Tourismusdirektor Patrick Schreib und Bürgermeister Michael Ruf (Dritter und Vierter von links) bekamen die Förder-Plakette von Dajana Greger (rechts daneben) überreicht. Foto: Braun

Mit dem Anbringen der Leader-Förderplakette wurde der Infopoint am Lotharpfad offiziell eingeweiht. Damit ist das erste Projekt des "Masterplans Schwarzwaldhochstraße" und Pilotprojekt der drei Leader-Aktionsgruppen Nordschwarzwald, Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße und Ortenau fertiggestellt worden.

Baiersbronn-Schliffkopf - Bei bestem Lotharpfad-Wetter im dichten Nebel begrüßte Bürgermeister Michael Ruf die Gäste. "Ohne die Leader-Förderung hätten wir dieses Infrastrukturprojekt nicht umsetzen können", erklärte er. Die Infopoints, die entlang der Schwarzwaldhochstraße und in der gesamten Nationalparkregion entstehen sollen, seien ein wichtiger Bestandteil des Verkehrs- und Besucherlenkungskonzepts der Nationalparkregion Schwarzwald. Die übergreifende Leader-Kooperation ermögliche weitere Projekte, so Ruf. Ziel solle es sein, eine gemeinsame architektonische Sprache in der gesamten Region zu finden.

Der Infopoint sei nicht nur eine einfache Unterstellmöglichkeit, sondern biete durch die Internetanbindung einen breiten Zugang zu Informationsmöglichkeiten. Da die Stromversorgung am Lotharpfad nicht ausgereicht hätte, wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zur Versorgung des Displays installiert. Ruf sprach von einem rundum gelungenen und wegweisenden Projekt.

Claus Haberecht, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Schwarzwaldhochstraße-Mittelbaden, rief dazu auf, dass weitere Gemeinden dem Vorreiterbeispiel Baiersbronn folgen sollten. "Die Infopoints könnten eine Art Markenkern für die Schwarzwaldhochstraße sein", sagte er. "Wichtig ist, dass wir es gemeinsam machen." Ohne Leader, das Regionalentwicklungsprogramm der EU, seien solche Projekte nicht möglich. Insgesamt gebe es 29 weitere Standortvorschläge.

Verfügbarer Parkraum soll gesteuert werden

Die stellvertretende Leiterin des Nationalparks Schwarzwald, Britta Bähr, dankte der Gemeinde Baiersbronn für ihr Engagement und erklärte, dass weitere Projekte am Lotharpfad folgen sollen: "Hier wird eine Parkraumbewirtschaftung entstehen, der Lotharpfad soll möglichst barrierefrei gemacht werden, und auch eine Toilettenanlage ist angedacht."

Baiersbronns Tourismusdirektor Patrick Schreib erklärte den großen Bildschirm. Das Programm laufe allerdings noch nicht in der Endfassung, aktuell könnte nur die Homepage des Nationalparks abgerufen werden. Derzeit sei man dabei, das digitale Netz zu entwickeln, bis Ende des Jahres könne es dabei Fortschritte geben.

Architekt Jochen Asal ging auf die Entstehung der Infopoints ein. Die größte Aufgabe sei es gewesen, ortstypische, aber sich an die Gegebenheiten anpassende Entwürfe zu präsentieren. In einer Art Projektmappe hat das Architekturbüro mögliche Bauarten von Infopoints und Buswartehäuschen zusammengestellt. "So haben wir eine Grundlage und können den anderen Gemeinden entsprechende Vorlagen präsentieren", erläuterte Asal. Jeder Standort habe natürliche individuelle Ansprüche.

Motivationsschub für andere Gemeinden

Diese Vorlage solle sozusagen ein Motivationsschub für unentschlossene Gemeinden sein, warf Claus Haberecht ein. Ziel sei es, eine Art Perlenkette aus Informationspunkten zu schaffen.

Der Infopoint am Lotharpfad wurde mit viel Holz und einem Stahlbetonsockel gebaut. Leitgedanke sei die heimische Baukultur gewesen, sagte Asal. Patrick Schreib bezifferte die Kosten auf rund 115 000 Euro, eine Leader- Förderung in Höhe von 60 Prozent komme zum Abzug.

"Solche Projekte unterstreichen die Bedeutung von Leader für die Region", sagte Dajana Greger, Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Nordschwarzwald. Die Förderung sei beispielhaft gebietsübergreifend und bringe die Region voran, ist sie überzeugt. "Es geht darum, gemeinsam an einem Strang zu ziehen." Wichtig sei es auch, für die kommende Förderperiode zu zeigen, was bisher erreicht wurde und in Zukunft möglich sei. Eine Leader-Förderung brauche stets auch eine Co-Finanzierung der Kommunen, weshalb sie der Gemeinde Baiersbronn in diesem Fall dankte. Greger überreichte Michael Ruf und Patrick Schreib die Leader-Förderplakette, die künftig im Inneren des Infopoints hängen wird.

Übrigens: Die ersten Gäste haben den Infopoint bereits genutzt. Eine Vogelfamilie hatte bereits während der Bauzeit das neue Domizil mit ihrem Nest bezogen.

Die Infopoints sind modular aufgebaut und können je nach Einsatzort unterschiedlich ausgestaltet sein. Gleichzeitig weisen sie eine einheitliche Form- und Materialsprache auf, die einen hohen Wiedererkennungswert hat und als Markenzeichen der Nationalparkregion dienen soll.

Der am Lotharpfad realisierte und von Leader geförderte Infopoint wurde als teilweise geschlossenes Holzhäuschen mit Satteldach ausgeführt. Im wettergeschützten Teil des Infopoints wurde eine Sitzbank installiert, um den Besuchern einen Ruheplatz zu ermöglichen. Im teilweise offenen Bereich des Unterstands wurde eine digitale Infotafel angebracht, die Informationen über die Schwarzwaldhochstraße, den Nationalpark, den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, die touristischen Einrichtungen der an die Schwarzwaldhochstraße angrenzenden Städte und Gemeinden sowie das Wetter, die Busverbindungen und die Parkplatzbewirtschaftung liefert. Im Schaukasten des an der Seite angebrachten Wind- und Wetterschutzes können auch weitere Informationen und Hinweise auf Veranstaltungen ausgehängt werden.