Am Ruhestein wird zur Zeit auf vielen Baustellen gleichzeitig gearbeitet. Foto: Himmel

Nach Baustellen soll es im Großschutzgebiet ruhiger und geordneter zugehen. 3,6 Millionen Euro werden investiert.

Schwarzwaldhochstraße - Die Anreise in den Nationalpark soll einfacher und umweltverträglicher werden. Doch erst einmal gibt es Baustellen, Umleitungen und gesperrte Parkplätze.

60 Einzelmaßnahmen sollen den Verkehr im und um das Großschutzgebiet nachhaltig verändern. "Für Einheimische und auswärtige Gäste wird sich in der Nationalparkregion sehr viel verbessern. Die Anreise in den Nationalpark wird einfacher, umweltbewusster und moderner", sagt dazu Verkehrsminister Winfried Hermann. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hatte die Federführung bei der Entwicklung des neuen Konzepts unter der Leitidee "Natur.Bewusst.Mobil". Beteiligt waren daran auch das Umweltministerium, drei Landkreise, ein Stadtkreis, zwei Regierungspräsidien und drei Verkehrsverbünde.

"Das war schon ein Mammutwerk, so viele Akteure unter einen Hut zu bekommen, aber die Arbeit hat sich gelohnt – ich freue mich, dass die Ergebnisse nun Schritt für Schritt sichtbar und in einigen Monaten auch nutzbar werden", sagt Klaus Michael Rückert, Vorsitzender des Steuerkreises Verkehrskonzept.

Zu den mehr als 60 Einzelmaßnahmen gehören unter anderem der neue Kreisverkehr am Ruhestein, an dem gerade gearbeitet wird, einheitliche Bushaltestellen und eine digitale Infoplattform. "Das oberste Ziel war für uns natürlich auch, die Nachhaltigkeit zu verbessern", sagt Nationalparkleiter Wolfgang Schlund. Die gerade an Wochenenden oft chaotische Verkehrssituation mit Staus und zugeparkten Straßenrändern entlang der Schwarzwaldhochstraße solle sich entspannen, weil die Anreise mit dem verbesserten Busangebot deutlich attraktiver werde.

Digitale Plattform soll über Busverbindungen und freie Parkplätze informieren

"Mit einer digitalen Infoplattform, die das Verkehrsministerium gerade entwickeln lässt, kann ich beispielsweise schon zu Hause schauen, wie ich am besten in den Nationalpark und die Region kommen kann, ob es überhaupt noch freie Parkplätze gibt oder ich mir gleich eine bequemere Alternative mit dem Bus aussuche", erklärt Touristikerin Natalie Beller, die das Verkehrskonzept für den Nationalpark koordiniert.

"Auch Auswärtige können sich so im fremden Busnetz leichter zurechtfinden, Einheimische mit einem einzigen Ticket aus der Region ins Schutzgebiet reisen", erläutert Rückert. Kurzfristig werde es vor allem am Ruhestein mit all den parallelen Baustellen allerdings noch einige Einschränkungen geben müssen. "Parken ist hier die nächsten Monate kaum noch möglich, wir empfehlen dringend, im Moment lieber andere Startpunkte für einen Ausflug im Nationalpark anzusteuern", bittet Wolfgang Schlund um Verständnis.

Auf der Nationalpark-Website können Gäste aktuelle Informationen zur Situation am Ruhestein, zu Sperrungen oder Umleitungen finden. Anschließend werde der Verkehr nicht nur ruhiger und geordneter, sondern auch sicherer fließen, sagt Abteilungspräsident Jürgen Skarke vom Regierungspräsidium Karlsruhe, das die Baumaßnahmen zum Umbau des Verkehrsknotens B 500/L 401 zu einem Kreisverkehr und die Neuordnung der Verkehrssituation rund um das neu entstehende Besucherzentrum leitet.

Insgesamt fließen rund 3,6 Millionen Euro in die Infrastrukturmaßnahmen die Bund und Land gemeinsam tragen.

Weitere Informationen: www.nationalpark-schwarzwald.de/de/nationalpark/aufgaben-ziele/verkehrskonzept

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