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Landkreis hat sich für 165.000 Euro eine teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage gekauft. Mit Video

Schwarzwald-Baar-Kreis - Mit einer neuen teilstationären Geschwindigkeitsmessanlage möchte der Landkreis zukünftig die Raser ins Visier nehmen. Am 1. April wird der Blitzer in Betrieb gehen.

 

Der Landkreis möchte die Geschwindigkeitsüberwachung weiter forcieren – und hat hierzu eine neue Messanlage gekauft, die vielerorts bereits als "Super-Blitzer" berühmt und zugleich berüchtigt ist. Der Anhänger mit der integrierten Messanlage trägt dabei den martialischen Namen "Enforcement Trailer" – vom Hersteller wird er als "Zukunft der Verkehrsüberwachung" angepriesen.

In der Realität sieht die neue 1,3 Tonnen schwere Anlage hingegen etwas klobig aus. Doch vor allem das Innenleben und die Funktionalität sind es, wovor sich die Verkehrssünder auf den Straßen im Schwarzwald-Baar-Kreis zukünftig fürchten sollten. "Die Messanlage ist komplett autonom", berichtet Nicolas Raub (unser Bild), Leiter des Rechtsamts bei der Vorstellung des neuen Blitzers. Abgesehen vom Transport und der Auslesung der erfassten Überschreitungen sei kein Personal notwendig.

Der Anhänger kombiniere damit die Vorteile einer stationären und die einer mobilen Geschwindkeitsmessanlage. Bis zu zehn Tage kann der "Enforcement Trailer" an einem festen Standort rund um die Uhr Messungen durchführen. Gleichzeitig sei man mit dem Blitzer bei der Standortwahl flexibel. Denn dieser könne dank Anhängerkupplung einfach transportiert werden. "Wir können die Anlage auf jeder zugänglichen Fläche abstellen", berichtet Joachim Baar von der Bußgeldstelle des Landkreises, der mit der Funktion des Blitzers dank einer Schulung vertraut ist.

Dieser demonstriert bei der Vorstellung auch zugleich, wie schnell der Anhänger im Einsatz ist. Nach der Positionierung werde dieser zunächst heruntergekurbelt ("da ist dann bisschen Handarbeit notwendig") und anschließend elektronisch heruntergefahren, bis die Räder unter dem Anhänger verschwinden. Dank der vandalismusschützenden Hülle sei er vor Angriffen gewappnet.

Baar: "Anschließend müssen wir das System zur Fahrbahn ausgerichtet und der Abstand zur Straße eingegeben werden – die Anlage richtet sich dann selber aus." Weitere Vorteile seien, dass mehrere Fahrspuren gleichzeitig überprüft werden können und der Blitzer auch an jenen Stellen eingesetzt werden kann, an denen bislang die Gefahr für Messbeamte zu groß war – beispielsweise in Baustellen oder schwer einsehbaren Kurven.

Ab 1. April wird der "Enforcement Trailer" dann zusätzlich zu den zwölf stationären Anlagen und den zwei mobilen Fahrzeugen die Geschwindigkeit auf den Straßen im Landkreis überwachen. Ausgenommen sind davon die Straßen der Gemarkung Villingen-Schwenningen und Donaueschingen, die über eigene Bußgeldstellen verfügen. Aber: Auch die Doppelstadt möchte noch im Frühjahr die selbe teilstationäre Anlage testen, um sie eventuell zu kaufen.

Dank der 165 000 Euro teuren Anschaffung möchte der Schwarzwald-Baar-Kreis bei der Überwachung "effizienter" werden, wie Raub erklärt. "Es geht um die Verkehrssicherheit. Die Geschwindigkeitsüberschreitungen sind ein großes Problem, dem wir entgegenwirken müssen", so der Leiter des Rechtsamts.

In diesem Zusammenhang würden Kommunen immer wieder auf den Landkreis zukommen und neue Hotspots von Verkehrssündern nennen. "Die Anfragen müssen wir aber natürlich erst überprüfen", berichtet Raub. Grundsätzlich gäbe es im Landkreis "genügend Stellen, an der die Anlage zum Einsatz kommen kann".

Man achte aber hier auch darauf, dass alle Kommunen gleichermaßen bedient werden. "Dank des längeren Einsatzes des ›Enforcement Trailer‹ können wir eine Verkehrsberuhigung erreichen", ist sich Amtsleiter Nicolaus Raub sicher.