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Schwarzwald-Baar-Kreis Trotz negativem Corona-Testergebnis in Quarantäne

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Schwarzwald-Baar-Kreis - Zum Teil mehr als 300 Abstriche werden im Zentrum in Schwenningen an einem Tag genommen – auch, um die Quarantänezeit von Urlaubsrückkehrern zu verkürzen. Doch was bringt die Akkordarbeit in der Teststelle und in den Laboren, wenn anschließend die Bürokratie im Weg steht?

Der Fall einer Urlaubsrückkehrerin aus Villingen-Schwenningen zeigt einmal mehr, dass in Sachen Corona-Pandemie nicht immer alles glatt läuft. Noch vor Abreise ins europäische Ausland erkundigte sich die berufstätige Frau beim Gesundheitsamt, wie lange sie voraussichtlich auf ein Testergebnis nach ihrer Rückkehr warten muss. Schließlich wollte sie nicht, dass ihre Quarantäne-Zeit ihren eingereichten Urlaub überschreitet. "Es hieß, wenn ich mich freitags testen lasse, liegt das Ergebnis bis Montag vor und ich kann wieder arbeiten gehen", berichtet sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

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Und so hatte sie die private Rückreise mit dem Auto entsprechend auf einen Donnerstag gelegt, hatte Kassenzettel als Aufenthaltsnachweis gesammelt und auch nach ihrer Rückkehr nochmals mit Gesundheitsamt und dem Bürgeramt Villingen-Schwenningen Kontakt aufgenommen, um alle notwendigen Schritte, welche Unterlagen sie wo einzureichen habe, abzusichern.

Hohe Belastung für Personal in Abstrichstelle

Nach etwa einer Stunde in der Corona-Abstrichstelle auf der Hallerhöhe in Schwenningen war der Test an besagtem Freitagnachmittag erledigt. Mehr als 300 Abstriche wurden nach Recherche unserer Zeitung an diesem Tag genommen. Und trotz der Masse hatte die Doppelstädterin bereits am Samstagabend ihr Testergebnis auf der Corona-Warn-App: "Befund negativ". Und auch das Labor aus Singen meldete sich zusätzlich telefonisch, um nochmals unmissverständlich mitzuteilen, "dass ich negativ getestet worden bin", erzählt die Betroffene. Ihrem Arbeitseinsatz am Montag stand damit also nichts mehr im Weg.

Das dachte zumindest sie. Denn als sie am Montag noch vor Arbeitsbeginn dem Bürgeramt Villingen-Schwenningen eine E-Mail mit ihrem Testergebnis wie zuvor vereinbart schickte, hieß es von dort: "Nein, so geht das nicht. Solange wir das personalisierte Testergebnis nicht schriftlich vorliegen haben, müssen Sie in Quarantäne bleiben", gibt unsere Gesprächspartnerin den Wortlaut der städtischen Mitarbeiterin wieder.

"Wer kommt für den Lohnausfall auf?"

"Ich dachte, ich höre nicht richtig!", ist die Betroffene noch immer verärgert. Da habe sie alles in die Wege geleitet, um keinen Fehler zu machen, damit sie pünktlich zum Urlaubsende wieder arbeiten gehen darf und dann scheitere es an einem Stück Papier. "Die telefonische Benachrichtigung durch das Labor, als auch das in der App angezeigte Testergebnis würden beim Bürgeramt nicht als Nachweis gelten, wurde mir gesagt." Dem Arbeitgeber hingegen reicht das.

Und genau darin besteht das Problem, denn: "Wenn ich nun zu Hause bleiben muss, zahlt mein Arbeitgeber natürlich keinen Lohn in dieser Zeit, da die Quarantäne-Anordnung aus Sicht des Arbeitgebers aufgrund des vorliegenden Negativ-Bescheids nicht nachvollziehbar ist. Und wer kommt für den Lohnausfall auf?", fragt die Betroffene vorwurfsvoll.

Nachweis gibt es nur auf dem Postweg

"Es war im Vorfeld meiner Reise immer die Rede davon, dass ich das Ergebnis innerhalb von zwei Tagen sicher habe. Und das ist ja auch so. Dass es aber nichts wert ist, weil irgendein Schrieb fehlt, davon hat keiner etwas gesagt." Dass das auf dem Postweg von Freitagnachmittag bis Montag nicht klappen kann, das müsse doch auch den Mitarbeitern im Bürgeramt klar sein, zeigt die Frau ihr Unverständnis.

Die städtische Mitarbeiterin habe ihr geraten, um den Postweg zu umgehen, ihr Testergebnis in der Abstrichstelle direkt abzuholen. "Wer einmal da war und gesehen hat, was das Personal dort leisten muss, traut sich sicherlich nicht wegen eines Schreibens dort aufzutauchen. Die haben sicherlich andere Sorgen, als irgendwelche Schreiben rauszusuchen", echauffiert sich unsere Gesprächspartnerin über den vermeintlichen "guten Rat".

Eine Erklärung der Stadt steht noch aus

Und der Fall der Villingen-Schwenningerin scheint kein Einzelfall zu sein. Aufgrund unserer Recherche berichten noch weitere Personen von Quarantäne-Anordnungen trotz eines negativen Ergebnisses. Macht die Bürokratie die Sache womöglich komplizierter, als sie sein müsste?

Eine Erklärung, weshalb das Bürgeramt auf den schriftlichen Nachweis aus dem Labor angewiesen ist, gab es vonseiten der Stadt Villingen-Schwenningen am Mittwoch nicht. Unsere Anfrage vom Vormittag blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. In diesem Zuge war auch nicht in Erfahrung zu bringen, wie viele der für Mittwoch und Donnerstag angekündigten Quarantäne-Kontrollen tatsächlich durchgeführt wurden.

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