlichen Teils mit Bewirtung, weshalb die Gäste mit "einem scharfen Messer klar im Vorteil" sind.

Bürgermeister übergibtEichendorff-Plakette

Eine besondere Ehre wurde der am 1. Juni 1921 gegründeten Ortsgruppe mit der Eichendorff-Plakette, verliehen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und überreicht von Bürgermeister Michael Ruf, zuteil. In seiner Laudatio sprach der Schultes über das Wandern, das nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie eine neue Renaissance erfahren habe und mittlerweile auch bei jungen Erwachsenen voll im Trend liege. Ruf betonte die Bodenständigkeit dabei ebenso wie die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen durch Entschleunigung im Einklang von Körper und Seele. "Viel Wandern macht bewandert. Dabei lässt sich das Panorama ebenso genießen wie die gemeinschaftlichen Erlebnisse in der Natur – und das bis ins hohe Alter", sagte der Bürgermeister. Der Schwarzwaldverein stehe nicht nur für die Wanderungen und die Planung im Vorfeld, sondern nehme auch wichtige Aufgaben für die Allgemeinheit wahr – wie Naturschutz oder Heimatpflege. Durch den Einsatz vieler Ehrenamtlicher im Verein könne der Wanderhimmel über Baiersbronn und seinen Teilorten mit beneidenswerten Wanderwegen strahlen. Das rege Vereinsleben, geprägt von starkem Mitgliederengagement mit einer 100-jährigen Tradition, kennzeichne die besonderen Verdienste, für die dem Verein die Eichendorff-Plakette verliehen werde. Die Gemeinde stockte diese Ehre mit einer kleinen Geldgabe auf.

Vereinsmitglied Friedhelm Bauer, der auch für die Jubiläumsausstellung im Kurhaus verantwortlich zeichnete, ließ in seiner Festrede die Vereinshistorie Revue passieren. Nach den Wirren des Ersten Weltkrieges fanden bereits Anfang der 1920er-Jahre die ersten Vereinsgründungen in der Umgebung statt. So wurde 1921 auch die Schwarzwaldvereinsortsgruppe gegründet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein erst 1955 wiedergegründet und verzahnte sich mit dem Kurwesen. Oft wurden an den Sonntagen zwei Omnibusse gechartert, mit denen die Wanderer zu den Ausgangsorten der Touren gefahren wurden. Dass der Verein jung geblieben ist, belegen Bilder, die zahlreiche junge Einheimische zeigen, die dem Verein inzwischen beigetreten sind. Ein Verdienst, so Bauer, des heutigen Vorsitzenden, Klaus Dieterle, und seines erfolgreichen und motivierenden Zugangs zur Bevölkerung.

Bauer benannte auch die Ziele des Schwarzwaldvereins – angefangen bei den Wanderungen einschließlich Aufbau und Erhalt der Wanderinfrastruktur über die Förderung der Denkmal- und Heimatpflege bis hin zur Förderung des Naturschutzes und der Landschaft im Sinne der Naturschutzgesetze. Bauer zollte all denen Respekt und Anerkennung, die in der 100-jährigen Vereinsgeschichte den Verein geleitet, unterstützt, aktiv genutzt und ihn mit Leben erfüllt haben, damit "der Wanderhimmel über Baiersbronn auch künftig leuchte".

Ehrungen für treue undverdiente Mitglieder

Kaus Dieterle zeichnete im Namen des Vereins Brigitte Förderer sowie Friederike und Willi Mix mit dem Treuezeichen für 25 Jahre Mitgliedschaft aus. Auf 40 Jahre Vereinszugehörigkeit blicken Karin und Willi Pfeifle sowie Jörg Günter zurück.

Für besondere Verdienste zeichnete der Präsident des Hauptvereins, Meinrad Joos, Erika Wahr und Kurt Möhrle aus. Wahr arbeite seit mehr als 20 Jahren im Verein mit und setze dabei stets zuverlässig sichtbare Zeichen nach außen. Möhrle ist langjähriger Wanderwart. Er kennt die Wanderwege am besten über die ihnen zugeordnete Nummerierung. Für ihre langjährige Arbeit als gewissenhafte Kassiererin ehrte Bezirksvorsitzender Willi Seid Monika Bauer.

Meinrad Joos lobte nicht nur den toll dekorierten Festsaal, sondern auch das liebevoll zubereitete Vesper für alle Festgäste. Eingewickelt in ein Geschirrtuch, fanden die Gäste darin ein Vesperbrett samt Messer und zünftiger Wanderjause einschließlich Schwarzwälder Kirschwasser. Sie alle durften das Geschenk nach Genuss des deftigen Inhalts mit nach Hause nehmen. Joos gratulierte zur Auszeichnung mit der Eichendorff-Plakette. "Es gibt sie nicht einfach so", sagte er. "Die Plakette ist besonders wertvoll, da sie eine besondere Ehrung für einen besonderen Verein darstellt." Joos übergab an Klaus Dieterle einen Gutschein für eine Holz-Ruhebank, deren Standort er auswählen darf, und zeichnete ihn für seine 20-jährige ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender der Ortsgruppe aus.

Humorvoll gestaltete sich auch das Grußwort des Huzenbacher Ortsvorstehers Eckard Wahr, der den Schwarzenberger Ortsvorsteher Erwin Zepf urlaubsbedingt entschuldigte und ein Geschenk übergab. Wahr schilderte in seiner kurzen Rede den früheren Schwarzwaldverein als einen Verein, bei dem "die Alten ein bisschen wandern". Doch die Ortsgruppe Schönmünzach-Huzenbach habe in den vergangenen Jahren einen großen Zuspruch erfahren. Auch vom Bezirk, so Bezirksvorsitzender Willi Seid schmunzelnd, sei "ein bisschen was für die Huzenbacher Ortsgruppe" gesammelt worden. Die Mitglieder der Ortsgruppe hätten viel getan für den Aufbau und den Erhalt des Wanderwegesystems.

Vor dem gemütlichen Teil des Abends dankte Klaus Dieterle unter anderen der Dorfgemeinschaft für die Bewirtung, den zahlreichen Spendern für ihre Unterstützung, Marianne Maulbetsch und dem örtlichen Posaunenchor für die musikalische Umrahmung des Festbanketts mit Wanderliedern. Dabei verwies er auf die Wanderungen der Festwoche bis zum Freitag, 10. September.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: