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Schwarzwald-Baar "Wir müssen den Biber akzeptieren"

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Hier im Kreis leben etwa 100 Biber an Donau, Breg und Brigach samt ihren Zuflüssen. Foto: dpa-Zentralbild

Schwarzwald-Baar-Kreis - Die Zahl der Biber im Kreis wächst stetig. Das ist positiv, weil die Nager die Fließgewässer wieder in einen naturnäheren Zustand bringen. Andererseits hinterlassen sie oft große Schäden. Die Biologin Bettina Sättele vermittelt zwischen Mensch und Tier.

Wo genau im Kreis leben denn derzeit Biber?

Hier im Kreis leben etwa 100 Biber an Donau, Breg und Brigach samt ihren Zuflüssen. Fast hätte es dieses Jahr endlich auch einer bis in die Gutach bei Triberg geschafft. Leider wurde er aber auf der B 33 bei Gremmelsbach überfahren. Sonst wäre das die Wiederbesiedlungspforte von der Donau aus in den Schwarzwald gewesen.

Nimmt der Bestand der Biber im Kreis ab?

Nein, er wächst eigentlich sogar an. Gerade die intensiv befahrenen Bundesstraßen wie die B 27 und die B 33 sind allerdings große Gefahren für die Biber. Schade ist auch, dass selbst auf so kleinen und schmalen Straßen, wie der Verbindungsstraße Achdorf-Aselfingen, immer wieder Biber überfahren werden.

Welche Auswirkungen hat es auf die Umgebung, wenn sich Biber ansiedeln?

Der Landschaftswasserhaushalt kann sich wieder auf ein ursprünglicheres Niveau einpendeln, es gibt wieder Auen und Feuchtgebiete, die durch den wirtschaftenden Menschen während der letzten Jahrhunderte sukzessiv trockengelegt wurden. Kleinklimatisch ist das gut.

Die Biber hinterlassen häufig auch große Schäden.

Das ist richtig. Hat sich ein Biber angesiedelt kann es passieren, dass Wiesen und Felder in kurzer Zeit vernässen, Drainagen nicht mehr ablaufen. Auch Anlagen wie Trinkwasserbrunnen oder in Gewässer mündende Leitungssysteme, Kläranlagenausläufe beispielsweise, können beeinträchtigt werden. Und dann nutzt der Biber natürlich auch Gehölzkulturen entlang von Gewässern und Ackerfrüchte, die er frisst beziehungsweise zum Bau seiner Staudämme einsetzt.

Nicht gerade zur Freude der Landwirte. Wie vermitteln sie zwischen den unterschiedlichen Interessen von Mensch und Tier?

Durch intensive Gespräche, am liebsten durch die direkte Kontaktaufnahme zu Betroffenen. Häufig liegt der Konflikt am Fehlen natürlicher Uferrandstreifen, an der Einrichtung von Drainagesystemen, die auch von den Landwirten aufwendig unterhalten werden müssen und einfach so verlegt sind, dass natürliche Gewässerentwicklung keinen Platz hat.

Was unternehmen Sie in so einem Fall?

Spätestens dann brauche ich Geld – das kommt bisher fast ausschließlich vom Regierungspräsidium Freiburg – um geeignete Maßnahmen umsetzen zu können, die natürlicher Gewässerentwicklung zumindest wieder etwas Raum lässt. Das Geld schafft dabei nur die Bedingungen, dass weiter bewirtschaftet werden kann. Die Gewässerentwicklung selbst übernimmt der Biber ganz kostenlos, wo man ihn lässt.

Und wenn eine solche Maßnahme nicht möglich ist?

Dann müssen teilweise Biberdämme abgetragen werden oder der Wasserspiegel mittels Dammdrainagen abgesenkt werden. Oder im Falle von bedrohten Kulturen Elektrozäune und Drahthosen aufgestellt werden.

Wie kooperativ sind Bürger und Landwirte denn wenn es um den Biberschutz geht?

Grundsätzlich klappt die Kooperation ganz gut. Wenn mal etwas schiefgeht, wie bei dem jüngsten Dammabriss am Radweg bei Pfohren, dann liegt das sicher daran, dass ich nicht selbst mit Betroffenen in Kontakt stehe und deshalb eine Vertrauensbasis fehlt, was mir persönlich sehr sehr wichtig ist bei meiner Arbeit. Ich würde mir nur manchmal generell wünschen, dass der Bezug zu unserer Umwelt besser wäre.

Inwiefern?

Es fehlt häufig an Wertschätzung, insbesondere in Bezug auf unsere Gewässer. Wasser ist eines unserer kostbarsten Güter. Wir sollten nicht alles nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten. Was den Biber betrifft, muss der Betroffene letztendlich die Anwesenheit des ursprünglich in allen heimischen Gewässern beheimateten Tiers akzeptieren und tolerieren.

Die Fragen stellte Julia Klebitz.

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