Während des Sprungs haben die Kombinierer und Kombiniererinnen wohl keinen Blick auf die Schönheit Schonachs übrig. Foto: Michael Kienzler

Wenn am Samstag wieder der traditionsreiche Schwarzwaldpokal in Schonach steigt, dann geht es für die deutschen Kombinierer auch darum, eine Durststrecke zu beenden. Der DSV wartet seit 2017 auf einen Sieg. Heidi Spitz feiert ein Comeback.

1967 – der Bundeskanzler heißt Kurt Georg Kiesinger, der Big Mac wird erfunden und in Schonach beginnt auf der Langenwaldschanze und Co. ein neues Kapitel der Nordischen Kombination: Der Schwarzwaldpokal feiert seine Premiere.

 

Ausrichter unter dem Namen „Internationale Skiwettkämpfe Schonach/Neukirch“ waren die Skizunft Brend und der Skiclub Schonach. Ab 1971 war der SC Schonach alleine zuständig – nun hieß der Wettbewerb „Internationale Nordische Kombination um den Schwarzwaldpokal“.

Heidi Spitz

Zehn Jahre später war Heidi Spitz das erste Mal dabei. 1981 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Schonach feierte sie ihr Debüt bei ihrer „ersten großen Veranstaltung“ im Organisationsteam. „Da habe ich sehr viel gelernt“, lacht und sagt sie beim Rückblick. Der Übergang zum Schwarzwaldpokal war für sie dann fließend.

Bis 2021 war Heidi Spitz Generalsekretärin des Schwarzwaldpokals. Ihre große Kompetenz und ihr Fleiß waren weithin bekannt. Deshalb wurde die Schonacherin auch als „Frau Schwarzwaldpokal“ mit viel Respekt in all den Jahren genannt.

Vor vier Jahren verabschiedete sich eigentlich in den „Ruhestand“. Doch als Geschäftsführerin des Skiclub Schonach „war ich weiterhin natürlich sehr involviert beim Schwarzwaldpokal“.

Weil ihre Nachfolgerin bei der Gemeinde Schonach, Benita Hansmann, jetzt ein Studium begonnen hat und die Nachfolge von Hansmann erst zum 1. Februar besetzt wird, sprang Heidi Spitz wieder als Organisationschefin ein.

„Es macht mir viel Freude mit den verschiedenen Teams an der Schanze und an der Strecke zusammenzuarbeiten. Das ist sehr professionell und die Wege sind kurz. Es geht alles Hand in Hand. Ich brauchte überhaupt keine neue Einarbeitungszeit.“

Heidi Spitz sagt: „Die Zusammenarbeit mit unseren Organisationsteams an der Strecke und an der Schanze macht mir viel Freude.“ Foto: Christel Börsig-Kienzler

Auf was sich Heidi Spitz bei ihrem Comeback besonders freut? „Ich hoffe am Wochenende einfach wieder auf spannende Wettbewerbe, auf viele Zuschauer und gutes Wetter.“ Was sich im Laufe der Jahre in der Organisation alles verändert hat? Heidi Spitz überlegt nur kurz: „Es ist vor allem die Zusammenarbeit mit den Medien. Als ich anfing, hatten wir noch einen Fernschreiber. Das Handy und die sozialen Medien erleichtern heute natürlich vieles.“

„Wir sind bereit“

Warum die Vorbereitungen etwas anders waren? „Dass wir erst am Sonntag grünes Licht für dieses Event geben konnten, war ungewöhnlich. Erst dann konnte ein Teil der Lieferungen an Hardware der Firmen abgewickelt werden. Es waren drei Tage weniger an Vorarbeit, wie es sonst der Fall war. Aber dennoch hat alles wieder sehr gut geklappt. Wir sind bereit und hoffen wieder auf großartige Wettbewerbe und ein großes Fest.“

Die Anfänge

Erster Gewinner wurde im Jahr 1967 der Bayer Edi Lengg (Reit im Winkl). Nach dem Triumph des Schweizers Alois Kälin bejubelten bis 1974 wieder DSV-Starter den Sieg – dreimal war es Franz Keller. Rauno Miettinen (Finnland, insgesamt drei Siege) und Ulrich Wehling (DDR) feierten danach Doppelsiege, auch Uwe Dotzauer (DDR) trug sich zweimal in die Siegerliste ein.

Also die Zeit des späteren Bundestrainers Hermann Weinbuch, Siege 1985 und 1986, in Schonach beginnt, geht es beim Schwarzwaldpokal auch schon um Weltcuppunkte. 1984 wurde in der Nordischen Kombination der Weltcup eingeführt – natürlich mit Schonach.

1991 begann die große Zeit von Fred Börre Lundberg.

Das Objekt der Begierde: Noch kein Kombinierer hat es geschafft, den Schwarzwaldpokal endgültig zu holen. Foto: Eibner/Roger Bürke

Der Norweger triumphierte in den Jahren 1991, 1993, 1995 und 1996. Landsmann Bjarte Engen Vik hielt den Schwarzwaldpokal, geschaffen von Prof. Klaus Ringwald, 1999 und 2000 hoch.

Das neue Jahrtausend

Als 2002 im Langlauf zum ersten Mal im neuen Langlauf-Stadion im Wittenbach die Entscheidung fiel, schnappte sich der Österreicher Felix Gottwald die Trophäe. Der Finne Hannu Manninen ließ dann 2005 und 2006 nichts anbrennen. Auch der Franzose Jason Lamy Chappuis trug sich zweimal in die Siegerliste ein (2010, 2013).

Erich Frenzel, der heutige Bundestrainer, ließ sich 2016 und 2017 von den deutschen Fans in Schonach feiern. Seit 2017 wartet der DSV aber auf einen erneuten Sieg im Schwarzwald. Dominator Jarl Magnus Riiber (Norwegen) hielt den Schwarzwaldpokal 2022 und im vergangenen Jahr in die Höhe.

Die Frauen

Im Jahr 2013 stieg in Schonach im Rahmen des Schwarzwaldpokals erstmals ein Spezialspringen der Damen. Anette Sagen (Norwegen) und Sara Takanashi (Japan) siegten.

Mari Leinan Lund bejubelte im vergangenen Jahr in Schonach den Sieg. Foto: Eibner/Roger Bürke

Ausrichter war der SC Schönwald, der jahrelang das Frauenskispringen mit dem Ladies GP gefördert hatte. 2022 ging es dann für die Damen erstmals in Schonach auch um Weltcuppunkte. Es gewann die Japanerin Anju Nakamura. 2023 jubelte Gyda Westvold Hansen, im vergangenen Jahr Mari Leinan Lund (beide Norwegen).

Die Trophäe

Der Schwarzwaldpokal wird als Wanderpokal an den Sieger in der Nordischen Kombination (Gundersen) vergeben. Er geht in den Besitz des Gewinners über, wenn er dreimal hintereinander oder insgesamt fünfmal in loser Folge gewonnen wird.

Dies schaffte aber noch kein Kombinierer, Als Erinnerung erhält der Sieger eine kleine Ausführung des Pokals.

Der Schanzenrekord

111 Meter weit sprang der Japaner Ryota Yamamoto im Jahr 2022 auf der Langenwaldschanze, die bereits im Jahr 1924 erstellt wurde. Sie einen K-Punkt (Konstruktionspunkt) von 90 m und einen Hillsize von 100 m.

Das Programm

Der Freitag steht im Zeichen der Qualifikationen der Frauen (12.30 Uhr) und Männer (14.30 Uhr) auf der Langenwaldschanze. Am Samstag geht es dann für die Männer auf der Schanze um 9.30 Uhr los, die Frauen springen ab 10.45 Uhr. Schon um 13:10 Uhr geht es für die Frauen dann im Wittenbach im Langlauf (5 km) rund, die Männer kämpfen ab 13:40 Uhr um den begehrten Schwarzwaldpokal (10 km).

Auch am Sonntag (9:15 Uhr) machen die Männer den Anfang auf der Langenwaldschanze, die Frauen folgen um 10:30 Uhr. Um 14.15 Uhr müssen dann die Männer im Langlauf ran, die Frauen kämpfen ab 15:40 Uhr um Weltcuppunkte.