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Schwarzwald-Baar-Kreis "Truppenübungsplatz ist der schiere Wahnsinn"

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Foto: Katja – stock-adobe.com

Schwarzwald-Baar-Kreis - Roland Wehrle, Geschäftsführer der Nachsorgeklinik in Tannheim, ist schockiert von den Plänen der Bundeswehr, den Standort Donaueschingen zu erweitern und einen Truppenübungsplatz zu bauen. Dieses Vorhaben gefährde das gesamte Konzept der Klinik.

Die Bundeswehr will den Standort Donaueschingen stärken und erweitern. Das geht aus der Sitzungsvorlage zur Gemeinderatsitzung der Stadt Villingen-Schwenningen hervor. Da ein Truppenübungsplatz gebaut werden soll, der neben Donaueschinger Gemarkung auch die Gemeinde Brigachtal und die Stadt Villingen-Schwenningen in Form von VS-Tannheim tangieren würde, äußert sich nun Roland Wehrle, Geschäftsführer der dortigen Nachsorgeklinik zu den Plänen: "Ein Truppenübungsplatz ist der schiere Wahnsinn!" Neben der Tatsache, dass rollende Panzer und schießende Soldaten die gezielt gewählte Ruhe in dem Gebiet, in dem die Nachsorgeklinik angesiedelt ist, stört, kritisiert Wehrle vor allem die fehlende Kommunikation.

Keine Information für die Nachsorgeklinik

"Ich bin entsetzt, dass wir von diesem Vorhaben aus der Presse erfahren müssen", bezieht sich Wehrle auf die Berichterstattung vom Donnerstag. Er hätte sich gewünscht, dass die Klinik von der Bundeswehr oder der Stadt Villingen-Schwenningen auf direktem Weg davon erfahren hätte.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es zwischen der Bundeswehr und der Stadt Villingen-Schwenningen aus militärtaktischen Gründen eine Verschwiegenheitsklausel gegeben haben, die diesen Informationsfluss untersagt haben soll. "Das kann ich mir sogar vorstellen", sagt Wehrle. "Aber es wäre doch ein Leichtes gewesen, bevor die Sitzungsvorlage öffentlich gemacht wird, uns mit ins Boot zu nehmen, einen Gesprächstermin anzubieten und dafür zu sorgen, dass wir die Pläne nicht aus der Presse erfahren", lässt Roland Wehrle die mögliche Begründung bei viel aufgebrachtem Verständnis nicht gelten.

Bedenken in Sitzungsvorlage ausformuliert

Vergessen worden ist die Nachsorgeklinik allerdings nicht, wie in der Sitzungsvorlage deutlich wird. Darin sind die Bedenken in Bezug auf die Einrichtung und deren Geschäftsmodell recht deutlich ausformuliert. "Die Anmerkungen in dem Sitzungspapier sind durchaus korrekt, allerdings stammen sie nicht von uns", sagt Wehrle gegenüber dem Schwarzwälder Boten.

Fakt sei, dass das Vorhaben der Bundeswehr die Klinik gefährde. "Wir haben um diese exponierte Lage damals mit dem Regierungspräsidium kämpfen müssen, welches seinerzeit größte Bedenken geäußert hatte", erinnert sich der Geschäftsführer. Und diese Ruhe, die für die Kinder und Eltern, die aus ganz Deutschland nach Tannheim kommen, wichtig sei, würde durch einen Truppenübungsplatz zerstört. "Das wäre nicht nur ein Qualitätsverlust, sondern auch ein Schlag ins Gesicht aller Unterstützer, die bislang rund 50 Millionen Euro in die Klinik investiert haben", kritisiert Wehrle.

Aus diesem Grund bliebe ihm nichts anderes übrig, die Interessen der Kinder zu vertreten und sich gegen diese Ansiedelung zu wehren. "Deshalb werde ich noch heute einen Brief an die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer schreiben und sie bitten, von diesen Plänen Abstand zu nehmen."

Thema kommt am Dienstag in das Gremium

Roland Wehrle geht es nach eigener Aussage nicht um die Bundeswehr. Er habe eine sehr große Wertschätzung für die Truppe. Aber die Planung, weshalb vorhandene Stand­orte geschlossen werden, um dann mitten im Wald auf bislang ungenutzter Fläche etwas Neues zu schaffen, erschließe sich ihm nicht.

Mit Spannung blickt Roland Wehrle auf die Gemeinderatsitzung in der Neuen Tonhalle in Villingen am kommenden Dienstag, 28. Juli. "Aus der Vorlage geht ja deutlich hervor, dass die Stadt dieses Vorhaben nicht befürwortet, dennoch lasse ich mich überraschen, wie konkret die Pläne schon sind."

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