Hermann, Britta und Hannes Bareiss, die Künstler Naoko Sonoda und Haruma Sato sowie Intendant Mark Mast (von links) freuten sich über ein gelungenes Konzert. Foto: Braun

Einen Leckerbissen für Klassikfans gab es zum Abschluss des Schwarzwald Musikfestivals in der Christuskirche mit dem ARD-Preisträgerkonzert.

Baiersbronn - Mit gerade einmal 21 Jahren war Haruma Sato 2019 der jüngste der Finalteilnehmer des renommierten Musikwettbewerbs der ARD, bei dem er den ersten Preis belegte. Mit seinem Violoncello begeisterte der heute 24-jährige Ausnahmekünstler zusammen mit seiner Klavierpartnerin Naoko Sonoda die Gäste in einer voll besetzten Mitteltaler Kirche.

"Es war schon immer mein Traum, in einer Kirche zu spielen", verriet der in Berlin studierende Musiker, der mit seinem magischen Spiel die Zuhörer verzauberte.

"Nichts braucht unsere Gesellschaft momentan mehr als einen Beitrag für Herz und Geist. Heute zeigen Ihnen zwei außergewöhnlich sympathische Künstler ihr Können", so Intendant Mark Mast. Zuvor hatte er allen Unterstützern des Schwarzwald Musikfestivals gedankt, insbesondere dem Konzertpaten des Abends, der Familie Bareiss.

Ein Ausnahmetalent

Kaum waren die Dankesworte verklungen, begeisterte der junge Cellist aus Japan mit zwei Solostücken. Johann Sebastian Bachs Suite für Violoncello ließ aufhorchen, mit geschlossenen Augen spielte Sato die Stücke. Und von Beginn an war klar, dass hier ein musikalisches Ausnahmetalent sitzt. Mit Gefühl und Hingabe verstand er es, die gesamte Bandbreite des Instruments zu nutzen, von dramatisch tiefen Tönen bis zum flinken Tonlagenspiel war alles enthalten. Gerade die verschiedenen Variationen verlangten dem Cellisten virtuoses Können ab, eine Herausforderung, die nur mit fast schon akrobatischer Spieltechnik zu lösen war. Dies wurde besonders im zweiten Solostück klar, denn Haruma Sato spielte das Wettbewerbsstück von Martin Smolka. Nicht für alle Ohren waren die eigenartigen Töne eingängig, doch vor allem die Klassikkenner waren beeindruckt von der technisch außergewöhnlichen Leistung.

Deutlich melodischer und beeindruckend schön war das gemeinsame Spiel Satos mit seiner Klavierpartnerin Naoko Sonoda. Die beiden jungen Künstler begeisterten mit Werken von Schubert und Schumann, interpretierten aber auch Brahms stimmungsvoll.

Harmonie und Klarheit

Haruma Sato überzeugte durch sein grandioses Cellospiel, er brachte die Stücke mit Harmonie und Klarheit zu Gehör. Mal leise tastend, mal dramatisch anschwellend – beide Künstler boten eine genussvolle Vorstellung. Viel Applaus gab es am Ende für die beiden, die bereitwillig noch zwei Zugaben spielten.

Nach den musikalischen Leckerbissen folgten die kulinarischen Genüsse des Hauses Bareiss. Bei Seeteufelfilet und gebratenen Riesengarnelen konnten die Gäste des musikalischen Kulinariums hautnah die beiden Künstler erleben. Hannes Bareiss sprach von einem außergewöhnlichen Konzert, und Hermann Bareiss bescheinigte den beiden Musikern eine Weltklasse-Leistung.

Intendant Mark Mast gab viele Hintergrundinformationen zu den Künstlern, und im Interview erzählten Naoko Sonoda und Haruma Sato viel über sich selbst. Bescheiden zeigte sich Sato. Als Ausnahmekünstler hatte er auch in der Corona-Zeit viel in Japan zu tun, die Kammermusik sei seine Leidenschaft. Für die Gäste des Kulinariums spielten beide Chopin und Bach und begeisterten erneut mit ihrer großen Kunstfertigkeit.