Die alten Autokennzeichen vor der Verwaltungsreform erleben eine Renaissance. »RW« soll es aber im Schwarzwald-Baar-Kreis trotzdem nicht geben. Foto: Ulm

Alte Autokennzeichen könnten 2012 wieder eingeführt werden. Noch nichts Schriftliches.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Sprengen die neuen Nummern den Kreis und die Doppelstadt? Nicht wenige finden die historischen Nummernschilder und "VL" "DS" schöner als das Kennzeichen "VS", das seit mehr als 30 Jahren Symbol für den damals neu gegründeten Schwarzwald-Baar-Kreis steht.

Seither rollen nur noch 1000 bis 1500 Oldtimer und Traktoren mit den alten Kennzeichen "VL" für Villingen und "DS" für Donaueschingen durch den Kreis. Doch das könnte sich jetzt ändern. "Vor zwei Wochen hat eine Bund-Länder-Kommission zu diesem Thema getagt und den Durchbruch geschafft", berichtet Tobias Butsch, Amtsleiter für zentrale Steuerung und Finanzen bei der Stadt Donaueschingen. Das Ergebnis: Die Alt-Kennzeichen können wieder eingeführt werden, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind. Das Landesverkehrsministerium müsse dem Bundesverkehrsministerium bis zum 1. April die Kennzeichen melden, die wieder aufgenommen werden sollen. Und in Donaueschingen soll demnächst der Gemeinderat entscheiden, ob die alte Nummer "DS" wieder beantragt wird.

"Da ist noch nicht entschieden", ist Harald Weh, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Kreises, überzeugt: "Schriftlich haben wir noch nichts". Und das wäre notwendig, um die EDV auf die Umstellung vorzubereiten, meint der Leiter der Behörde, die sich in Villingen befindet.

Wenn die insgesamt 125 Städte in der Bundesrepublik, die ihre ursprünglichen Autokennzeichen zurückerhalten, tatsächlich Recht bekommen, stünde möglicherweise die Stadt Villingen-Schwenningen vor eine ähnlichen Entscheidung wie Donaueschingen. Denn ebenso wie Neuzulassungen mit "DS" wären auch solche mit "VL" möglich.

Nur die Schwenninger könnten ihre alten Kennzeichen im Schwarzwald-Baar-Kreis nicht zurückbekommen, stellt Weh klar. Schwenninger Einwohner mussten bis zur Gründung der Doppelstadt mit dem Kennzeichen "RW" herumfahren. "Wenn die Schwenninger jetzt RW zurückwollen, dann sehe ich größte Probleme", schildert der Leiter des Straßenverkehrsamtes. Schließlich könne der Schwarzwald-Baar-Kreis bei Neuzulassungen nicht auf den Kennzeichenfundus des Nachbarkreises Rottweil zugreifen. Ebensowenig hält Weh das Kennzeichen "TUT" im Schwarzwald-Baar-Kreis für angebracht, obwohl einige Gemeinden vor der Verwaltungsreform dieses Kennzeichen trugen.

Amtsleiter Harald Butsch grübelt in Donaueschingen unterdessen schon über das Schicksal einiger Städte und Gemeinden nach, die nun zum Landkreis Hochschwarzwald gehören. Ob deren Einwohner auch wieder das historische adelig anmutende DS-Kennzeichen auf ihren Autos, Anhängern und Traktoren tragen dürften, weil sie es vor mehr als drei Jahrzehnten schon mal hatten? "Die Stadt Donaueschingen kann nicht über andere Gemeinden entscheiden", stellt Butsch vornehm klar.

Bereits jetzt steht aber offenbar fest, dass auch die Kreisgemeinden, die früher zum Kreis Donaueschingen gehörten, wie zum Beispiel Furtwangen, Vöhrenbach und Gütenbach, das "DS" für ihre Fahrzeuge wieder beantragen könnten, wenn der Donaueschinger Gemeinderat grünes Licht gibt. "Meines Erachtens könnten dann auch die Niedereschacher das ›VL‹-Kennzeichen wieder bekommen", spekuliert Weh.

Dass das Ganze ein erheblicher Verwaltungsaufwand für die Behörde wird, ist dem Leiter des Straßenverkehrsamtes jetzt schon klar. Reservierungen für neue Kennzeichen könnten dennoch jetzt noch nicht entgegen genommen werden. "Sobald eine Entscheidung gefallen ist, können wir handeln".

Mit einer Flut von Anträgen für "DS" oder gar "VL"-Ummeldungen bei Fahrzeugen mit VS-Kennzeichen rechnet Weh allerdings nicht. "Das wird vor allem neue Zulassungen betreffen".