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Schwarzwald-Baar Wolf ist zurück in alter Heimat

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Ein Wolf ist auf der Baar gesichtet worden. Symbolfoto. Foto: dpa

Villingen-Schwenningen - Ein Raubtier kehrt in seine alte Heimat zurück. Nach 150 Jahren ist wieder ein lebender Wolf in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Zur Freude über die Rückkehr kommt aber die Sorge von Tierhaltern.

Erstmals seit 150 Jahren ist in Baden-Württemberg wieder ein lebender Wolf nachgewiesen worden. Experten des Wolfsmonitorings hätten das Raubtier anhand von Fotos sicher identifiziert, teilte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) gestern mit. In den vergangenen Tagen waren verschiedene Meldungen über Wolfssichtungen auf der Baar-Hochfläche zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb eingegangen.

"Ich freue mich, dass der Wolf bei uns wieder heimisch wird", betonte Hauk. Wölfe sind nach internationalen Artenschutzbestimmungen und deutschem Recht streng geschützt. Im Moment ist allerdings noch nicht viel über das Tier bekannt, nicht einmal sein Geschlecht. Auch über seine Herkunft könne man bislang nur spekulieren, sagte Mara San­drini von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg.

Umweltschützer erfreut

Umweltschützer reagierten erfreut, mahnten aber, dass es einen Ausgleich der Interessen geben müsse. "Jetzt gilt es, diesen faszinierenden Tieren das Überleben zwischen Bodensee und Odenwald zu ermöglichen – und gleichzeitig die Interessen der Tierhalter zu wahren", teilte der Waldreferent des Naturschutzbundes (Nabu), Johannes Enssle, mit. Es müsse Platz sein für Weidetiere und Wölfe.Tierhalter

Ähnlich sieht das Hauk: Die Rückkehr des Raubtieres stoße bei Nutztierhaltern naturgemäß auch auf Skepsis. "Wir haben daher die Anliegen der Tierhalter im Blick und fördern Herdenschutz-Projekte mit dem Ziel, eine Koexistenz von Wolf und Nutztieren zu ermöglichen." Die Verbände der Nutztierhalter seien bereits am Freitag über den Wolf informiert worden.

Im Norden und Osten Deutschlands haben sich bereits wieder Wolfsrudel angesiedelt und Nachwuchs aufgezogen. Sie waren von Polen eingewandert. Auch in der Nachbarschaft Baden-Württembergs – in der Schweiz und in den Vogesen – leben Wölfe. Im vorigen Jahr waren zwei tote Wölfe in Baden-Württemberg gefunden worden. Ein Wolf war im Juni 2015 an der A 5 bei Lahr überfahren worden, das zweite Tier fand im November auf der A 8 bei Merklingen den Tod. Zudem wollen Autofahrer im vergangenen Sommer schon Wölfe in Waldnähe etwa bei Rosenfeld im Zollernalbkreis gesehen haben.

Grünbrücken gefordert

Enssle forderte die Landesregierung auf, mehr Grünbrücken zu bauen, damit weniger wandernde Tiere von Autos getötet werden. Das gelte für den Wolf ebenso wie für Rehe, Wildschweine oder Wildkatzen.

Hauk wies auf den von Experten erstellten "Handlungsleitfaden Wolf" hin, der den Umgang mit dem Raubtier im Südwesten regelt. Darin enthalten sind auch Hinweise zum Schadensausgleich aus einem Fonds, wenn Wölfe Nutztiere reißen. Außerdem geht es um Schutzmaßnahmen etwa für Schaf- oder Rinderherden.

Grüne: nur die Vorhut

Der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Markus Rösler, ist sicher, dass der im Schwarzwald-Baar-Kreis nachgewiesene Wolf nur die Vorhut weiterer Wölfe ist, die in den nächsten Jahren auch in andere Landesteile einwandern werden. "Wir begrüßen den Wolf im Land. Aber wir sind uns der Sorgen bewusst, die nun viele Nutztierhalter haben." Gerade Schäfer seien als Partner im Naturschutz von großer Bedeutung.

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Cornelia Spitz

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