Hochschulen mit Rekordzahlen. Warteliste oder zu hohe Preise. Private Vermieter verlangen oft zu viel.
Schwarzwald-Baar-Kreis - Die Hochschulen in Schwenningen verzeichnen Rekordzahlen. Sie haben so viele Studienanfänger wie noch nie. Bemerkbar macht sich das auch an der Wohnsituation und den Mietpreisen. Das Semester ist bereits in vollem Gange und trotzdem sind nicht alle Studenten mit einer Wohnung oder einem Zimmer versorgt. "Wir kriegen fast jeden Tag noch Anrufe von Studierenden, die eine Unterkunft suchen", sagt Helene Stang von der Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen (wbg).
Die 145 Wohnungen, die die wbg betreibt, sind jedoch alle bereits vermietet. 59 Plätze gibt es in der Bürkstraße, 42 in der Spittelstraße und 46 weitere im Neckartower. Für alle führt die wbg mittlerweile Wartelisten. An den Bau eines weiteren Studentenwohnheims denke man derzeit aber nicht, sagt Stang.
Birgit Tabor vom Studentenwerk Freiburg schätzt die Situation dagegen als wenig dramatisch ein.
Die Zimmer, die das Studentenwerk in der Schramberger Straße in Schwenningen vermietet, seien zwar ebenfalls alle 29 vergeben, eine Warteliste aber habe sie nicht anlegen müssen. "Ich denke, dass die meisten untergekommen sind. Viele vermutlich privat", sagt Tabor.
Genau da liege das Problem, weiß Stefanie Zyska. Sie ist Sprecherin der Schwenninger DHBW-Studierenden. "Die privaten Unterkünfte sind oft zu teuer für Studenten". Nicht dass es zu wenig Wohnungen gebe, sei das Problem, sondern dass diese für Studenten oft nicht geeignet seien.
"Der Mietpreis im Verhältnis zur Quadratmeterzahl stimmt nicht", sagt Zyska. Sie wisse von Studenten, die für ein zwölf-Quadratmeter-Zimmer mehr als 300 Euro zahlen müssen. Für Schwenninger Verhältnisse sei das viel. Zudem seien dass dann oft "Zimmer, vor die private Vermieter mal noch eben eine Wohnungstür gebaut haben, damit sie sie vermieten können". Von ein wenig Komfort sei bei vielen der Unterkünfte keine Spur.
Um die Situation zu ändern, sind die Schwenninger Studierenden derzeit in Gesprächen mit Oberbürgermeister Rupert Kubon. "Er wird uns jetzt erstmal den aktuellen Mietspiegel zuschicken, dann schauen wir weiter", so Zyska.