Einschränkungen kommen in den kommenden Wochen einmal mehr rund um St. Georgen auf die Fahrgäste der Schwarzwaldbahn zu: Zwischen Triberg und Villingen müssen sie auf den Bus umsteigen. Grund sind unter anderem Bauarbeiten an den Gleisen.
Rund 3,5 Kilometer Gleis erneuert die Deutsche Bahn (DB) in den kommenden Wochen auf der Strecke der Schwarzwaldbahn zwischen Triberg und St. Georgen. Fahrgäste müssen sich deshalb ab Samstag, 1. Juni, und voraussichtlich bis Freitag, 12. Juli, auf Einschränkungen gefasst machen: Zwischen Triberg und Villingen bleibt ihnen einmal mehr nur der Bus.
Welche Bauarbeiten sind geplant?
Die Arbeiten der Bahn konzentrieren sich auf das Gleis im Abschnitt Seelenwald bei Gremmelsbach, das während der Hangsicherungsarbeiten am Seelenwald-Steilhang als Zuweg und Baustelleneinrichtungsfläche genutzt wurde. Seit vergangenem Jahr sicherte die DB den rund 80 Meter hohen Steilhangabschnitt Seelenwald, der sich zwischen dem zweiten und dritten Seelenwaldtunnel oberhalb von Gremmelsbach befindet. Dafür bohrte die DB mithilfe eines Schreitbaggers insgesamt 136 Anker in die Felsen. Im Anschluss betonierten Kletterer Blöcke für die Anker, die den Hang wie ein Korsett für viele weitere Jahrzehnte stabil halten sollen. „Die Hangsicherungsmaßnahme ist abgeschlossen, es finden noch Restarbeiten statt“, teilt das Unternehmen mit.
Für die nun anstehenden Gleisarbeiten im Bereich des Seelenwald-Steilhangs packt die DB nach eigenen Angaben insgesamt 7200 Meter Schiene, 3600 Schwellen und rund 10 000 Tonnen Schotter an.
Parallel führt das Unternehmen einer Mitteilung zufolge im Verlauf der Strecke zwischen Triberg und St. Georgen weitere Instandhaltungsmaßnahmen durch. Unter anderem wird der Bahnübergang im Grund erneuert, wie eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Dieser müsse dafür tageweise für den Verkehr gesperrt werden. Eine entsprechende Umleitung werde eingerichtet.
Obwohl die Arbeiten nur zwischen Triberg und St. Georgen stattfinden, ist die Strecke der Schwarzwaldbahn bis nach Villingen gesperrt – warum eigentlich?
Das habe „betriebliche Gründe“, sagt die Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Vereinfacht ausgedrückt besteht in St. Georgen nicht die nötige Wendemöglichkeit für die Züge, so dass Fahrgäste schon ab Villingen auf den Bus umsteigen müssen.
Welche Einschränkungen gelten für Fahrgäste?
Die Streckensperrung zwischen Triberg und Villingen inklusive Schienenersatzverkehr gelte ab kommenden Samstag, 1. Juni, bis einschließlich Freitag, 12. Juli. Morgens und nachts sind die Einschränkungen noch größer: Dann fahren Züge aus Richtung Karlsruhe nur bis nach Hornberg. Zwischen Dienstag, 9., und Donnerstag, 11. Juli, ist die Strecke sogar bis nach Singen für den Zugverkehr gesperrt.
Wie sieht es in puncto Lärmbelastung durch Rollgeräusche der Schwarzwaldbahn aus?
Die anstehenden Einschränkungen für Fahrgäste sind das eine – in den vergangenen Monaten hatte die Schwarzwaldbahn jedoch vor allem akustisch durch laute und schrille Rollgeräusche auf sich aufmerksam gemacht – zumindest dieses Problem scheint die DB mittlerweile wieder in den Griff bekommen zu haben. „Für uns ist die Geräuschentwicklung mittlerweile unauffällig“, teilt die Bahn-Sprecherin auf Anfrage mit. Sämtliche Radsätze der Doppelstockzüge seien in den vergangenen Monaten ausgetauscht worden. In ihrer Abnutzung vermutet die Bahn nämlich die Ursache der erhöhten Lärmbelastung.
Also alles gut? So weit will die Deutsche Bahn in ihrer Einschätzung dann doch nicht gehen. Nach Angaben der Unternehmenssprecherin kann „nicht ausgeschlossen werden, dass mit steigenden Temperaturen die Radsätze wieder mehr verschleißen. Deshalb setzen wir weiter auf eine erhöhte Kontrolle, den Austausch der Radsätze und arbeiten auch weiter intensiv an der Ursachenforschung. Wichtig ist, wie wir langfristig einer unsymmetrischen Abnutzung der Radsätze vorbeugen können.“ Ein besonderes Augenmerk legt die Bahn dabei auf die Bergstrecke zwischen Hornberg und St. Georgen.